Filmblog-Adventskalender: Türchen Numero Acht

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Alexander Matzkeit hat in diesem Jahr wieder einen Filmblog-Adventskalender organisiert, eine wunderbare Sache: “24 Tage, 24 Blogger_innen, 24 Geschenkideen”. Eine Geschenkidee muss also her, und das setzt mich ein wenig unter Druck, denn ich mag zu diesem Anlass eigentlich nicht jene Filme empfehlen, die ich schon das ganze Jahr über preise. Vergangenes Jahr habe ich mich aus diesem Dilemma in die Literatur geflüchtet, aber diesmal empfehle ich (in Kürze) einen Film, den ich eigentlich schon länger einmal ausführlicher lobpreisen wollte: Die geheimnisvolle Minusch.

Gesehen habe ich den Film das erste Mal, wenn meine Erinnerung nicht trügt, auf der Berlinale (das müsste dann 2002 gewesen sein), Vincent Bal, der vor zwei Jahren auch noch den ziemlich großartigen Nono, het Zigzag Kind gemacht hat, hat das Kinderbuch von Annie M. G. Schmidt flott, ein wenig träumerisch und märchenhaft inszeniert.

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Minusch schläft tagsüber, nachts unterhält sie sich auf den Dächern mit den Katzen – nicht unbedingt das, was eine junge, anscheinend etwas schreckhafte Dame sonst tun würde. So ist der äußerst schüchterne Kleinstadtreporter Tibbe auch fasziniert von ihr. Da sie ihn bald mit lauter interessanten Geschichten aus der Stadt versorgt, die sie von ihren felinen Freundinnen erfährt, mag er sie auch beruflich bald nicht mehr missen. Und dann kommt er dank Minusch einer wilden Story auf die Spur…

Carice van Houten (auch hierzulande viel zu unbekannt) spielt die junge Frau, die früher mal eine Katze war, mit Grazie und sehr kätzischer Gestik, immer einen hauch zu formal gekleidet, zugleich verbreitet ihr durch ihre Katzeninstinkte erratisches Verhalten gelegentlich höchst anarchisches Chaos. Die bezaubernde kleine Komödie bleibt so stets ein Abenteuer in kindlichen Dimensionen und ist zugleich ein spannender Krimi um Umweltzerstörung und Politik. Leider ist der Film lange nicht mehr neu aufgelegt worden, so dass es keine Blu-rays von Die geheimnisvolle Minusch gibt und auch die DVDs nicht mehr so leicht zu bekommen sind.

Aber das sollte niemanden abhalten: ein wunderbares kleines Weihnachtsgeschenk.

Die geheimnisvolle Minusch (Minoes), Niederlande 2001, Regie: Vincent Bal, 86 Min. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Erhältlich auf DVD.

(Foto: Warner Bros.)

Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)

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Rico ist ein tiefbegabtes Kind – so nennt er sich selbst, weil er sich nicht immer alles so gut merken kann und in seinem Kopf die Gedanken manchmal wie Bingokugeln hin- und herrollen. Aufgeweckt und selbstbewusst ist er glücklicherweise dennoch, trotzdem ist es ein wunderbarer Zufall, der ihn mit Oskar zusammenführt – denn Oskar ist weniger mutig als Rico, dafür aber hochbegabt und kann unter anderem die ersten hundertzehn Primzahlen auswendig aufsagen.

kifife_logo_2014_posEs sind also zwei klassisch gegensätzliche Kinder, die in Andreas Steinhöfels Kinderbuch Rico, Oskar und die Tieferschatten (amazon) aufeinander stoßen – und, wie sich später herausstellt, dies gar nicht so zufällig tun, wie Rico ursprünglich denkt. Aber da ist aus der Geschichte einer seltsamen Freundschaft, erzählt aus den Tagebuchaufzeichnungen Ricos, schon längst zu einer Art Berlinroman für Kinder und einer handfesten Kriminalgeschichte geworden.

Steinhöfel wurde für Rico, Oskar und die Tieferschatten zurecht mit Preisen überschüttet – das Buch ist witzig, einfühlsam, spannend und authentisch. Nicht zuletzt scheint immer wieder durch, dass der Autor selbst zwanzig Jahre lang in der Kreuzberger Dieffenbachstraße gelebt hat, in der auch Rico sein zuhause hat. Und natürlich bedeutet das, dass auch über eine Verfilmung nachgedacht wurde (andere Bücher von Steinhöfel wie Es ist ein Elch entsprungen hat dieses Schicksal bereits ereilt). Im Fall von Rico, Oskar und die Tieferschatten ist daraus ein seltener Glücksfall geworden, der bislang beste deutsche Kinderfilm des Jahres. „Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)“ weiterlesen

Verlosung: Tom und Hacke

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Am 25. Oktober erscheint endlich Tom und Hacke auf DVD (amazon), die fulminante Variation auf Tom Sawyer und Huckleberry Finn als Kinderkrimi in der bayerischen Nachkriegsprovinz (und komplett in lokaler Mundart gehalten). Der Film lief vergangenes Jahr sogar im Kino und gewann u.a. und zurecht den Preis des Verbandes der deutschen Filmkritik als bester deutscher Kinderfilm 2012.

Nach dem Tod seiner Eltern lebt Tom bei seiner Tante Polli. Doch anstatt ihr zur Hand zu gehen, hat Tom nur Streiche im Kopf, die er zusammen mit seinem besten Freund Hacke ausheckt. Leider beschädigt Tom bei einem dieser Streiche Tante Pollis Nähmaschine. Was tun? Von der Nähmaschine hängt nämlich der Lebensunterhalt der ganzen Familie ab.

Zu allem Unglück werden Tom und sein Freund Hacke in dieser Nacht auch noch Zeugen eines Mordes, für den schon bald darauf ein Unschuldiger bestraft werden soll. Doch die beiden haben ja gesehen, wer es wirklich war! Jetzt muss ein raffinierter Plan her, den Mörder zur Strecke zu bringen – und zugleich Tante Polli aus der Patsche zu helfen.

Tom_und_Hacke Mit der freundlichen Unterstützung von good!movies kann ich hier fünf DVDs von Tom und Hacke verlosen.

Um eine der fünf Discs zu gewinnen, müßt Ihr nur eine Frage beantworten. Bitte auch unbedingt eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Die Verlosung läuft bis einschließlich 29. Oktober 2013. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt.
„Verlosung: Tom und Hacke“ weiterlesen

Das Haus der Krokodile (2012)

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Seltsam, diese ausgestopften Krokodile mit den leeren Augen. Und seltsam, dieses merkwürdige Haus, die Wohnung mit den ganzen alten Sachen, die Viktor (Kristo Ferkic) nicht anfassen soll… Alles ist im Übergang am Anfang von Das Haus der Krokodile, der Neuverfilmung einer Fernsehserie aus den 1970ern, die ihrerseits auf einer Erzählung von Helmut Ballott (amazon) beruht – und mittendrin sind die Kinder, Viktor und seine großen Schwestern Cora und Louise (Joanna und Vijessna Ferkic, auch im wirklichen Leben Geschwister des Hauptdarstellers) allein in diesem Haus, die Eltern müssen verreisen, man sieht sie nur für wenige Momente überhaupt im Film.

Stattdessen interessiert sich Viktor mehr und mehr für Cäcilie, die in der gleichen Wohnung lebte und als junges Mädchen im Haus ums Leben kam; er findet ihr gemaltes Tagebuch und hangelt sich an den von ihr dort gegebenen Hinweisen vor zu einem Geheimnis, von dem er glaubt, dass sie es gehütet habe — und dann sieht er auch noch einen Einbrecher in der Wohnung, der kommt und geht, ohne Türen zu öffnen, und natürlich glauben ihm die älteren Geschwister ebensowenig wie die im Haus wohnenden Erwachsenen, die sowieso recht seltsam sind: die grimmige Frau Debisch (Gudrun Ritter) mit ihrem etwas peinlichen erwachsenen Sohn Friedrich (Christoph Maria Herbst) sowie der Untermieter Strichninsky (Waldemar Kobus), der sich mehr als merkwürdig verhält… „Das Haus der Krokodile (2012)“ weiterlesen