Cars 3: Evolution (2017)

Ein Gastbeitrag von Hanno Zulla

Man kann Cars 3: Evolution eigentlich nicht ausschließlich als Film betrachten.

Wenn es dennoch zunächst einmal macht, darf man sich positiv überraschen lassen. Der Film hat sowohl die anwesenden Kinder (zwischen sechs und acht Jahre alt) als auch ihre Eltern bestens unterhalten. Denn aus dieser Perspektive ist Cars 3: Evolution ein lupenreiner Sportlerfilm.

Im ersten Teil trat der junge, erfolgshungrige Rennwagen Lightning McQueen an, den alten Champion vom Thron zu stoßen. Auf dem Weg zum Sieg im „Piston Cup“ musste der arrogante und selbstverliebte Jungspund aber erst einmal den Wert von wahrer Freundschaft und Bescheidenheit lernen, bevor er am Ende als ein besserer Mensch, äh, Rennwagen tatsächlich zum großen Sportler werden konnte.

Wie es sich für eine Fortsetzung gehört, muss sich der alternde Champion nun einem neuen Herausforderer stellen und zeigen, ob er immer noch das Zeug zum Sieg hat. Eine neue Generation Rennwagen tritt im „Piston Cup“ an, sie pfeifen auf die Leistungen der alten Rennwagen. Und Jackson Storm ist der schnellste von ihnen.

Das Team von Lightning McQueen ist derweil bei einem neuen Sponsor unter Vertrag – und Lightning bekommt eine junge Trainerin zur Seite gestellt, mit der er wieder zu seiner Topform finden soll.

So weit, so altbekannt. Als Eltern können wir natürlich reichlich mit unseren Windschutzscheibenaugen rollen, denn der Film hakt nach Schema F wirklich alle vertrauten Klischees des Sportlerfilm-Genres ab. Aber das wäre zugleich unfair, denn selbst erfahrene Genrefilm-Fans gehen ja ins Kino, weil sie die dazugehörigen Regeln kennen und lieben. Wenn ich meine Kinder zu einem ihrer ersten Genrefilme ins Kino begleite, dann ist mir wichtig, dass dessen Macher ihr Handwerk verstehen. So wie hier.

Geplagte Eltern werden aber nicht übersehen können, dass Cars 3: Evolution auch (und vielleicht vor allem) ein Produkt ist. Im Spielzeugladen nebenan steht schon die Merchandise-Flut bereit, und die Kinder drücken sich an der Scheibe die Nase platt. Die Masche funktioniert.

Welch Ironie, dass es im Film auch darum geht, ob Lightning es noch einmal wissen will – oder ob es nicht doch Zeit ist, die Karriere zu beenden und mit Sponsorendeals so richtig Kasse zu machen. Ausgerechnet das ist – im dritten Teil des am stärksten vermarkteten Pixar-Franchises überhaupt – also der zentrale Konflikt.

Zugleich kann man das den Machern aber kaum übel nehmen. Cars 3: Evolution mag glatt sein, jede Wendung im Drehbuch vorhersagbar, aber der Film fühlt sich nicht kaltherzig kalkuliert an, hier wird wirklich eine Sportler-Geschichte erzählt.

In einem Aspekt fällt der Film allerdings doch enttäuschend durch seine Haltung auf. Der verkorkste Vorgängerfilm Cars 2 war als Agentenfilm-Parodie zwar nur für Erwachsene wirklich genießbar, aber immerhin machte sich der Film vorsichtig und kindgerecht Gedanken über „Big Oil“ und über Alternativen zu fossilen Brennstoffen.

Davon ist hier nichts mehr zu spüren. Speed ist toll, Motorengebrumm ist super, Motorengebrumm von Oldtimern noch mehr, schwarze Abgaswolken stehen für kraftvolle Starts. Aber klar, die Welt des Films dreht sich um lebende Rennautos, was habe ich auch erwartet? Jackson Storm und seine Bande von Halbstarken kommen leise angesummt – mannomann, haben sie das echt gemacht, könnten das wirklich Elektroautos sein? Aber nein, auch sie tanken den Stoff von Dinoco, dessen Ölbaron-Chef hier wieder einer der Guten ist.

Stattdessen macht es der Film zu einer zentralen These, dass man besser am Strand in der Realität statt im Computersimulator trainiert. Das ist nicht nur eine Standarderzählung aus jedem Underdog-Sportlerfilm, es wirkt in einem vollständig computergenerierten Film auch etwas eigenartig.

Und irgendjemand muss mir mal erklären, warum Lightning McQueen im Ruhestand Werbung für einen Grill machen soll. Essen lebende Autos eigentlich Würstchen?

Hanno Zulla schreibt Software, lebt in Hamburg und guckt mit seinen beiden Kindern sehr gerne Zeichentrickfilme.

Cars 3: Evolution (Cars 3), USA 2017. Regie: Brian Fee, 102 Minuten. FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren. Kinostart: 28. September 2017.

(Bilder: Disney/Pixar, Screenshot aus diesem Trailer, privat)

Verlosung: Cars 3 – Evolution

Am 28. September 2017 kommt der dritte Film der Cars-Reihe ins Kino, der (hoffentlich) zu den Ursprüngen des ersten Films zurückkehrt und den sehr abseitigen Agenten-Plot von Cars 2 hinter sich lässt…

Das legendäre Rennauto Lightning McQueen wird von einer neuen Generation Rennwagen aus dem Sport verdrängt. Um wieder mithalten zu können, geht er bei der jungen Renntechnikerin Cruz Ramirez erneut in die Schule. Es geht wieder um den Piston Cup…

Mit der freundlichen Unterstützung von Walt Disney Germany kann ich hier zweimal zwei Kinotickets für Cars 3 – Evolution verlosen. Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine einfache Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 26. September 2017. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
„Verlosung: Cars 3 – Evolution“ weiterlesen

Kurzfilm zum Wochenende: Eine Blume für Minnie (2017)

Immer noch: vor allem Liebe. Heute zur Abwechslung mal einen kleinen Mickey-Mouse-Kurzfilm: Die Maus auf der Suche nach der genau richtigen Blume für Minnie. An der sind aber auch andere interessiert…

Schönes Wochenende!

Verlosung: Die Schöne und das Biest

Am kommenden Donnerstag, den 16. März, startet in den Kinos das Remake des Disney-Trickfilmklassikers Die Schöne und das Biest als Realverfilmung (mit reichlich Computereffekten) mit Emma Watson und Dan Stevens in den Titelrollen sowie Luke Evans als Gaston.

Belle lebt mit ihrem leicht exzentrischen Vater Maurice ein beschauliches Leben, das nur durch die Avancen des Dorfschönlings Gaston gestört wird. Doch als Maurice auf einer Reise in die Fänge eines Ungeheuers gerät, bietet Belle ihre Freiheit im Austausch gegen das Leben ihres Vaters an. Trotz ihrer Furcht freundet sie sich mit den verzauberten Bediensteten im verwunschenen Schloss des Biests an. Mit der Zeit lernt sie auch hinter dessen abscheuliche Fassade zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit…

Mit freundlicher Unterstützung von Disney kann ich hier im Blog zweimal zwei Kinotickets für den Film verlosen (gültig in allen Kinos deutschlandweit, die den Film regulär spielen).

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine einfache Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 17. März 2017. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
„Verlosung: Die Schöne und das Biest“ weiterlesen

Zum 8. März: Mehr als starke Mädchen

Heute ist wieder Internationaler Frauentag, auch gerne Frauenkampftag, und ich könnte wieder starke Mädchen im Kinderfilm zusammenstellen, aber das habe ich schon vergangenes Jahr getan, und die Liste – samt der vor allem großartigen Kommentare! – ist ja leicht aufzufinden. Ich könnte sie bei Gelegenheit um ein paar Figuren und Filme erweitern – Zoomania mit Judy Hopps fällt mir da ebenso ein wie Vaiana und Der lange Weg nach Norden, von Molly Monster zu schweigen. Weitere Vorschläge gerne dort in den Kommentaren noch ergänzen!

Das ist natürlich schön und gut. Aber diese Sache mit Gleichberechtigung und Feminismus ist mit starken Mädchenfiguren natürlich noch nicht ausgestanden. Um einen Schritt weiterzugehen, habe ich mir vorgenommen, in den nächsten Wochen (und jedenfalls für neu besprochene Filme) hier im Blog das neue F-Rating hier einzuführen, das Filme danach markiert, inwieweit Mädchen und Frauen darin zentrale Rollen spielen und in welcher Weise Frauen an der Produktion beteiligt sind:

The F-Rating is applied to all films which are directed by women and/or written by women and/or have significant women on screen. If a film has all three, it recieves a TRIPLE F-Rating, our gold standard.

Im Guardian findet sich ein wenig zum Hintergrund, vor allem aber die schöne Nachricht, dass mit der IMDb die weltweit größte Online-Datenbank zu Filmen die Einstufung bereits übernommen hat. Schaut man dann dort nach, welche Filme als “F-Rated” im Genre “Family” (das kommt der Einstufung “Kinderfilm” wohl noch am nächsten) zu finden sind, wird schnell klar: Da muss noch viel justiert und nachgetragen werden.

Und was dann ja auch schön wäre, bei dieser Gelegenheit: Wenn auch queeres Leben – schwule Eltern, lesbische Freundinnen – ganz selbstverständlich seinen Platz in Kinderfilmen fände. Das gibt es aber nach wie vor nicht wirklich.

Stattdessen gibt es in der neuen Disney-Realverfilmung von Die Schöne und das Biest eine Figur, die sich als klar schwul präsentieren soll, und diese Nachricht, die eigentlich keine sein sollte, geht mit freundlicher Unterstützung bigotter Reaktionäre weltweit natürlich durch alle Medien.

Dabei erklärt Beatrice Behn auf kino-zeit.de sehr genau, dass dieses stolze Vorzeigen einer schwulen Nebenfigur nicht progressiv ist, sondern einfach nur peinlich:

Schöner wäre es natürlich, wenn Disney queere Charaktere ohne diesen ganzen Vorurteils- und Klischee-Schmu hinkriegen würde. Kann ja nicht so schwer sein. Im Jahr 2017.

Es gibt also immer noch viel zu tun, sehr viel. Derweil für die Eltern: Ein paar größtenteils nicht kindertaugliche Filmtipps zum Frauenkampftag.

(Fotos: Filmfest München, Disney)

Kinderfilme: erste Highlights für 2017

courgette

Ich finde es bei Kinderfilmen immer schwierig, sinnvoll vorherzusagen, welche Filme im Lauf eines Jahres wirklich, wirklich interessant sein werden; denn gerade die kleineren, spannenden Produktionen bekommen oft erst sehr kurzfristig (falls überhaupt) einen Starttermin für die Leinwände, und nicht wenige werden vorher zu kleinen, glitzernden Überraschungen etwa auf der Berlinale im Februar, dem Goldenen Spatz oder dem Filmfest München im Juni.

So ist der Blick auf die bisher bekannten Kinostarts des Jahres auch ein wenig Kaffeesatzleserei und Hörensagen – und die Datenbasis hat eine starke Schlagseite zu amerikanischen Großproduktionen, für die es jetzt schon sichere Kinostarts gibt. Die kleineren Produktionen werden sich erst im Lauf der Monate dazwischen gesellen, und auf sie darf man sich oft besonders freuen.

Ich habe hier einmal kurz und knapp die Kinderfilme zusammengefasst, auf die ich mich in diesem Jahr wirklich freue, und sie nach Kinostart sortiert. Habt Ihr andere Favoriten? Die Liste aller aktuell bekannten Kinostarts 2017 findet Ihr hier – ich freue mich auf Eure Meinungen!

Sieben Minuten nach Mitternacht

Die Verfilmung des wunderbaren Buches A Monster Calls startet am 9. Februar in den deutschen Kinos – und ist sicherlich ebensowenig etwas für kleinere Kinder wie der Roman von Siobhan Dowd und Patrick Ness: Eine düstere Geschichte über einen Jungen, dessen Mutter stirbt und der niemanden hat, dem er sich anvertrauen kann und der ihn versteht – außer dem Monster da draußen, dem riesigen Baum. Das Buch hat mich in ein schniefendes und schluchzendes Häufchen inmitten gebrauchter Taschentücher verwandelt, und wenn die eigenen Kinder das vielleicht auch noch nicht sehen können oder sollen – das Buch ist eigentlich Pflichtlektüre für Eltern, und der Film soll, nach allem, was man hört, seiner Vorlage Ehre erweisen. Ich bin sehr gespannt.

The Lego Batman Movie

Am gleichen Tag knackiges Kontrastprogramm: The Lego Batman Movie ist ein Spin-Off von The Lego Movie, in der (diese Variante von) Batman ja schon einen Auftritt als nicht unbedingt selbstbewusste Figur hatte. Der Trailer verspricht ein ebenso unterhaltsames, womöglich deutlich actionlastigeres und vielleicht noch klamaukigeres Abenteuer; aber wenn dafür das linkisch angeklebte Ende aus dem ersten Film nicht wiederholt wird, nehme ich das gerne in Kauf.

Mein Leben als Zucchini

Dieser schweizerisch-französische Animationsfilm hat schon enorm viele Lorbeeren bei den Kritiker_innen anderswo eingeheimst – die Geschichte um den kleinen Jungen Zucchini, der nach dem Tod seiner Mutter in ein Waisenhaus kommt, war bei den Golden Globes als bester Animationsfilm nominiert. Ich werde ihn hoffentlich in den nächsten Tagen sehen – es spricht aber alles dafür, dass dies einer der interessantesten Kinderfilme des Jahres sein wird. (Kinostart: 16. Februar)

Die Schöne und das Biest

Wenn am 16. März diese Realvariation auf den Disney-Klassiker von 1991 ins Kino kommt, sind dann auch erst einmal die spannenden Kinderkinostarts der ersten Monate abgehakt – und die kleineren sowieso. Ich sehe mich außerstande vorab auch nur zu vermuten, ob Emma Watson (Hermione aus den Harry Potter-Filmen) als Belle hier nur in einem CGI-Spektakel rumhopst, oder ob der Film die Verhältnisse zum Tanzen bringt. Ich war allerdings auch von Cinderella wenig begeistert, während andere Kritiker_innen von der Aschenputtel-Realverfilmung völlig verzaubert waren. Also ist mein Urteil hier sicher nicht unfehlbar.

Ich – Einfach unverbesserlich 3

Nach dem stellenweise netten, insgesamt eher vergurkten Minions-Spin-Off versucht sich Regisseur Pierre Coffin jetzt doch noch einmal an Gru samt Partnerin Lucy als Hauptpersonen – da der erste Film wirklich großartig war, gebe ich die Hoffnung nicht auf, dass ab 6. Juli zumindest brüllend komische Familienunterhaltung in den Kinos aufschlägt.

Cars 3

Der erste Hinweis auf Cars 3 tauchte unvermittelt auf – und machte einen auch visuell ganz anderen Eindruck als die ersten zwei Cars-Filme. Mit dem dritten Trailer hat sich das nun schon wieder etwas angeglichen – und ich bin skeptisch, aber ich mochte die Reihe noch nie besonders: Zu viele Stereotype, zu wenig Selbstironie, zu viel Krach und definitiv viel zu viel Merchandise. Der zweite Film war außerdem einfach nur bescheuert. Ein bisschen Hoffnung bleibt (hey, es ist Pixar) – aber vielleicht wird aus Cars 3 auch nur ein weiterer Versuch, möglichst viel Geld abzuschöpfen. (Kinostart: 28. September)

Coco

Über Coco, der am 23. November starten soll, weiß man noch nicht so viel – außer dass der Pixar-Film in Mexiko spielt und thematisch um den Dia de los Muertos, den Tag der Toten, kreisen soll.

Paddington 2

Der Bär aus dem finstersten Peru kehrt am 7. Dezember, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft, in die Kinos zurück. Die Handlung des Films setzt wohl unmittelbar nach dem ersten Film ein, da Paddington sich auf den 100. Geburtstag seiner Tante Lucy vorbereitet. Ich kann nur hoffen, dass die Handlung diesmal ohne eine unnötig aufgedrehte antagonistische Figur auskommt, denn dies war das Einzige, was meinen Kinder und mir beim ersten Film den Spass so richtig verhagelt hatte.

(Foto: polyband Medien)