Kinderfilme als Geschenk: Weihnachten 2016

ZOOTOPIA

Ein Geständnis: Ich finde es etwas seltsam, meinen Kindern Filme unter den Christbaum zu legen. Es fällt mir schwer, das so richtig zu begründen, zumal ich mir mit Begeisterung Filme schenken lasse und sie auch Freund_innen in Geschenkpapier packe. Vielleicht liegt es daran, dass den Kindern die DVD oder Blu-ray wenig gibt, sie ist in der Tat eher Transportmedium; das eigentliche Geschenk, das eigentliche Ereignis ist die (meist gemeinsame) Sichtung, der Heimkinoabend oder, im Winter, -nachmittag.

Aber das muss natürlich niemanden davon abhalten, zu Weihnachten Filme zu verschenken oder zu beschaffen, um sie dann eben zwischen den Jahren anzuschauen. Als kleine Orientierungshilfe habe ich hier ein paar Filme versammelt, die im ablaufenden Jahr auf DVD (meistens neu) erschienen sind – meine Empfehlungen vom vergangenen Jahr oder aus dem Dezember 2014 sind aber natürlich immer noch genauso gültig. Alternative Listen habe ich außerdem hier (meine “ewige” Bestenliste) und hier (Filme nicht nur für starke Mädchen – unbedingt auch in die Kommentare schauen!). Auf beiden finden sich auch Empfehlungen für jüngere Kinder.

Hier nun also meine Weihnachtsempfehlungen 2016 aus dem bunten Strauß der Kinderfilme (der Kauf über amazon.de spült ein wenig Geld in meine Richtung):

Zoomania

Einer der besten Disney-Filme der vergangenen Jahre, ein kindertauglicher Krimi in einer von vermenschlichten Säugetieren belebten Welt – voller Subtext zu Diskriminierung, Rassismus und Gerechtigkeit. Außerdem ein Riesenspaß. Zur ausführlichen Kritik.
(bei amazon.de; ab 8 Jahren)

Der kleine Lord

Nicht gerade ein neuer Film, aber seit diesem November erstmals auf DVD und Blu-ray zu haben: Wie der kleine Cedric seinen misanthropen Großvater verwandelt. Die BBC-Adaption von 1980 mit Sir Alec Guinness ist einer der klassischen Weihnachtsfilme.
(bei amazon.de; ab 6 Jahren)

Rico, Oskar und der Diebstahlstein

Der dritte Film aus der Oskar-und-Rico-Trilogie nach den wunderbaren Romanen von Andreas Steinhöfel. Kinderkrimis, sehr ehrliche Dramen, beglückendes Kino: Diesmal verschlägt es die zwei Jungs an die Ostsee und bis an den FKK-Strand. Wer die drei Filme noch nicht kennt, sollte das dringend nachholen. Zur ausführlichen Kritik.
(bei amazon.de; ab 8 Jahren)

Der Gigant aus dem All

Noch so ein Klassiker, nun neu aufgelegt – ein Animationsfilm von Brad Bird, dem Regisseur, der später wesentlich für die großen Pixar-Filme verantwortlich war. Eine berührende Geschichte über einen Jungen und seinen großen Roboter aus dem All. Zur ausführlichen Kritik.
(bei amazon.de; ab 8 Jahren)

Captain Future – Die TV-Serie

Das war eine der Science-Fiction-Serien, die meine Kindheit wesentlich mit geprägt haben – ab morgen gibt es die Abenteuer um den Captain, Joan, Grag, Otto und Professor Simon Wright endlich wieder in einer vollständigen Ausgabe als Komplettbox aller in Deutschland gezeigten Folgen auf DVD und Blu-ray. (Die limitierte Sonderausgabe enthält auch noch japanische Folgen mit deutschen Untertiteln.)
(bei amazon.de)

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Die Melodie des Meeres

Tomm Moores sehr irischer Animationsfilm ist einer der schönsten Filme der vergangenen Jahre. Getragen von einer ganz eigenen Ästhetik, einer spannenden, mythisch aufgeladenen Geschichte und wunderbarer Musik erzählt der Film ganz nebenbei von großen Dingen: Liebe, Verlust und Loslassen, Trauer und Hoffnung. Zur ausführlichen Kritik.
(bei amazon.de; ab 8 Jahren)

Alles steht Kopf

Pixars Reise durch den Kopf der 11-jährigen Riley, in dem die Emotionen plötzlich ohne “Freude” und “Traurigkeit” auskommen müssen – das ist pures, buntes, phantasievolles Kinoglück. Ein echtes “Must-See”. Zur ausführlichen Kritik.
(bei amazon.de; ab 8 Jahren)

Hördur – Zwischen den Welten

Sozialdrama als Pferdefilm: Das ist ja an und für sich nicht so ungewöhnlich. Aber Ekrem Ergüns Film über die 17-jährige Deutschtürkin Aylin, das zu Sozialstunden auf einem Pferdehof verdonnert wird und dort für sich einen Ausweg findet, ist ungewöhnlich dicht und glaubwürdig.
(bei amazon.de; ab 12 Jahren)

Hayao Miyazaki Collection

Wenn’s mal ein größeres Geschenk sein darf: In dieser Blu-Ray-Kollektion finden sich sämtliche Spielfilme des japanischen Großmeisters Hayao Miyazaki fürs Studio Ghibli: vom eher für kleinere Kinder geeigneten Ponyo – Das große Abenteuer am Meer bis zum härteren Prinzessin Mononoke. Lauter Meisterwerke ohne Ausnahme.
(bei amazon.de)

Und hier noch zwei Empfehlungen von Dauerbrennern aus unserer heimischen Bibliothek – mal andere Medien.

Gunnel Linde: Mit Jasper im Gepäck (Hörbuch)

Dieses von Dieter Mann eingesprochene Hörbuch ist ein ungeahntes Goldschätzchen. Die wilde Geschichte davon, wie Annelie und Nicklas mit ihrer Tante Tinne Urlaub in Kopenhagen machen, dort bei der Tombola im Zoo das Zwergpony Jasper gewinnen und dies dann heimlich ins heimische Stockholm bringen wollen… Es ist ein brüllend komischer Irrsinn in sanften Tönen. Ein großes Glück.
(bei amazon.de; ab 5 Jahren)

Jo Nesbø: Doktor Proktors Pupspulver

Das Buch hatte ich schon einmal anläßlich des leider ziemlich missratenen Films angesprochen und gepriesen; es ist auch perfektes Vorlesematerial für Kinder ab 5, nur sollte man kleineren Kindern das Kapitel ersparen, das aus Sicht der entschlichenen Anakonda geschrieben ist – das ist nämlich etwas zu gruselig. Ansonsten eine wunderbare, phantasievolle Lektüre.
(bei amazon.de; ab 8 Jahren)

(Bilder: Disney, Universum)

Filmische Weihnachten mit Kindern: DVD-Tipps

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Es wird allerhöchste Eisenbahn dafür, dass ich hier noch ein paar Vorschläge machen, was man sich (und den Kindern) zum Weihnachtsfest unter den Baum legen möchte oder wahlweise präventiv besorgen will, um die Feiertage auch filmisch glücklich zu gestalten. Einige meiner Vorschläge hier habe ich schon vor zehn Tagen auf filmstarts.de geäußert, hier ergänze ich sie noch um einige weitere Titel, ungefähr nach Jahresangaben gestaffelt. Die Filmtitel verlinken jeweils auf meine ausführlichen Kritiken; über Einkäufe per amazon freue ich mich, weil sie ein wenig Geld in meine Richtung spülen, von dem ich mir dann möglicherweise eine Pupskanone gönne. Auf die bin ich schon seit Monaten scharf.)

Für Kinder ab 4 Jahren:

Quatsch und die Nasenbärbande: Herrlich anarchische Geschichte um eine Kitagruppe, die sich ihre Großeltern nicht nehmen lassen will. Zwischendruch glaubt man, das Filmteam habe zu viele bewusstseinserweiternde Substanzen zu sich genommen, dafür gehen die Kinderdarsteller_innen so richtig aus ihrer Haut. (amazon)

Für Kinder ab 6 Jahren:

Shaun das Schaf – der Film: Dass Shaun vorher eigentlich nur in Fünfminütern zu sehen war, sieht man dem Shaun-Kinofilm keineswegs an. Ihr Versuch, den Bauer aus den Fängen seiner Amnesie und der großen Stadt zu befreien, bleibt zwar – für kleine Kinder sehr angenehm – immer ein wenig episodenhaft, macht aber zugleich einen großen Spannungsbogen auf. Und die Animation ist natürlich eh klasse. (amazon)

Die geheimnisvolle Minusch: Das ist so ein Film, den kann ich schier nicht genug preisen, zumal ihn viel zu wenige Leute kennen. Jetzt ist er neu und erstmals auch auf Blu-ray herausgekommen, man kann also noch schärfer der zur Menschin gewordenen Katzendame Minusch dabei zusehen, wie sie einem zu freundlichen Provinzreporter behilflich ist. Eine tolle, leicht magische Abenteuergeschichte. (amazon)

Es war einmal… das Leben: Für mich war das die volle Kanne Nostalgie. Die Titelmelodie dieser hochgradig seltsam-pädagogischen Animationsserie schwingt aus meiner Kindheit bis heute, vor allem aber sind meine Kinder davon hellauf begeistert; sie lassen sich nur zu gern mit Maestro und den anderen durch die Blutbahn schippern und lernen alles Mögliche (weitgehend medizinisch korrekte) über den menschlichen Körper. (amazon)

Für Kinder ab 8 Jahren:

Das Königreich der Katzen: Einer der etwas unbekannteren Filme aus dem Studio Ghibli. Hiroyuki Morita Animationsfilm ist geradliniger und reduzierter als etwa die Filme von Miyazaki, aber das Übernatürliche vermischt sich hier immer noch ganz selbstverständlich mit dem Gewohnten. Und ein wenig spannend ist es schon auch, ob das Mädchen Haru wohl heil aus dem titelgebenden Königreich zurückkehren wird… (amazon)

Minions: Zu dem Film um die gelben Tic-Tac-Bonbons (wahlweise: Pillen für Bluthochdruck) muss ich wahrscheinlich nicht viel sagen. Dieses Prequel hat nicht ganz den Charme der beiden Ich, einfach unverbesserlich-Filme, aber die Kinder saugen das trotzdem auf. Eine sehr mainstreamige Wahl, bei der man aber alle außer harte Minions-Verächter glücklich macht. (amazon)

Winnetous Sohn: Junge will gegen alle Widrigkeiten (unter anderem seine eigene Unsportlichkeit sowie die Gleichgültigkeit seiner getrennt lebenden Eltern) bei den Festspielen den Sohn des Winnetou spielen. Gelegentlich mit etwas zu viel Pathos, aber sonst sehr gelungen und witzig. (amazon)

Auch noch gut:

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Für Kinder ab 10 Jahren:

Ostwind 2: Kein perfekter Film, stark auf das Segment der weiblichen Pferdefans ab zehn ausgerichtet, aber eine grundsolide, unterhaltsame Geschichte. Für Freundinnen des etwas besseren ersten Films führt daran wahrscheinlich eh kein Weg vorbei. (amazon)

Reuber: Eine unabhängige Produktion, ganz und gar nicht gewöhnliches Kino. Es wird viel gebrüllt in diesem Film, vom Räuber Reuber, von dem komischen Magier und auch sonst. Die Geschichte erzählt ein Vater seinem Sohn, es geht nicht nur ein wenig um Trennung/Scheidung und ihre Schwierigkeiten, aber auch so etwas wie (vor allem männliche) Identität. Lustig und rauh und ungebürstet, mit Geschlechterbildern, die mir noch nicht ganz geheuer sind, aber zugleich bemerkenswert und sehr aufregend. (amazon)

Manolo und das Buch des Lebens: Wilder, bunter, ausgelassener Animationsfilm, dessen Handlung sich vor dem Hintergrund des mexikanischen Tag der Toten abspielt – und bei dem eine Reise in die Welt der Toten noch die geringste Aufregung verursacht. Voll schöner Bilder und Musik, aber ein wenig gruselig. (amazon)

Für Kinder ab 12 Jahren:

Giraffada: Politik aus dem Blickwinkel einer kleinen Abenteuergeschichte, das Kleine im Großen. Wie schmuggele ich eine Giraffe von Israel in den Gaza-Streifen? Ernst, atemberaubend schön und witzig. (amazon)

Die Legende von Prinzessin Kaguya: Der schönste Animationsfilm, der 2014 in die Kinos kam. Isao Takahatas Film lässt sich jenseits des Titels nicht in wenigen Worten zusammenfassen, deshalb nehme ich den Pathos meiner eigenen Besprechung auf: “Ein gezeichnetes Epos über das Freiheitsgefühl, das die Kirschblüten bringen, und über den Abschied, den das Mondlicht verheißt.” Gerne nachlesen, dann bitte selbst genießen! (amazon)

Sonstige Tipps:

Ich habe hier jetzt nur Titel aufgeführt, die auch 2015 fürs Heimkino (wieder) neu erschienen sind. Aber deswegen werden ältere Filme ja nicht schlechter. Deshalb haben auch meine Vorschläge aus dem vergangenen Jahr noch ihre Gültigkeit; und meine hier zusammengetragene Liste mit exzellenten Kinderfilmen lässt sich genauso zum Stöbern nutzen und ist voller toller Empfehlungen.

Und wenn Ihr gerade in Weihnachtsstimmung seid, könnt Ihr gerne, falls es Euch dieses Blog wert ist, auch mir eine kleine Freude machen, wenn Ihr mögt. ;-)

(Fotos: Zorro Film, Universal)