Zum 8. März: Mehr als starke Mädchen

Heute ist wieder Internationaler Frauentag, auch gerne Frauenkampftag, und ich könnte wieder starke Mädchen im Kinderfilm zusammenstellen, aber das habe ich schon vergangenes Jahr getan, und die Liste – samt der vor allem großartigen Kommentare! – ist ja leicht aufzufinden. Ich könnte sie bei Gelegenheit um ein paar Figuren und Filme erweitern – Zoomania mit Judy Hopps fällt mir da ebenso ein wie Vaiana und Der lange Weg nach Norden, von Molly Monster zu schweigen. Weitere Vorschläge gerne dort in den Kommentaren noch ergänzen!

Das ist natürlich schön und gut. Aber diese Sache mit Gleichberechtigung und Feminismus ist mit starken Mädchenfiguren natürlich noch nicht ausgestanden. Um einen Schritt weiterzugehen, habe ich mir vorgenommen, in den nächsten Wochen (und jedenfalls für neu besprochene Filme) hier im Blog das neue F-Rating hier einzuführen, das Filme danach markiert, inwieweit Mädchen und Frauen darin zentrale Rollen spielen und in welcher Weise Frauen an der Produktion beteiligt sind:

The F-Rating is applied to all films which are directed by women and/or written by women and/or have significant women on screen. If a film has all three, it recieves a TRIPLE F-Rating, our gold standard.

Im Guardian findet sich ein wenig zum Hintergrund, vor allem aber die schöne Nachricht, dass mit der IMDb die weltweit größte Online-Datenbank zu Filmen die Einstufung bereits übernommen hat. Schaut man dann dort nach, welche Filme als “F-Rated” im Genre “Family” (das kommt der Einstufung “Kinderfilm” wohl noch am nächsten) zu finden sind, wird schnell klar: Da muss noch viel justiert und nachgetragen werden.

Und was dann ja auch schön wäre, bei dieser Gelegenheit: Wenn auch queeres Leben – schwule Eltern, lesbische Freundinnen – ganz selbstverständlich seinen Platz in Kinderfilmen fände. Das gibt es aber nach wie vor nicht wirklich.

Stattdessen gibt es in der neuen Disney-Realverfilmung von Die Schöne und das Biest eine Figur, die sich als klar schwul präsentieren soll, und diese Nachricht, die eigentlich keine sein sollte, geht mit freundlicher Unterstützung bigotter Reaktionäre weltweit natürlich durch alle Medien.

Dabei erklärt Beatrice Behn auf kino-zeit.de sehr genau, dass dieses stolze Vorzeigen einer schwulen Nebenfigur nicht progressiv ist, sondern einfach nur peinlich:

Schöner wäre es natürlich, wenn Disney queere Charaktere ohne diesen ganzen Vorurteils- und Klischee-Schmu hinkriegen würde. Kann ja nicht so schwer sein. Im Jahr 2017.

Es gibt also immer noch viel zu tun, sehr viel. Derweil für die Eltern: Ein paar größtenteils nicht kindertaugliche Filmtipps zum Frauenkampftag.

(Fotos: Filmfest München, Disney)

Zum Internationalen Frauentag: Heldinnen des Kinderfilms

merida-bogenschiessen

Heute ist Internationaler Frauentag, und zu diesem Anlass hatte ich vergangene Woche auf Twitter einmal herumgefragt, was Eure liebsten Heldinnen im Kinderfilm seien. Hier sind Eure Nennungen (und ein dickes Dankeschön an @Autofocus, @dasnuf, @grindcrank, @leitmedium, @luebue, @mkophal, @searchparty, @TiniDo, @Xoph_vienna und @ZuvielZeug für Eure Antworten!):

  • Prinzessin Mononoke
  • Die rote Zora
  • Mary Poppins (namentlich die fürs Frauenwahlrecht kämpfende Mutter)
  • Momo
  • Kletter-Ida (das dänische Original, nicht Catch That Kid)
  • Mulan
  • Bibi Blocksberg
  • Bianca aus Bernard und Bianca – Die Mäusepolizei

Außerdem schon leicht changierend in Richtung Jugendfilm:

  • Ostwind (Mika)
  • Juno

Ich würde gerne noch hinzufügen:

  • AninA
  • Coraline,
  • Die Hauptfigur aus Merida – Legende der Highlands
  • Sarah aus Die Reise ins Labyrinth,
  • Luzie, der Schrecken der Straße,
  • Chihiros Reise ins Zauberland (Chihiro) und natürlich – die hatte ich in meiner ersten Frage ausgeschlossen
  • die Lindgren’schen Heldinnen Ronja Räubertochter sowie Pippi Langstrumpf.

Fallen Euch noch weitere Kandidatinnen und starke Mädchen ein?

(Foto: Disney/Pixar)