Der kleine Nick (2009)

LE PETIT NICOLAS

Vielleicht mit der Ausnahme von Astérix, dem unbeugsamen Gallier, der beim Weg über die Grenze sein accent aigu verlor, ist Der kleine Nick (Le Petit Nicolas) vermutlich die auch über die Grenzen Frankreichs hinaus bekannteste Figur von René Goscinny. Neben dem erzählerischen Charme der Geschichten dürfte das auch daran liegen, dass Der kleine Nick in Zusammenarbeit mit Jean-Jacques Sempé entstand und daher die visuelle Erinnerung an Nick immer mit den Zeichnungen im bekannten Stil Sempés verbunden ist.

Das ist nicht der einzige Grund, warum man einer Umsetzung der Geschichten als Realfilm skeptisch gegenüberstehen kann, aber er ist gewichtig. Auch die entsprechenden Versuche mit Asterix hatten schließlich damit zu kämpfen, dass das, was gezeichnet witzig, ironisch und originell ist, im real anmutenden Spielfilm, aller CGI-Kunst zum Trotz, oftmals nur lächerlich wirkt.

Meine vollständige Kritik zu Der kleine Nick erschien im Juli 2010 hier auf critic.de.

(Foto: Senator)

Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (2004)

lemony_snicket

In aller Kürze: Der Film hat mich überrascht, wahrscheinlich weil ich eine Jim-Carrey-Gagshow erwartet hatte und dann stattdessen eine überraschend leichtfüßige Abenteuergeschichte serviert bekam. Leichte Kost ist das gleichwohl nicht – eher was für Kinder ab zehn Jahren -, weil den Beaudelaire-Kindern in der Handlung doch so mancher Schicksalsschlag widerfährt, auch wenn es am Ende ein paar weniger sind, als man ursprünglich dachte. Müßte ich etwas kritisieren, so würde ich mir wünschen, dass die Steampunk-Anteile etwas größer hätten sein können und die spezifischen Eigenschaften der Kinder (Erfinderin, Bücherwurm, Allesbeißerin) noch etwas mehr zur Geltung hätten kommen können. „Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse (2004)“ weiterlesen

Sehnsuchtsbücher auf der Leinwand

dermondmann-presse3

Sie kennen das: Wenn eine Literaturverfilmung im Kino läuft, und man kennt das Buch, liebt es womöglich, dann kauft man sich nur mit großer Skepsis ein Ticket. Und ich behaupte jetzt mal: Mit Kinderfilmen ist das eigentlich noch schlimmer. Als seien alle Filme, die sich an Kinderliteratur abarbeiten, zum Scheitern verurteilt. Ich musste jüngst darüber nachdenken, weil nun gerade Der Mondmann ins Kino kam, nach einem Bilderbuch von Tomi Ungerer, aber dazu später.

War früher nicht doch alles besser? Selbst wenn ich die Filme, die ich als Kind gesehen und deshalb vermutlich inzwischen mit einer Patina aus Liebe und Nostalgie versehen habe, heute nochmal ansehe, hebelt mir das dieses Vorurteil nicht aus. Die 2010 auf die Welt erbrochene Fassung von Die Konferenz der Tiere ist jedenfalls um so viel unfassbare Längen schlechter als Curt Lindas gleichnamiger Trickfilm von 1969, man glaubt es kaum.

So beginnt meine neue, nun alle vier Wochen erscheinende Kolumne Sitzplatzerhöhung: Für’s Kind im Kino auf kino-zeit.de, die man in ganzer Länge hier lesen kann.