Kurzfilm zum Wochenende: Geometrie der Kreise (1979)

Der amerikanische Komponist und Musiker Philip Glass ist unter anderem für seine Musik zu Koyaanisqatsi bekannt geworden; weniger bekannt sind die vier kleinen Miniaturen, die er 1979 für die Sesamstraße komponierte. Sie begleiten dort kurze Animationssequenzen, in denen sechs Kreise in den Farben des Regenbogens sich umeinander bewegen und verschiedene geometrische Formen bilden. Eine der Sequenzen ist unten aus dem offiziellen YouTube-Kanal der amerikanischen Sesame Street zu sehen; alle vier Stücke wurden vom Muppetwiki zusammengeschnitten und sind hier verfügbar.

(Ich hatte hier schon zwei ähnlich gelungene, ähnlich abstrakte Kurzfilmbeispiele vorgestellt, die japanischen Dynamics of the Subway und Koukou.)

Schönes Wochenende!

(via)

Kurzfilm zum Wochenende: Koukou (2013)

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Es ist mal wieder Zeit für eine abstrakte Animation zum Wochenende; diese hier, Koukou, stammt, wie zuletzt auch Dynamics of the Subway, wieder aus Japan.

Mit sechs Minuten ist der Film von Takashi Ohashi womöglich für die Geduld mancher Kinder etwas lang, aber es kann jedenfalls nicht schaden, ihnen solche (zumal so hervorragend komponierten) abstrakten Zeichenspiele zu zeigen – denn da ist die Essenz von Film, Licht und Schatten in Bewegung, dazu noch Musik, unendlich reduziert eingefangen.

“Kou kou” is a visual work based on an abstract animation synchronized with a song comprising the unique syllabic sounds of the Japanese language, without actually using any full words.

Eine ausführlichere englischsprachige Erläuterung der Kompositionsprinzipien hinter Kou Kou findet sich bei Cartoonbrew. Und für die Nerd-Eltern unter meinen Lesern gibt es auch noch ein Tumblr-Blog mit GIFs aus dem Kurzfilm.

Schönes Wochenende!

Kurzfilm zum Wochenende: Dynamics of the Subway (2012)

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Film ist ja keineswegs immer nur das Medium konkreter und erzählerischer Formen – stattdessen gehören künstlerische Experimente gerade auch zum ganz frühen Kino, etwa Versuche wie Rhythmus 21 (1921-23) von Hans Richter oder Lichtspiel: Opus 2 (1921) von Walter Ruttmann.

In seinem Musikvideo Dynamics of the Subway arbeitet Keita Onishi letztlich, bei aller Abstraktion, viel gegenständlicher: Hier sind die Formen klar in einem Raum verortet, gruppieren sich zu (anscheinend) wiedererkennbaren Strukturen, und all das noch in klarem Kontext zur elektronischen Musik der japanischen Band Haisuinonasa (hier noch ein paar Infos auf Englisch).

This music video, “Dynamics of the Subway, is from Haisuinonasa’s 1st Album, “Animal Bodies,” which was released in May, 2012. Each note from the instruments is represented by a geometric shape in the animation; while these shapes move in sync with the song, they also form the parts that create the subway itself.

Mir scheint das Video ein schöner, zeitgenössischer Einstieg in solche abstrakten Filmformen zu sein; zugleich wird es durch die Musik und die Kürze für Kinder nicht langweilig. Meine jedenfalls klebten gebannt davor.

Die oben beschriebenen Trickfilme sind übrigens auf einer DVD dieser großartigen Reihe enthalten, nämlich Folge 1: Animierte Avantgarde. Der künstlerische Animationsfilm der 20er und 30er Jahre (amazon).

Schönes Wochenende!

Bild und Video: Keita Onishi