Die Konferenz der Tiere (1969)

Bildschirmfoto 2013-04-29 um 09.08.09

Welche Herausforderung es sein kann, Kinderbücher zu verfilmen, Klassiker zumal, habe ich vor einigen Wochen in einer Kolumne schon beschrieben – Filmemacher_innen haben da sicher keine leichte Aufgabe, zumal wenn sie auf schier nicht erfüllbare Erwartungen seitens der Zuschauer_innen – Erwachsene wie Kinder – treffen. Unmittelbar beobachten kann man das bei Die Konferenz der Tiere: Die recht neue Verfilmung, computeranimiert und in 3D, nimmt sich große, sehr große Freiheiten heraus (was nicht per se schlecht ist), schafft aber nicht mehr als eine aktualisierte und reduzierte Version von Erich Kästners Kinderbuch auf die Leinwand zu schicken, die sich zu sehr in Effekten und Action verliert.

Curt Lindas Verfilmung von 1969 hingegen ist nicht nur ein Klassiker, sondern schafft es außerdem sehr präzise, dicht am Text zu bleiben, ohne deshalb Sklave des Textes zu sein; stattdessen fügt sie in Ton und Bild viel hinzu und entwickelt daraus ein Ganzes, das für sich wieder ganz harmonisch schwingt.

Auf der Bildebene nutzt er eine ganz eigene Ästhetik und groteske Komik, die sich direkt aus der Technik des Zeichentricks ergibt; da fliegt ein Affe schier minutenlang herum, bis ihn jemand darauf hinweist, dass er ja nicht fliegen könne; und kindliche Phantasiemaschinen und -fabriken stehen in großer Zahl herum, die zugleich in ihren mechanistischen Abläufen die Strukturen einer unmenschlich organisierten Gesellschaft widerspiegeln. „Die Konferenz der Tiere (1969)“ weiterlesen