Kurzfilm zum Wochenende: Dia de los Muertos (2013)

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Der Film hätte eigentlich gut zum vergangenen Wochenende gepasst, aber da war ich noch nicht mit der Nase darauf gestoßen worden… Der Kurzfilm Dia de los Muertos, die Abschlussarbeit von Lindsey St. Pierre, Kate Reynolds und Ashley Graham, preisgekrönt: “about a little girl who visits the land of the dead, where she learns the true meaning of the Mexican holiday, Dia de los Muertos.” Die Musik und Soundeffekte für das Filmprojekt wurden durch Crowdfunding auf Kickstarter finanziert.

Kein Film für die ganz Kleinen, ein wenig gruselig, aber eben vor allem, dem Geist des mexikanischen Festes entsprechend, voller Liebe und Freude. “Eine wirklich schöne Geschichte, die den Spirit und die Bedeutung dieses Tages wunderbar vorstellt”, wie Eike Kühl so treffend im großartigen Netzfilmblog schrieb.

Schönes Wochenende!

Die Vampirschwestern (2012)

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Möglicherweise bin ich da ein wenig verklemmt, aber mich stört es massiv, wenn in den ersten fünf Minuten eines Filmes schon klar wird, dass die Autorin zu faul war, selbst so eine Kleinigkeit wie die grobe Funktionsweise einer Spiegelreflexkamera zu recherchieren, bevor sie ihren Figuren für die Handlung völlig unlogische Sätze in den Mund legt – wer so schlampt, den interessiert meist auch der Rest des Films überhaupt nicht.

Überraschenderweise wird dann aus Die Vampirschwestern noch eine ziemlich solide Komödie, bei der die vampirischen Gruselmomente allerdings (das wird derzeit zur Regel) zu einem Schwarzen Loch der Abwesenheit zusammengeschrumpft sind bzw. allenfalls folkloristische Bedeutung haben. Denn eigentlich gibt sich der Film die Gestalt einer Culture-Clash-Komödie: eine deutsch-transsilvanische Mensch-Vampirfamilie (mit Christiane Paul und Stipe Erceg als die Eltern Elvira und Mihai Tepes) zieht aus dem weit entfernten Osten mitten in ein klassisches Klinkerhauswohngebiet irgendwo in Deutschland. Kleinstadtleben wird halt erst so richtig schlimm, wenn man nicht mehr zur Schule fliegen darf. „Die Vampirschwestern (2012)“ weiterlesen

Lieblingsfilme (3): Maike von Wegen

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Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute antwortet Maike von Wegen, Autorin, Musikerin und Bloggerin unter dem wunderbaren Titel Mutterseelenalleinerziehend (und so heißt auch ihr Buch).

Als ich ein Kind war, spielte der Fernseher keine große Rolle. Meine Geschwister und ich spielten den ganzen Tag draußen. Ich glaube mich zu erinnern, dass wir einmal in der Woche einen Film sehen durften, aber damals fand ich alle gleich gut. „Lieblingsfilme (3): Maike von Wegen“ weiterlesen

Alfie, der kleine Werwolf (2011)

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Als kleines Baby wurde Alfie seinen Eltern einfach vor die Tür gelegt – die adoptierten das Kind, das ihnen da zur Pflege angedient wurde, und bereiten jetzt seinen Geburtstag vor, den Alfie wird sieben Jahre alt. Pünktlich um Mitternacht aber, draußen scheint der Vollmond, geschieht etwas Seltsames – dem hellblonden Jungen wächst ein weißes Fell, spitze Ohren und eine sehr sensible Nase. Alfie ist ein Werwolf, aber so werden seine Adoptiveltern ihn doch nie akzeptieren? Nur sein Bruder Timmie ist begeistert – endlich ein richtiges Monster in der Familie!

Alfie, der kleine Werwolf ist, wenn man so will, eine Art Kindervariation auf Teen Wolf, in dem seinerzeit Michael J. Fox sich eines Nachts wölfisch verwandelt fand – und wie in dem jüngst als Fernsehserie modernisierten Teenagerfilm damals, mehr Coming-of-Age-Komödie als Monsterfilm, so wird auch hier dem Werwolf das eigentlich Schreckliche seines Daseins genommen. Sogar mehr noch: Harmloser als dieses überdimensionierte Plüschtier (denn so sieht Alfie als Werwolf aus) kann man schier nicht sein, sieht man von ein paar Ausflügen in den Hühnerstall der Nachbarin ab. Aber das Blut, das dabei fließt, bleibt weitgehend offscreen. „Alfie, der kleine Werwolf (2011)“ weiterlesen

Das Haus der Krokodile (2012)

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Seltsam, diese ausgestopften Krokodile mit den leeren Augen. Und seltsam, dieses merkwürdige Haus, die Wohnung mit den ganzen alten Sachen, die Viktor (Kristo Ferkic) nicht anfassen soll… Alles ist im Übergang am Anfang von Das Haus der Krokodile, der Neuverfilmung einer Fernsehserie aus den 1970ern, die ihrerseits auf einer Erzählung von Helmut Ballott (amazon) beruht – und mittendrin sind die Kinder, Viktor und seine großen Schwestern Cora und Louise (Joanna und Vijessna Ferkic, auch im wirklichen Leben Geschwister des Hauptdarstellers) allein in diesem Haus, die Eltern müssen verreisen, man sieht sie nur für wenige Momente überhaupt im Film.

Stattdessen interessiert sich Viktor mehr und mehr für Cäcilie, die in der gleichen Wohnung lebte und als junges Mädchen im Haus ums Leben kam; er findet ihr gemaltes Tagebuch und hangelt sich an den von ihr dort gegebenen Hinweisen vor zu einem Geheimnis, von dem er glaubt, dass sie es gehütet habe — und dann sieht er auch noch einen Einbrecher in der Wohnung, der kommt und geht, ohne Türen zu öffnen, und natürlich glauben ihm die älteren Geschwister ebensowenig wie die im Haus wohnenden Erwachsenen, die sowieso recht seltsam sind: die grimmige Frau Debisch (Gudrun Ritter) mit ihrem etwas peinlichen erwachsenen Sohn Friedrich (Christoph Maria Herbst) sowie der Untermieter Strichninsky (Waldemar Kobus), der sich mehr als merkwürdig verhält… „Das Haus der Krokodile (2012)“ weiterlesen