Findet Dorie (2016)

FINDING DORY

Schon wieder eine Rettungsaktion quer durch den Ozean? Schaut man nur auf die sich sanft wellende Oberfläche, wirkt der neueste Pixar-Streich Findet Dorie im ersten Moment wie ein bloßer Aufguss seines Vorgängers Findet Nemo. Einfach den Sidekick zur Hauptfigur gemacht, ein paar Actionsequenzen mehr eingebaut und fertig ist das Erfolgs-Sequel.

Aber ganz so einfach haben es sich Regisseur Andrew Stanton und seine Teammitglieder dann zum Glück doch nicht gemacht. Indem Dorie, die Palettendoktorfisch-Dame mit einem beispiellos-schlechten Gedächtnis, zur Hauptfigur wird, bekommt auch das zentrale Thema des ersten Films ganz neue Facetten. Hier wie dort geht es um Familie, Freunde und Zusammengehörigkeit: Außer Marlin und Nemo hat Dorie ja niemanden, nur eine große Sehnsucht, von der sie nicht weiß, woher sie stammt. Als nun überraschend Erinnerungen an ihre Kindheit in ihr hochkommen, macht sie sich deshalb Schwanz über Kopf auf den Weg, um ihre eigenen Eltern wiederzufinden.

Es braucht dann eine ganze Reihe glücklicher Zufälle, um die Fischdame auch nur in die Nähe ihres Heimatsortes am anderen Ende des Ozeans zu bringen, aber bei Pixar ist das Universum gnädig – und liefert ihr zudem mit dem sehr knarzigen, immer schlecht gelaunten Hank eine der witzigsten Figuren der jüngeren Kinogeschichte.

Weiterlesen: Meine vollständige Empfehlung gibt es in der heutigen Ausgabe meiner alle 14 Tage erscheinenden Familientipp-Kolumne auf filmstarts.de.

(Fotos: Disney)

Arlo & Spot (2015)

THE GOOD DINOSAUR

Es hat sich ja ein wenig die Erwartung eingebürgert, dass die Pixar-Studios eigentlich keine schlechten Filme machen können. Wenn man mit einer gewissen Gnade den meiner Meinung nach eher unsäglichen Cars vergessen mag (der aber natürlich gleichwohl nicht nur ein Kassenschlager war, sondern allein aufgrund seiner Merchandising-Einnahmen wahrscheinlich heute noch eine der Cash Cows von Pixar sein dürfte), dann stimmt das in der Filmographie bisher auch.

Tja. Mit Arlo & Spot (The Good Dinosaur) hat diese Erfolgsgeschichte einen Knacks bekommen, denn der Film über einen kleinen Dinosaurier und sein menschliches Haustier ist vor allem eines nicht: originell. Sondern vor allem: weitgehend fad.

Die Prämisse ist relativ einfach und sympathisch: Der Meteor, der seinerzeit das Aussterben der Dinosaurier in Gang setzte, hat die Erde um eine Handvoll Tausend Kilometer verfehlt, so dass sich die Tiere nun, viele Millionen Jahre später, sogar die Erde mit den ersten Menschen teilen. Allerdings haben sich die Dinos sehr viel weiter entwickelt: Die Pflanzenfresser bauen selbst Getreide an, die Fleischfresser hegen ihre Rinderherden. Man stelle sich das Ganze vor typisch amerikanischen Gebirgszügen vor und hat, na klar: einen Western. Und in der Tat sind es die besten (und lustigsten) Szenen in Arlo & Spot, wenn sich der Film ganz und gar diesem Genrespiel hingibt und eine Horde treusorgender Tyrannosaurier am Lagerfeuer derbe Witze reißen lässt.

Überhaupt die Natur: Arlo & Spot hat die photorealistischsten Bilder, die Pixar jemals auf die Leinwand gezaubert hat: Wasser, Landschaften, Pflanzen, Stürme – das ist stellenweise atemberaubend schön. Aber es ist natürlich immer nur computergeneriert, und die oftmals auf Niedlichkeit zielende, fast immer übertrieben wirkende Stilisierung der Dinosaurier passt dann zu den Naturbildern gar nicht mehr so recht dazu. Die Figuren wirken wie Fremdkörper in ihrer eigenen Welt.

Und manche Szenen wirken wie Fremdkörper in dieser sehr klassisch-disneyhaft „familientauglichen“ Geschichte: Arlos Vater kommt nämlich bei einem Unfall ums Leben, und diese Momente – ebenso wie eine kleine Handvoll anderer – sind im Vergleich zum restlichen Film unfassbar bedrohlich, geradezu traumatisch.

Ansonsten ist das eine Coming-of-Age-Geschichte als Road und Buddy Movie: Arlo macht sich mit vielen Umwegen auf den Weg nach Hause, trifft irgendwann auf Spot – ein verwaistes Menschenjunges in vorsprachlichen Zeiten, dass sich wie ein Hund verhält, inklusive jaulen, Idefix-artigem Kratzen (hinterm Ohr, mit dem Fuß) und, ja doch, anheulen des Vollmonds. Und die Reise führt an guten wie schlechten Erfahrungen und Wesen vorbei, bis er am Schluss, gewachsen und gereift, zurückkehren kann – und seine Mutter ihn zunächst, aus der Ferne, für seinen Vater hält. So wie der es vorher gesagt hatte: „Du bist wie ich, und mehr“. Da wand ich mich schon recht vor Schmalz und Fremdscham.

Der noch positive Blick auf diese Geschichte ist, dass der Film mit seiner bewegten Produktionsgeschichte – irgendwann steckte man in einer Sackgasse, Regisseur und Sprecher wurden nahezu komplett ausgewechselt, das Skript überarbeitet – vielleicht nicht besser werden konnte. Aber die Wahrheit ist eben auch, dass Pixar zum ersten Mal mit seinen Figuren nichts Originelles eingefallen ist – also gibt es trotz einiger sehr effektiv die Tränendrüsen unter Druck setzenden Szenen nichts, was über das schlichte 08/15-Einmaleins des Familienfilms in irgendeiner Art hinausweisen würde.

Dabei gibt es so ein paar Momente und Figuren, in denen der sonstige Ideenreichtum und auch der Wagemut dieses Studios durchscheinen. Etwa in der Tyrannosaurus-Familie mit ihrem Cowboy-Dasein; oder der großartige, völlig neurotische Dinosaurier, der zahlreiche kleine Wesen – Vögel, Echsen usw. – um sich schart, die ihn vor der Welt und seinem eigenen Übermut schützen sollen. („Er schützt mich vor unrealistischen Träumen.“)

Diese Figur ist keine fünf Minuten im Film – und an sie, ihre Geschichte, Sorgen und Erlebnisse, hätte ich wirklich eine ganze Menge Fragen. Die Hauptfiguren allerdings, Arlo und sein Schoßmensch Spot, interessieren mich nicht wirklich. Schade.

(Wegen der Angstszenen nicht für Kinder unter 8 Jahren geeignet, evtl. sogar erst für ältere. Kinder mit enzyklopädisch-neurotischem Dinosaurierwissen werden ob der wenig originalgetreuen Präsentation der Dinosaurier eher enttäuscht sein.)

Arlo & Spot (The Good Dinosaur), USA 2015. Regie: Peter Sohn, 94 Min. FSK 6, Kinostart: 26. November 2014.

(Fotos: Disney/Pixar)

Filmische Weihnachten mit Kindern: Ins Kino gehen

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Meine Eltern waren nie besonders kino-affin, so dass wir es erst zur Familientradition erhoben haben, während der Feiertage mal ins Kino zu gehen, als wir selbst schon etwas älter waren. Aber über die Weihnachtstage und zwischen den Jahren bietet es sich jedenfalls durchaus an, den geschmückten Baum mal stehen zu lassen und sich in die kuscheligen Sessel des nächsten Programmkinos (Multiplexe sind mit Kindern ja eher stressig) fallen zu lassen; zumal das Programm zum Jahreswechsel für Kinder durchaus vielfältig ist.

So sind noch zwei Pixar-Filme derzeit in den Kinos zu sehen, der sehr, sehr großartige Alles steht Kopf und der Dinosaurier-Film Arlo & Spot, der zwar sehr schön anzusehen ist, dessen Geschichte aber leider allenfalls Familienfilm-Durchschnitt ist – eher fad.

Vor allem für etwas kleinere Kinder ist natürlich Ritter Trenk eine wirklich schöne Idee, außerdem laufen noch neue Variationen über altbekannte Klassiker: Der kleine Prinz sowie Heidi.

Wirklich mit Verve empfehlen möchte ich aber zwei Animationsfilme, die am 17. und 24. Dezember starten und mit zum Besten gehören, was in diesem Jahr und überhaupt im Kino zu sehen ist – beide sind auch, falls das Argument zählt, gemeinsam mit Alles steht Kopf für den Oscar als Bester Animationsfilm im Gespräch. Und das sollte auch ein Hinweis darauf sein, dass beide keineswegs primär Kinderfilme sind, sondern Filmkunstwerke für alle.

Bereits morgen startet Der Junge und die Welt (O menino e o mundo), den ich schon im vergangenen Jahr ausführlich gepriesen habe. Es ist ein Wunder, dass es dieser kleine, absolut ungewöhnliche und beglückende brasilianische Film in die deutschen Kinos schafft – und man sollte das Wunder dieses Films, der nur durch Bilder und Musik spricht, durch zahlreiche Besuche in der Kathedrale Kino würdig feiern. Geeignet für Kinder ab 8 Jahren.

Und dann ist da noch Tomm Moores Die Melodie des Meeres, der hier auch schon Thema war. Eine ganz eigene Perspektive auf die Welt, eine Fabel aus irischer Mythologie, eingewoben in einen sehr speziellen Blick auf die moderne Welt – eine magische Abenteuergeschichte um Leben, Meer, Liebe und Familie. Regisseur Tomm Moore ist schon durch Das Geheimnis von Kells bekannt, der eine ähnliche Ästhetik hat; Die Melodie des Meeres ist allerdings weit weniger dramatisch und konfrontativ, sondern stattdessen eher ein Road Movie nicht nur für Kinder (ab 8 Jahren).

Damit ihr einen Blick darauf bekommt, wie sich das in den beiden Filmen anfühlt und wie es aussieht, hier die beiden Trailer:

(Foto: KSM)

Verlosung: Arlo & Spot

THE GOOD DINOSAUR

Bereits seit Ende November ist Arlo & Spot in den Kinos, der neueste Film aus dem Hause Pixar (das inzwischen ja zu Disney gehört) – ausführliche Besprechung folgt!

Was wäre, wenn der Asteroid, der das Leben auf der Erde vor 65 Millionen Jahren für immer verändert hat, unseren Heimatplaneten knapp verfehlt hätte und die Dinosaurier nicht ausgestorben wären? ARLO & SPOT erzählt die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft zwischen einem jungen Apatosaurus namens Arlo und dem Menschenjungen Spot.

AUS_Booklet AUS_Sticker Mit freundlicher Unterstützung von Disney kann ich hier im Blog zwei Fanpakete verlosen, mit jeweils folgenden Ingredienzien: zwei Kinotickets (bundesweit gültig), ein Booklet/Malbuch und ein Sticker-Set (siehe Abbildungen).

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. (Die originellsten Antworten gewinnen und werden nach Ende des Gewinnspiels mit Euren Initialen hier unter dem Beitrag noch als Kommentar veröffentlicht.) Die Verlosung läuft bis einschließlich 7. Dezember 2015. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
„Verlosung: Arlo & Spot“ weiterlesen

Alles steht Kopf (Inside Out, 2015)

Ich kann mit dem Begriff des “Familienfilms” in der Regel nicht so viel anfangen. Das liegt vorrangig daran, dass “Familienfilm” heute vor allem ein Marketingbegriff ist und meistens Filme meint, die man sich mit größtmöglicher Sicherheit als Eltern mit Kindern ansehen kann: Harmloses Thema, viel Humor der meist eher oberflächlichen Art, garantiert ein Happy End; schlimmstenfalls laufen darunter so unfassbar fade Wohlfühlmonstren wie Super Buddies. Und ja: Es sind vor allem Disney-Filme, die mit diesem Label vermarktet und angepriesen werden – da hat sich ein Megaplayer der Kulturindustrie auch gleich einen Begriff unter den Nagel gerissen.

Dass ich jetzt mit Emphase Alles steht Kopf als Familienfilm empfehlen will, entbehrt also nicht einer gewissen Ironie, denn Inside Out, wie er im Original heißt, ist der neueste Film aus den Pixar-Studios, die seit einigen Jahren zum Disney-Imperium gehören. Freilich pflegt man dort noch immer die eigene Linie und hat auch noch keinen wirklich schlechten Film zustande gebracht (Cars kann ich nicht leiden, und Cars 2 fand ich doof und langweilig – Erfolge waren sie aber dennoch). Vor allem sind Pixar-Filme nie allein Kinderfilme, sondern richten sich fast immer auch an Erwachsene.

In Alles steht Kopf wird das – das hat der Film mit dem großartigen Toy Story 3 gemein – auch sehr bewusst eingesetzt: Es gibt letztlich eine sehr klare Meta-Ebene übers Erwachsenwerden, die vor allem Eltern sofort auffallen wird. Zudem funktioniert der Film, für den sich Regisseur Pete Docter und sein Film ausführlich auch mit Psycholog_innen und anderen Wissenschaftler_innen unterhalten haben, nicht nur als erstaunlich enge Beschreibung davon, wie Emotionen im menschlichen Bewusstsein (oder Nicht-So-Bewusstsein) funktionieren; der Film kann auch, wie einige Kolleg_innen meinen, genutzt werden, um Depressionen zu verstehen. Sebastian Moitzheim hat das auch in einem Video zusammenzufassen versucht:

Familienfilm ist Alles steht Kopf also in dem Sinne, dass wirklich für alle Lebensalter hier etwas zu finden ist (wer im Kino nicht wenigstens heimlich eine Träne verdrücken muss, dessen Haupt-Quartier – im Film der Ort, wo sich die fünf Emotionen Freude, Kummer, Wut, Ekel und Angst tummeln – ist vermutlich unbewohnt, öd und leer…); vor allem aber glaube ich, dass er als Familie gesehen werden sollte, weil alle – Kinder wie Erwachsene – danach Bedarf haben werden, zu reden. Über ihre Gefühle, übers Erwachsenwerden, Leben halt. Und vielleicht seht Ihr das anders, aber das ist für mich einer der besten Gründe, ins Kino zu gehen.

Worum es in Alles steht Kopf eigentlich geht und für welche Kinder der Film geeignet ist, habe ich für meine Familientipp-Kolumne auf filmstarts.de genauer aufgeschrieben.

(Fotos: Disney/Pixar)

Verlosung: Alles steht Kopf

INSIDE OUT – Pictured (L-R): Joy, Sadness. ©2015 Disney•Pixar. All Rights Reserved.

Am kommenden Donnerstag startet mit Alles steht Kopf (Inside/Out) der neue Pixar-Film in den Kinos – womöglich der nach Toy Story 3 berührendste Film des Animationsstudios, das ja bekanntermaßen noch keinen Flop zustandegebracht hat – selbst Cars 2 war ja noch ein Erfolg, obwohl der Film inhaltlich wirklich schwächelte.

Im Hauptquartier, im Kopf der elfjährigen Riley, leisten fünf Emotionen Schwerstarbeit: Angeführt von der optimistischen FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte, sorgt sich ANGST ständig um Rileys Sicherheit, während WUT auf der Suche nach Gerechtigkeit bisweilen die Hutschnur platzt. Und die aufmerksame EKEL schützt den Teenager davor, sich zu vergiften – körperlich (Broccoli!) oder mental. Nur die unglückliche KUMMER weiß nicht so Recht, was ihre Aufgabe ist.

Als Rileys Familie eines Tages in eine fremde Stadt zieht, sind die Emotionen gefragt, Riley durch die bislang schwerste Zeit ihres Lebens zu helfen. Aber als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, liegt es an den anderen drei Emotionen, das Chaos in den Griff zu bekommen. Dummerweise haben FREUDE und KUMMER versehentlich wichtige Kernerinnerungen von Riley mitgenommen und müssen diese nun unbedingt ins Hauptquartier zurückbringen, wenn sie nicht für immer verloren gehen sollen. Es beginnt eine aufregende Reise durch ihnen unbekannte Hirnregionen wie das Langzeitgedächtnis, das Fantasieland, das Abstrakte Denken und die Traum-Produktion…

ASK_Sticker ASK_Puzzle ASK_Kids-T-Shirt1 Mit freundlicher Unterstützung von Disney kann ich zum Kinostart zwei Fan-Pakete verlosen, mit jeweils einem Sticker-Set, einem Inside/Out-Puzzle mit 1200 Teilen (genug, um mal die WUT zu kriegen) und einem T-Shirt in Größe 140.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. (Die originellsten Antworten gewinnen und werden nach Ende des Gewinnspiels mit Euren Initialen hier unter dem Beitrag noch als Kommentar veröffentlicht.) Die Verlosung läuft bis einschließlich 10. Oktober 2015. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
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