Mehr Freiheit, mehr Ruhe, zum Donnerdrummel!

Ich neige über Weihnachten und zum Jahreswechsel zur Nachdenklichkeit. Das ist gewiss nichts, was mich besonders aus der großen Masse heraushebt, auch wenn die Gedanken – die sich gerne in Vorsätzen für das neue Jahr und schmalzigen Filmabenden äußern – vermutlich sehr häufig in Geschäftigkeit ertränkt werden. Jedenfalls hat es bei mir, glaube ich wenigstens, nicht einmal besonders viel mit den konkreten Feiertagen zu tun, die begangen werden, sondern eher damit, dass ich endlich einmal Zeit habe, Gedanken überhaupt ein wenig im Gehirn hin- und herschaukeln zu lassen.

Eltern wissen, vielleicht noch genauer als andere Menschen, wovon ich rede. Vielleicht ist es aber natürlich auch die Jahreszeit: Man kann einfach weniger unternehmen, ist durch Sturm oder Schnee vielleicht sogar im Heimischen gefangen. So wie die Mattis-Räuber in Ronja Räubertochter, den wir heuer zwischen den Jahren mit den Kindern angesehen haben. Als der Winter einbricht und die Wolfsklamm, der Weg zur Burg, nicht mehr passierbar ist, fragte das jüngere Kind: Und was machen sie dann die ganze Zeit?

Zur Antwort sieht man sie in der nächsten Szene essen, tanzen und (nicht immer ganz perfekt) singen, aufs Beste unsere Antwort untermalend: Sie müssen sich halt unterhalten. Ronja Räubertochter ist ein beglückender Film, und diese Sichtung mit Kindern war eine sehr erhellende Erinnerung daran, was ihn so besonders macht und von vielen anderen Kinderfilmen überdeutlich absetzt.

Was das genau ist, habe ich in meiner Kolumne für kino-zeit.de genauer aufgeschrieben.

(Foto: Jugendfilm)

Berlinale 2014: Michel & Ida aus Lönneberga (2013)

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(Update: Der Film erscheint am 5. Mai 2014 auf DVD.) Man muss Michel aus Lönneberga in Deutschland natürlich nicht mehr vorstellen. Der kleine Junge aus Astrid Lindgrens Welt (der im Original übrigens Emil heißt und hierzulande wohl wegen der Namensähnlichkeit zu einem anderen Jungen umbenannt wurde) ist wohlbekannt, sein Missgeschick mit der Suppenschüssel schon Folklore – und all das schon oft vorgelesen und auch auf diverse Arten und Weisen verfilmt.

In Schweden, Lindgrens Heimat, hat man sich dennoch diese neue Fassung nicht nehmen lassen: als Zeichentrickversion, ganz nett und niedlich animiert und scheinbar ohne großen elektronischen Aufwand. Dafür kann die Fassung im Original mit Astrid Lindgrens Stimme punkten, die (vermutlich von einer Hörbuchaufnahme übernommen) die Ereignisse erzählerisch verbindet: Michel geht betteln, lässt versehentlich den recht wilden Schafbock raus, dann werden die Eier zerschlagen, die er mit Ida suchen sollte… und Ida will auch endlich mal was Böses machen und dafür in den Schuppen geworfen werden. „Berlinale 2014: Michel & Ida aus Lönneberga (2013)“ weiterlesen

Lieblingsfilme (5): Martin Beck

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Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute antwortet Martin Beck, Herausgeber von reihesieben.de.

Welches ist dein liebster Kinderfilm?

Der liebste Kinderfilm ist gleichzeitig der erste Film, an den ich mich bewusst erinnern kann – eine wahrscheinlich nicht ganz ungewöhnliche Kombination, die in diesem Fall allerdings nicht nur nostalgischer Rahmen ist, sondern auch noch einen wirklich guten Film serviert, der mich damals vollkommen aufgewühlt und zerflennt zurückgelassen hat: Die Brüder Löwenherz, die Verfilmung des gleichnamigen Buchs von Astrid Lindgren. „Lieblingsfilme (5): Martin Beck“ weiterlesen

Lieblingsfilme (2): Till Westermayer

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Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute schreibt dazu der Blogger Till Westermayer.

Die Frage nach unseren Lieblingskinderfilmen ist gar nicht so einfach zu beantworten. Erstens kann ich meine Kinder urlaubsbedingt gerade nicht danach fragen, muss mich also auf Beobachtungen verlassen. Und zweitens ist unsere Medienrezeption möglicherweise ungewöhnlich, soll heißen: Es gibt keinen Fernseher, aber DVD-Player und das allgegenwärtige Tablet. Das hat gewisse Auswirkungen darauf, was überhaupt – mal abgesehen von gelegentlichen Kinobesuchen – gesehen werden kann.

Bei meiner siebenjährigen Tochter würde ich ganz klar sagen, dass Ronja Räubertochter (1984) – dutzende Male gesehen – ihr Lieblingsfilm ist. Peter Pan (in der Disneyfassung aus den 1950ern) und die neue Wickie-Verfilmung hat sie sich zu den letzten Geschenkanlässen gewünscht (und bekommen). „Lieblingsfilme (2): Till Westermayer“ weiterlesen