Filmfest München: König Laurin (2016)

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Wer schon einmal in Südtirol war, in den Dolomiten zumal, kennt vermutlich die Sage von König Laurin und seinem Rosengarten – eine schöne Geschichte von Zwergen, Intrige und Magie, die das Leuchten, oder genauer: das Alpenglühen an dem Bergmassiv Rosengartengruppe erklärt. Regisseur und Drehbuchautor Matthias Lang hat für seinen ersten Langfilm die Erzählung variiert und zu einem kindertauglichen Märchenfilm gemacht, der gelegentlich etwas unsicher im Ton schwankt.

kifife_logo_2016_600px Hauptfigur ist der Königssohn Theodor, ein schüchterner und auch etwas ungeschickter Junge, der es seinem Vater Dietrich offenbar nie so richtig recht machen kann. Es ist aber auch ein tristes Land: Nach dem Tod seiner Frau hatte Dietrich alle Zwerge aus seinem Land vertrieben und mit ihnen ging das Wissen darüber, wie man die Erde fruchtbar hält. Es herrscht deshalb Mangel allenthalben, man hält sich mit Eroberungen bei Laune und Theodors wesentlich selbstbewussterer Cousin Wittich schmiedet heimlich Pläne, wie er anstelle von Theodor den König beerben könnte.

Wie mir König Laurin gefallen hat, der auf dem Filmfest München gezeigt wurde, habe ich im Festivalblog von kino-zeit.de aufgeschrieben.

König Laurin, Deutschland 2016. Regie: Matthias Lang, 90 Min. FSK 0 (beantragt), empfohlen ab 6 Jahren. Kinostart: 1. September 2016. (Auf dem Filmfest München.)

(Fotos: Filmfest München)

Zum 8. März: Kinderfilme mit starken Mädchen

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Obwohl ich es natürlich besser weiß, war ich kürzlich wieder einmal überrascht, wie wenige Kinderfilme – auch der wirklich guten Filme – starke weibliche Figuren in ihr Zentrum stellen. “Stark” nicht unbedingt im Sinne von physischer oder psychischer Stärke, sondern allein daher, dass sie starke, wichtige Figuren in ihrer eigenen Geschichte sind – fehlerhaft, menschlich, mutig, zaudernd, all das.

Aufgefallen ist mir das erst wieder neulich, als ich nach eben solchen Filmen gefragt wurde und mir spontan nur wenige einfielen; der heutige Internationale Frauentag ist mir aber ein hinreichend guter Anlass dafür, einmal eine subjektive, unvollständige und sicher fehlerbehaftete Liste solcher Filme zusammenzustellen.

Ich habe nur Filme ausgewählt, die ich auch als wirklich gute Filme weiterempfehlen würde; sie sind grob in Alterstauglichkeiten zusammengefasst, die man aber nicht zu ernst nehmen sollte. Die schwierige Frage, welche Filme für welches Kindsalter passen, habe ich hier schon einmal zu beantworten versucht. Jeder Film hat eine kurze Anmerkung dabei; falls es hier im Blog eine ausführlichere Kritik gibt, habe ich sie im Filmtitel verlinkt. Ein Klick auf die werblichen amazon-Links spült ein wenig Geld in meine Kasse. ;-)

Und wenn Ihr noch Ergänzungen habt, bitte immer her damit in die Kommentare – ich freue mich über Eure Hinweise!

Ab 4 Jahren

  • Lotte und das Geheimnis der Mondsteine (amazon)
    Lotte weiß genau, dass sie diesem Geheimnis auf die Spur kommen will: mehr neugierig als abenteuerlustig.
  • Luzie der Schrecken der Straße (TV-Serie; amazon)
    Eigentlich ist es eine Mutprobe, weil Luzie in die Bande aufgenommen werden will; aber die geklaute Knetmasse entwickelt doch ein starkes Eigenleben… (Ein Klassiker.)
  • Pippi Langstrumpf (amazon)
    Die muss ich nicht näher vorstellen, oder?
  • Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (amazon)
    Der wahrscheinlich für kleine Kinder am besten geeignete Film von Hayao Miyazaki, dessen Filme allerdings fast alle mit wunderbaren, komplexen Mädchen- und Frauenfiguren aufwarten können.

Ab 6 Jahren

  • Die geheimnisvolle Minusch (amazon)
    Aus der Katze wird eine kätzische junge Dame, die zunächst etwas unterwürfig und zurückhaltend wirft, aber so ist es nicht, das Wesen der Katzen. Eine bezaubernde, phantastische Abenteuergeschichte aus den Niederlanden.
  • Lola auf der Erbse (amazon)
    Eine kindgerechte Geschichte über Illegalität und Flüchtlinge, mit nur minimal erhobenem Zeigefinger.

Ab 8 Jahren

  • Alles steht Kopf (amazon)
    Wie es zugeht im Kopf eines elfjährigen Mädchens, wunderbar von den Pixar-Studios zu visuellem Leben erweckt.
  • Ronja Räubertochter (amazon)
    Die Figur von Astrid Lindgren ist vielleicht das archetypische wilde, freie Mädchen der Kinderliteratur, und die Verfilmung wird dem mehr als gerecht.

Ab 10 Jahren

  • Chihiros Reise ins Zauberland (amazon)
    Miyazaki at his best; eine magische Reise durch eine Welt voll fremdartiger Kreaturen, in der niemand so ist, wie er oder vor allem sie zunächst erscheint.
  • Clara und das Geheimnis der Bären (amazon)
    Ein Abenteuer zwischen verschiedenen Zeiten.
  • Kletter-Ida (amazon)
    Ein Kinder-Heistmovie, extrem großartig, sehr spannend, und mit einer tollen Hauptdarstellerin.
  • Merida – Legende der Highlands (amazon)
    Merida, schottische Prinzessin, will jedenfalls nicht an irgend jemanden verheiratet werden, sondern will ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das geht allerdings zeitweise sehr, sehr schief.

Ab 12 Jahren

  • Coraline (amazon)
    Ein wunderbarer Stop-Motion-Anmiationsfilm nach einem Buch von Neil Gaiman. Sehr gruselig, sehr beeindruckend, nichts für zarte Gemüter.
  • Die Reise ins Labyrinth (amazon)
    Toller Jim-Hensen-Fantasyfilm mit einem grandios ambivalenten David Bowie als König der Goblins und Jennifer Connelly in der Hauptrolle.
  • Maleficent – Die dunkle Fee (amazon)
    Eine Umerzählung von Dornröschen aus Sicht der bösen Fee, der Angelina Jolie beeindruckende Präsenz verleiht. Liebevoll-ambivalent.
  • Prinzessin Mononoke (amazon)
    Ebenfalls ein Miyazaki-Film aus dem Studio Ghibli, aber diesmal eine Legende, in der es schon auch mal recht blutig zugeht.

So, welche habe ich vergessen?

(Foto: Disney)

Cinderella (2015)

CINDERELLA

Es glitzert, es strahlt, es blinkt und es leuchtet. Als Ella, von ihrer Stief-Familie herablassend Cinder-Ella genannt, sich um ihre eigene Achse dreht und sich das von ihrer Mutter geerbte Kleid langsam in ein hellblaues Ballkleid überirdischer Schönheit verwandelt, da fliegen die kleinen Lichter, strahlt und blitzt es; und am Ende sind nicht nur ihre Haare und das Kleid von kleinen blitzenden Kugeln – oder sind es Kristalle? – bedeckt, es glitzert auch die frei gebliebene Haut. Und vor allem glitzern natürlich die gläsernen Schuhe.

Über allem, was da zu sehen ist, liegt dieses Leuchten wie ein Gitter der visuellen Glückseligkeit, und es ist wahrlich kein Zufall, dass Disney zur Berlinale, auf der Cinderella hierzulande erstmals gezeigt wurde, eine kleine Ausstellung zeigte, zusammen mit dem bekanntesten Hersteller von Nippes aus geschliffenem Glas: Cinderella ist Swarovski für die Leinwand. „Cinderella (2015)“ weiterlesen

Into The Woods (2014)

INTO THE WOODS

Das Wichtigste zuerst: Into The Woods ist eigentlich kein Kinderfilm. Er fällt auch nicht in jene Wohlfühl-Kategorie, die gemeinhin als „Familienfilm“ bezeichnet wird und die – anders als ich diesen Begriff verstehe – meist für Unterhaltung verwendet wird, die aller Ecken, Kanten und Schwierigkeiten beraubt wurde. So Schrott wie Super Buddies zum Beispiel. Der kommt, das darf man da schon einmal anmerken, wie Into The Woods aus dem Hause Disney, was als Rechtfertigung reichen darf, ihn mit Skepsis anzuschauen.

Aber dies ist kein Film über knuddelige Welpen oder sonstige Niedlichkeiten; Into The Woods basiert auf einem Musical von Stephen Sondheim, der für kluge Musical-Unterhaltung bekannt ist und von dem auch der ganz und gar nicht jugendfreie Sweeney Todd stammt. Gleich eine ganze Reihe von Märchen werden hier verbunden zu einer magischen Geschichte, die sich über eine Handvoll Tage (und Nächte) spannt – Rotkäppchen, Rapunzel, Hans und die Bohnenranke (Jack and the Beanstalk), Aschenputtel. Alles versammelt sich mit Wünschen und Begierden im titelgebenden Wald, die Schicksale vermischen sich – und gerade, wenn das Happy End erreicht zu sein scheint, bebt die Erde, und am Ende ist dann alles anders als bekannt und vielleicht auch erwartet… „Into The Woods (2014)“ weiterlesen

Michel-Festival: Das kalte Herz (2014)

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Viele traditionelle Märchen leuchten ja auch deshalb so hell beim Vor- und Selberlesen, weil vergangene Zeiten aus allen ihren Poren strahlen: Sei es in der Sprache, in ungebräuchlichen, altertümlichen Begriffen, sei es in den Dingen, die die Menschen tun, in den Tätigkeiten, die sie ausüben. Wer weiß heute noch, was ein Köhler macht? Für Das kalte Herz, die Erzählung von Wilhelm Hauff ist der Beruf der Hauptfigur allerdings wichtig: Nicht nur ist er ein armer Mann ohne wirkliche Chance auf Aufstieg, er sitzt auch allein im Wald, mit zu viel Zeit für seine eigenen Gedanken und viel zu nah an den Geistern, die zwischen den Bäumen leben.

michelIn Marc-Andreas Bocherts neuer Inszenierung wird aus dieser fremden Welt ein pittoreskes Quasi-Mittelalter, in dem die meisten Menschen zu sauber wirken für die harte Arbeit, die sie verrichten, und Peter Munk, der gerade so erwachsene Köhlersjunge, selbst auf dem Dorffest noch dekorative schwarze Striemen im Gesicht trägt. Natürlich verliebt er sich in Lisbeth, die zugleich der Sohn des reichsten Mannes im Ort begehrt; und da soll ihm das Glasmännchen helfen, das Sonntagskindern wie ihm drei Wünsche erfüllt. „Michel-Festival: Das kalte Herz (2014)“ weiterlesen

Adventsverlosung: Die Schneekönigin

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Mit einer richtig großen Adventsaktion hier im Blog hat es dieses Jahr nicht geklappt – es war zu viel anderes los im Leben jenseits der Kinderfilme. Aber heute und an den zwei verbliebenen Adventssonntagen gibt es kleine Verlosungen (die letzte dann nur auf Facebook und sehr kurzfristig), die dafür entschädigen sollen…

Mit dem russischen Animationsfilm Die Schneekönigin gibt es eine neue Verfilmung des bekannten Märchens zu sehen (DVD, Blu-ray, 3D-Blu-ray).

Vom hohen Norden aus hält die böse Schneekönigin die ganze Welt in ihrem frostigen Griff. Nur Meister Vegard, der letzte Zauberer, gefährdet noch ihre Macht. Denn wer in einen magischen Spiegel des Meisters schaut, erblickt darin sein wahres inneres Wesen. Deshalb fürchtet die Schneekönigin seine Kunst und tötet ihn. Niemand darf erfahren, was hinter ihrer kalten Maske verborgen ist. Doch Vegard hat einen Nachkommen hinterlassen – dieser könnte der Königin genauso gefährlich werden wie sein Vater. Sie entführt den Jungen in ihren Palast und lässt sein Herz zu Eis erstarren. Aber noch immer ist ihr Reich nicht sicher, denn es gibt auch eine Schwester, die sich auf den Weg in den Norden macht, um ihren Bruder zu retten …

cover_dvd_big cover_blu_big Mit freundlicher Unterstützung von Ascot Elite kann ich hier je eine DVD und eine Blu-ray von Die Schneekönigin verlosen.

Um an der Verlosung der Filme teilzunehmen, müßt Ihr nur eine Frage beantworten. Bitte auch unbedingt eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Die Verlosung läuft bis einschließlich 14. Dezember 2013. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt.
„Adventsverlosung: Die Schneekönigin“ weiterlesen