Kurzfilm zum Wochenende: Der Kleine und das Biest (2009)

Mama ist ein Biest, Papa übrigens auch. Dieser Kurzfilm von Johannes Weiland und Uwe Heidschötter (und der Titel passt natürlich schön zum Realfilmstart von Die Schöne und das Biest) lief 2010 auf dem KUKI-Festival, wurde aber auch in Annecy und bei anderen Festivals preisgekrönt. (Und ein großer Dank an Monica vom KUKI, die mich auf den Film aufmerksam gemacht hat!)

Seit Haros Papa nicht mehr zu Hause wohnt, ist seine Mutter ganz anders geworden. Sie kann nicht mehr richtig mit Haro spielen, brütet über alten Fotos, lacht nicht mehr und verbreitet üble Laune. Sie ist ein richtiges Biest geworden! Um vieles muss sich Haro ganz allein kümmern. Das ist mal ganz schön, mal aber auch richtig anstrengend.

Es gibt die Geschichte offenbar auch als Kinderbuch – denkt Ihr, das ist eine Erzählung, die Kindern bei Trennungen und/oder Scheidungen helfen kann?

Schönes Wochenende!

Verlosung: Die Schöne und das Biest

Am kommenden Donnerstag, den 16. März, startet in den Kinos das Remake des Disney-Trickfilmklassikers Die Schöne und das Biest als Realverfilmung (mit reichlich Computereffekten) mit Emma Watson und Dan Stevens in den Titelrollen sowie Luke Evans als Gaston.

Belle lebt mit ihrem leicht exzentrischen Vater Maurice ein beschauliches Leben, das nur durch die Avancen des Dorfschönlings Gaston gestört wird. Doch als Maurice auf einer Reise in die Fänge eines Ungeheuers gerät, bietet Belle ihre Freiheit im Austausch gegen das Leben ihres Vaters an. Trotz ihrer Furcht freundet sie sich mit den verzauberten Bediensteten im verwunschenen Schloss des Biests an. Mit der Zeit lernt sie auch hinter dessen abscheuliche Fassade zu blicken und erkennt seine wahre Schönheit…

Mit freundlicher Unterstützung von Disney kann ich hier im Blog zweimal zwei Kinotickets für den Film verlosen (gültig in allen Kinos deutschlandweit, die den Film regulär spielen).

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine einfache Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 17. März 2017. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
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Kurzfilm zum Wochenende: Der Kreise-Dieb (2016)

“Ohne Kreise / ist alles Scheise”, bin ich spontan versucht zu dichten, aber vielleicht sollte ich es auch besser gleich wieder lassen. Diese minimalistische Animation des Japaners (Natsumi) KOMOTO spielt jedenfalls mit fehlenden Kreisen, und dass ohne sie das alles ja gar nicht richtig gehen kann. Einer klaut sie, einer ist immer hinterher, damit alles wieder in Ordnung kommt… gefunden bei The Kid Should See This.

Schönes Wochenende!

Zum 8. März: Mehr als starke Mädchen

Heute ist wieder Internationaler Frauentag, auch gerne Frauenkampftag, und ich könnte wieder starke Mädchen im Kinderfilm zusammenstellen, aber das habe ich schon vergangenes Jahr getan, und die Liste – samt der vor allem großartigen Kommentare! – ist ja leicht aufzufinden. Ich könnte sie bei Gelegenheit um ein paar Figuren und Filme erweitern – Zoomania mit Judy Hopps fällt mir da ebenso ein wie Vaiana und Der lange Weg nach Norden, von Molly Monster zu schweigen. Weitere Vorschläge gerne dort in den Kommentaren noch ergänzen!

Das ist natürlich schön und gut. Aber diese Sache mit Gleichberechtigung und Feminismus ist mit starken Mädchenfiguren natürlich noch nicht ausgestanden. Um einen Schritt weiterzugehen, habe ich mir vorgenommen, in den nächsten Wochen (und jedenfalls für neu besprochene Filme) hier im Blog das neue F-Rating hier einzuführen, das Filme danach markiert, inwieweit Mädchen und Frauen darin zentrale Rollen spielen und in welcher Weise Frauen an der Produktion beteiligt sind:

The F-Rating is applied to all films which are directed by women and/or written by women and/or have significant women on screen. If a film has all three, it recieves a TRIPLE F-Rating, our gold standard.

Im Guardian findet sich ein wenig zum Hintergrund, vor allem aber die schöne Nachricht, dass mit der IMDb die weltweit größte Online-Datenbank zu Filmen die Einstufung bereits übernommen hat. Schaut man dann dort nach, welche Filme als “F-Rated” im Genre “Family” (das kommt der Einstufung “Kinderfilm” wohl noch am nächsten) zu finden sind, wird schnell klar: Da muss noch viel justiert und nachgetragen werden.

Und was dann ja auch schön wäre, bei dieser Gelegenheit: Wenn auch queeres Leben – schwule Eltern, lesbische Freundinnen – ganz selbstverständlich seinen Platz in Kinderfilmen fände. Das gibt es aber nach wie vor nicht wirklich.

Stattdessen gibt es in der neuen Disney-Realverfilmung von Die Schöne und das Biest eine Figur, die sich als klar schwul präsentieren soll, und diese Nachricht, die eigentlich keine sein sollte, geht mit freundlicher Unterstützung bigotter Reaktionäre weltweit natürlich durch alle Medien.

Dabei erklärt Beatrice Behn auf kino-zeit.de sehr genau, dass dieses stolze Vorzeigen einer schwulen Nebenfigur nicht progressiv ist, sondern einfach nur peinlich:

Schöner wäre es natürlich, wenn Disney queere Charaktere ohne diesen ganzen Vorurteils- und Klischee-Schmu hinkriegen würde. Kann ja nicht so schwer sein. Im Jahr 2017.

Es gibt also immer noch viel zu tun, sehr viel. Derweil für die Eltern: Ein paar größtenteils nicht kindertaugliche Filmtipps zum Frauenkampftag.

(Fotos: Filmfest München, Disney)

Storm und der verbotene Brief (2017)

Wir verdanken den niederländischen Protestantismus einem frechen Waisenmädchen mit Steinschleuder. Das ist, in nuce, oder vielleicht besser in der Sprache der Reformation: im Kern, die Schlussfolgerung aus Dennis Bots’ Abenteuerfilm Storm und der verbotene Brief, der pünktlich zum Lutherjahr 2017 seinen Weg in europäische Kinos findet.

Man schreibt das Jahr 1521. Martin Luthers Thesen sind vor knappen vier Jahren veröffentlicht worden, der Reformator macht sich weiterhin bei der Kirche unbeliebt. Das Drehbuch von Karin van Holst Pellekaan lässt ihn – da beginnt die Fiktion – an einem kalten Wintertag irgendwo bei Wittenberg einen Brief an die Christen in Antwerpen schreiben, kurz bevor er wieder einmal festgenommen wird; der Bote entwischt um Haaresbreite und reitet gen Westen.

Ein schöner Abenteuerfilm mit gewissen Schwächen: Meine ausführliche Kritik ist auf kino-zeit.de erschienen.

(Foto: farbfilm Verleih)

Kurzfilm zum Wochenende: Dunkler dunkler Wald (2016)

Die kleine Prinzessin hat jeden Tag nur Pflichten: Lesen, Sticken, Modell sitzen, Laute spielen. Und wieder von vorn. Kein Wunder, dass sie gerne ausbrechen möchte – in den dunklen, dunklen Wald hinein.

Dark Dark Woods erinnert in seiner Ästhetik, wenn auch nicht unbedingt in seinem Ton, an die Arbeiten von Tomm Moore, etwa den wunderbaren Die Melodie des Meeres. Die Geschichte ist einfach, etwas vorhersehbar, endet aber dann doch sehr versöhnlich, so dass man den kurzen Angstmoment in der Mitte gern vergisst.

Der Film ist eine Studienarbeit von Student_innen aus dem dritten Jahr im Fach Character Animation & CG Art am The Animation Workshop in Viborg/Dänemark. Regie führte Emile Gignoux. Hier gibt es auch noch ein Making-Of-Video dazu.

Schönes Wochenende!