Vom Politischen im Kinderfilm

PADDINGTON

Einwanderung ist (stellen Sie sich das jetzt bitte in der Stimme von Loriot gesagt vor) ein politisches Thema. Wenn also ein Immigrant des Weges kommt, der bei einer heimischen Familie aufgenommen wird, sich aber nicht nur durch Unkenntnis der heimischen Gebräuche und Hygienevorstellungen auszeichnet, sondern sich auch noch als Polizist ausgibt und anschließend illegal ins Archiv einer alteingesessenen Wissenschaftsorganisation eindringt… das ist dann wohl ein politischer Film, der zu Immigrant_innen kaum Positives zu sagen hat, oder?

Ist er aber doch. Denn die beschriebenen Ereignisse verraten noch nicht zu viel davon, was in der Neuverfilmung von Michael Bonds beliebten Büchern zu sehen ist, wenn Paddington passend zum Weihnachtsgeschäft ins Kino kommt. Xan Brooks hat in seiner Kritik im “Guardian” die Geschichte des Bären “aus dem tiefsten Dschungel Perus” politisch ausgedeutet: im Grunde als Aufruf zu mehr Solidarität mit Immigrant_innen und als großer Haufen Bärendreck vor der Haustür der rechtsnationalen UKIP-Partei.

Bitte weiterlesen: In meiner Kinderfilm-Kolumne Sitzplatzerhöhung auf kino-zeit.de habe ich mich vergangene Woche damit beschäftigt, was eigentlich einen Kinderfilm politisch macht – und ob das überhaupt eine wünschenswerte Eigenschaft ist.

(Foto: Studiocanal)