Ab durch den Dschungel (2014)

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Niedliche Tiere in der Wildnis gehen immer. Das scheint das Credo zu sein, dass man sich in Animationsfilmschmieden rund um die Welt zuraunt: von Zambezia bis Rio 2, von Madagascar bis Outback – besser gehen, so wird da wohl gedacht, allenfalls noch belebte Automobile und Flugzeuge. Dass vieles, was dann da entsteht, sich entweder ähnelt oder verteufelt nah an anderen Erfolgsfilmen ist, wen kümmert’s?

Der Splendid-Filmverleih hat mit seinem neuen Label „Splendid Animation“ im vergangenen Jahr einen solchen Film ins Kino gebracht, der sich in allem sehr nah an einen anderen Film schmiegte – Jets – Helden der Lüfte wollte möglichst viel von dem Kuchen abgreifen, den Disneys Planes an Geld einfahren sollte. Das Ergebnis war ein grausam peinliches Stück Animationsschrott ohne Herz und Seele; und eigentlich könnte man das gerne vergessen, wäre nicht der neue Animationsfilm des Verleihs ganz ähnlich gelagert. (Man darf also gespannt sein auf die Filme, die da noch folgen sollen.) „Ab durch den Dschungel (2014)“ weiterlesen

Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)

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Rico ist ein tiefbegabtes Kind – so nennt er sich selbst, weil er sich nicht immer alles so gut merken kann und in seinem Kopf die Gedanken manchmal wie Bingokugeln hin- und herrollen. Aufgeweckt und selbstbewusst ist er glücklicherweise dennoch, trotzdem ist es ein wunderbarer Zufall, der ihn mit Oskar zusammenführt – denn Oskar ist weniger mutig als Rico, dafür aber hochbegabt und kann unter anderem die ersten hundertzehn Primzahlen auswendig aufsagen.

kifife_logo_2014_posEs sind also zwei klassisch gegensätzliche Kinder, die in Andreas Steinhöfels Kinderbuch Rico, Oskar und die Tieferschatten (amazon) aufeinander stoßen – und, wie sich später herausstellt, dies gar nicht so zufällig tun, wie Rico ursprünglich denkt. Aber da ist aus der Geschichte einer seltsamen Freundschaft, erzählt aus den Tagebuchaufzeichnungen Ricos, schon längst zu einer Art Berlinroman für Kinder und einer handfesten Kriminalgeschichte geworden.

Steinhöfel wurde für Rico, Oskar und die Tieferschatten zurecht mit Preisen überschüttet – das Buch ist witzig, einfühlsam, spannend und authentisch. Nicht zuletzt scheint immer wieder durch, dass der Autor selbst zwanzig Jahre lang in der Kreuzberger Dieffenbachstraße gelebt hat, in der auch Rico sein zuhause hat. Und natürlich bedeutet das, dass auch über eine Verfilmung nachgedacht wurde (andere Bücher von Steinhöfel wie Es ist ein Elch entsprungen hat dieses Schicksal bereits ereilt). Im Fall von Rico, Oskar und die Tieferschatten ist daraus ein seltener Glücksfall geworden, der bislang beste deutsche Kinderfilm des Jahres. „Rico, Oskar und die Tieferschatten (2014)“ weiterlesen

Antboy (2013)

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Natürlich gibt es einen Moment des tiefen Zweifels in diesem Film: Wenn der Held, von seinem Gegner übermannt und vor der Geliebten gedemütigt, in einer Zelle aus unüberwindbarem Glas steht und, den Kopf gesenkt, über sein Schicksal und seine Aufgabe nachsinnt. Kein Superheldenfilm seit Spider-Man und The Dark Knight kann mehr dahinter zurück, und Antboy schenkt der Entwicklung und den Zweifeln seines Protagonisten eher noch mehr Raum.

Nur sind die anderen Superhelden keine schüchternen zwölfjährigen Jungen aus Middellund, zart verliebt in die Klassenkameradin Amanda… Pelle Nørhmann hat Riesenkräfte, kann Wände hochklettern und mit seinem Urin Vorhängeschlösser durchätzen. Was man halt eines Morgens kann, wenn man am Tag vorher von einer Ameise gebissen wurde, die Teil eines biologischen Experiments war.

Weiterlesen: Meine vollständige Kritik von Antboy bei kino-zeit.de.

Antboy, Dänemark 2013. Regie: Ask Hasselbalch, 77 Min. FSK 0. Kinostart: 27. März 2014.

(Fotos: MFA+)

Kinostart diese Woche (20. Februar 2014): Tarzan 3D

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Heute startet in den deutschen Kinos Tarzan 3D, eine u.a. mit Motion-Capture-Technik entstandene Animationsverfilmung des Klassikers von Edgar Rice Burroughs. Ich habe den Film vorab nicht sehen können, aber die Kolleg/innen waren von dem neuen Film eher nicht vorbehaltlos begeistert:

Dinosaurier, Wunder-Fauna, Mordor-Abklatsch – “Tarzan 3D” offenbart sich mit großer Geste als das, was der Film tatsächlich bloß ist: Eine reine Portfolio-Arbeit ohne Sinn und Verstand, die laut sagt: “Schaut her, sowas können wir auch.”

Das merkt Thomas Groh im Perlentaucher an und subsumiert, der Film mache sich “im Großen und Ganzen ziemlich lächerlich”. Peter Osteried sieht auf gamona.de ein anspruchsloses junges Publikum als Zielgruppe des Films:

Die Geschichte ist dabei recht simpel gestrickt. Die Charakterisierung folgt einer klaren, undifferenzierten Schwarzweißzeichnung. Der Schurke ist so schurkisch, wie man sich das nur vorstellen kann. Auch das ist ein Indiz dafür, dass hier vor allem ein junges Publikum angesprochen werden soll.

Gabriele Summen schließlich hat für Radio Köln schöne Bilder, aber eine etwas unsichere Erzählung konstatiert:

Auch die 3D-Effekte können beeindrucken, was vor allem den Lianenschwing- und Meteoritenhagelteil des Films betrifft. Allerdings stört neben dem zu aufdringlich verwendeten Dolby-Atmos-Ton die Unentschiedenheit der Geschichte und ihre Erzählung.

(Foto: Constantin Film)

Berlinale 2014: Die geheime Mission (2013)

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Ehrlich gesagt käme ich ja nicht auf die Idee, Veranstaltungen vom Schlage DSDS und Konsorten als Ort der Kulturenverständigung zu sehen – aber es ist genau dieser Ansatz, den anhand einer (sehr menschenfreundlichen) Castingshow der dänische Kinderfilm MGP Missionen verfolgt.

Sawsan und ihre Eltern sind in Kopenhagen geboren, „aber meine Familie kommt aus der Türkei“, erklärt sie ihrem neuen Klassenkamerad Karl, als sie sich in der Schule für einen Fragebogen gegenseitig nach ihrer Herkunft ausquetschen sollen. Karl kommt aus Hvide Sande, einem kleinen Fischerdorf in Jütland. Da isst man, erklärt er Sawsan, vor allem Fisch und nochmals Fisch. Kurz darauf stellen sie eher widerwillig fest, dass sie beide selbst Musik machen – und freunden sich dann an. Sawsans Vater, ganz Traditionen der Heimat seiner Mutter verpflichtet, sieht das jedoch gar nicht gern und verbietet seiner Tochter den Kontakt mit Karl. „Berlinale 2014: Die geheime Mission (2013)“ weiterlesen

Kinostart diese Woche (16. Januar 2014): Fünf Freunde 3

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Heute startet Fünf Freunde 3 in den deutschen Kinos; wie in meiner Kritik nachzulesen ist, hat er mir nicht besonders gut gefallen. Die Kollegen anderer Medien sahen das gelegentlich auch anders. „Kinostart diese Woche (16. Januar 2014): Fünf Freunde 3“ weiterlesen