Die Winzlinge – Operation Zuckerdose (2013)

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Das Leben der Insekten ist ja vermeintlich schlicht: Schlüpfen, Summen, Surren, Futtern, Paaren, Schluss. Dabei gibt es da noch so viel mehr zu entdecken! Etwa die Eifersucht eines kleinen Käfers auf den baldigen Nachwuchs seiner Eltern. Das turbulente Wettrennen zwischen Marienkäfer und Schmeißfliegen. Die aufregende Reise einer Spinne auf einem verlassenen rosa Luftballon… All das und noch mehr gibt es in der kleinen, aber sehr feinen französische Animationsreihe Minuscule (hier auf DVD erhältlich) mit ihren bezaubernden Miniaturen (mehr als 70 Stück, die bei uns zu Hause oft als filmisches Betthupferl dienen): Die stets nur wenige Minuten langen Kurzfilme vermischen reale Kameraaufnahmen von Wiesen, Wäldern und anderen Orten mit animierten Insekten. Irgendwie lebensnah wirken diese und doch märchenhaft, meist mit großen Augen und milde an menschliche Gesichter erinnernden Zügen.

Für die Kinofilm-Version Die Winzlinge – Operation Zuckerdose nehmen die Macher Hélène Giraud und Thomas Szabo nun diese Elemente, sammeln einige der bekannten Protagonisten ein und stürmen mit ihnen in gänzlich unbekannte Gefilde: Denn statt kurzer Momentaufnahmen liefert der Film eine durchgehende Story – ganz ohne Worte, aber in jedem Moment verständlich, voll Action und Bewegung. Los geht es beim Picknick eines jungen Menschenpaares. Sie ist sichtbar schwanger, dann hält sie sich den Bauch und hat es auf einmal sehr eilig. Auf der Wiese bleibt ein Teil des Picknicks zurück, und schon bald räumen die unterschiedlichsten Tiere ab, was noch an Essbarem zu holen ist. Ein Trupp schwarzer Waldameisen interessiert sich besonders für den Metallkasten voller Zuckerwürfel, nimmt beim Transport des Kästchens aber – eher versehentlich – auch noch einen kleinen Marienkäfer erst mit und dann unter seine Fittiche. Allerdings sind auch räuberische rote Ameisen scharf auf den nahrhaften Schatz und unternehmen bald alles, um ihn ganz für sich zu haben…

Meine vollständige Besprechung des Animationsfilms ist als “Familienfilmtipp zum Wochenende” auf filmstarts.de erschienen.

Anmerkung fürs Heimkino: Der Film Die Winzlinge – Operation Zuckerdose ist als Originalfassung mit dem Titel Minuscule – la vallée des fourmis perdues bereits in Frankreich als DVD erschienen. Da der Film ohne gesprochene Worte auskommt, ist es natürlich überhaupt keine Problem, diese Version bereits jetzt als Importfassung auf DVD zu erwerben. Im Kino ist’s allerdings schöner!

(Fotos: Pandahouse/Tobis)

Kinderfilme auf dem ITFS 2014: Eine kleine Rückschau

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Alexander Matzkeit hat in seinem eigenen Blog und für kino-zeit.de ausführlich – mit Podcasts und Berichten – vom diesjährigen ITFS berichtet. Er hat sich freundlicherweise bereit erklärt, hier fürs Blog auch etwas über die Kinderfilme zu schreiben, die er dort sehen konnte. Vielen herzlichen Dank!

Ich habe (leider) noch keine eigenen Kinder, deswegen habe ich bei meinem Besuch des Internationalen Trickfilmfestivals Stuttgart (ITFS) nicht gezielt nach Kinderfilmen gesucht. Aber auf einem Festival für Animationsfilm kommt man natürlich an Filmen, die für Kinder geeignet sind oder gemacht wurden, nicht vorbei. Und für das Kinderfilmblog fasse ich meine Eindrücke gerne zusammen.

Fangen wir am Ende des Festivals an. Das magische Haus feierte am letzten Tag in Stuttgart seine Deutschlandpremiere, gute drei Wochen vor seinem regulären Kinostart am 22. Mai. Der belgische Regisseur Ben Stassen zeichnet auch für Werke wie Fly me to the Moon und Sammys Abenteuer verantwortlich. Einen ziemlich langweiligen Trailer hatte ich auch mal im Kino gesehen – meine Erwartungen waren also gering.

Erstaunlicherweise aber ist Das magische Haus richtig gut – auch wenn die Geschichte sehr einfach ist. Die Katze Thunder wird von ihren Eigentümern ausgesetzt und landet auf der Suche nach einem Schlafplatz im Haus eines netten, alten Bühnenzauberers, der Thunder (wenn auch gegen den Willen des Kaninchens Jack und der Maus Maggie) bei sich aufnimmt. Als der raffgierige Neffe des Zauberers auftaucht und das Haus seines Onkels verkaufen will, müssen sich die Tiere und allerlei lebendige mechanische Wesen, die der Zauberer erschaffen hat, zusammentun, um ihren Lebensraum zu retten. „Kinderfilme auf dem ITFS 2014: Eine kleine Rückschau“ weiterlesen