Alles so schön bunt und Plastik hier

Wall-E

Erinnern Sie sich noch daran, worum es in Wall-E ging? Im ersten Drittel ist das einer der vielleicht poetischsten Pixar-Filme, es wird praktisch kein Wort gesprochen, weil sich die Handlung sehr liebreizend aus den Figuren ergibt, und die sind nicht einmal menschlich. Eine Romanze zwischen dem einsamen, sehnsuchtsvollen, titelgebenden Aufräumroboter und einer (klar weiblich konnotierten) bewaffneten Suchdrohne mit Auftrag.

Das alles spielte vor dem Hintergrund einer im Müll erstickten Erde – und so dreht es sich dann im Rest des Films, der als Kritik an passiven Couch Potatoes eine ganz eigene Form der Publikumsbeschimpfung betreibt, darum, dass die Menschen wieder zur Erde zurückkehren sollen – und dort soll es dann Pflanzen geben statt Müll, Leben statt Konsum.

Weiterlesen: Mit einem gerüttelt Maß Selbstkritik habe ich mir in meiner Kolumne “Sitzplatzerhöhung” auf kino-zeit.de über das Ausmaß an Merchandise-Produkten Gedanken gemacht, mit denen wir so überschwemmt werden.

(Foto: Disney)

Kinostart der Woche (30. April 2015): Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest

"TINKER BELL AND THE LEGEND OF THE NEVERBEAST" Pictured (L-R): Tinkerbell and Gruff. ?2014 Disney Enterprises, Inc. All Rights Reserved.

Heute startet mit Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest bereits der sechste Film um die kleine Fee Tinkerbell, die ursprünglich aus dem Peter-Pan-Universum stammt. Das Nimmerbiest ist ein mystisches Fabelwesens, dessen lautstarkes Gebrüll auf einmal ertönt… ich konnte den Film vorab nicht sehen, aber einige Kollegen haben sich schon geäußert: „Kinostart der Woche (30. April 2015): Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest“ weiterlesen

Die Legende von Prinzessin Kaguya (2014)

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Draußen wird es langsam wärmer, endlich kommt der Frühling! In unserer Straße leuchten auf einmal die Kirschbäume in hellem Rosa – ein Fest für die Augen und die Nase. Es ist also genau der richtige Zeitpunkt für Die Legende der Prinzessin Kaguya, denn eine Szene des Anime-Märchens bleibt beim Zuschauer besonders kleben: Nach langer Zeit, in der sie wie eingesperrt in einem Palast zubrachte, geht Prinzessin Kaguya erstmals wieder nach draußen, und zwar ganz bewusst, um die Kirschblüte zu erleben. Aber neben den Kirschbäumen, die ja auch vor unserem Haus stehen, gibt es auch eine Menge zu entdecken, das so ganz anders ist, als wir es gewohnt sind. Denn westliche Erzähltraditionen interessieren den legendären Regisseur Isao Takahata nicht besonders.

Weiterlesen: Meine Empfehlung zu Die Legende von Prinzessin Kaguya ist auf filmstarts.de erschienen. Den Film gibt es ab heute auf DVD und Blu-ray; er ist nicht nur, nicht einmal primär ein Kinderfilm, sondern vor allem ein Kunstwerk, ein Meisterwerk des Animationskinos. Wer mir nicht glaubt, kann das ja gerne noch einmal in den Kritiken meiner Kolleg_innen nachlesen.

(Foto: Universum Film)

Remakes sind das Filmemachen der Buchhalter

CINDERELLA

Cinderella, Dumbo. Alice im Wunderland, Watership Down. Mrs Frisby und das Geheimnis von NIMH sowie Elliot das Schmunzelmonster. Die Biene Maja, Wickie und Heidi. Jetzt demnächst auch noch Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt. Die Welle an Remakes, Reboots und jedenfalls Wiederverwertung bekannter Filmstoffe hat längst auch den Kinderfilm erwischt, und in meiner Kolumne “Sitzplatzerhöhung” auf kino-zeit.de habe ich mich vergangene Woche darüber mal so richtig aufgeregt. Über Zustimmung und Gegenmeinung freue ich mich!

(Foto: Disney)

Verlosung: Die Coopers – Schlimmer geht immer

Alexander and the Terrible, Horrible, No Good, Very Bad Day

Seit vergangenen Donnerstag (9. April) ist Die Coopers – Schlimmer geht immer in den deutschen Kinos zu sehen, eine, wie ich das forsch genannt habe, Familien-Version der Hangover-Filme.

Der Film folgt dem Leben des 11-jährigen Alexander während des vermeintlich schrecklichsten Tages seines jungen Lebens – ein Tag, der mit Kaugummi im Haar und einer Blamage vor seinem heimlichen Schwarm beginnt und von einer peinlichen Katastrophe zur nächsten führt. Als Alexander seiner Familie von den Missgeschicken seines Tages berichtet, stößt er nur auf Unverständnis – es scheint, als ob alle schlechten Dinge nur ihm passieren. Und so wünscht sich Alexander, dass seine Familie auch einmal einen seiner typischen Tage erleben – und schon am nächsten Tag steht das Leben der Familie Cooper Kopf.

DIE-COOPERS_Kids-T-Shirt DIE-COOPERS_Stressball DIE-COOPERS_Türhänger Mit freundlicher Unterstützung von Walt Disney Pictures kann ich hier im Blog zwei Fan-Pakete zum Film verlosen, bestehend aus jeweils einem Kinder-T-Shirt (Größe 140), einem Stressball und einem Türschild (siehe Abbildungen).

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 19. April 2015. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
„Verlosung: Die Coopers – Schlimmer geht immer“ weiterlesen

Winnetous Sohn (2015)

“Winnetous Sohn“   04.09.2014     DT 16 Regie André Erkau Kinderfilm GmbH + ZDF Bild 40 Morten wird gehänselt. Max kommt dazu. Rolle Morten 10 Jahre 	(Tristan Göbel) Rolle Max 10 Jahre	(Lorenzo Germeno) Foto: Stefan Erhard

Die Abenteuer-Romane von Karl May sind heutzutage nicht mehr unbedingt eine Lektüre, die die meisten Kinder kennen – und auch die Verfilmungen sind schon eine ganze Weile nicht mehr fester Bestandteil des Familien-Fernsehprogramms. Winnetou selbst, der Häuptling der Apachen, ist hingegen nach wie vor ein allseits bekannter Name, selbst wenn man mit seinen Geschichten nur vage vertraut ist. Genau darauf baut nun Winnetous Sohn auf, ein abseits des Titels fest in unserer Gegenwart verankerter Kinderfilm: Max ist zehn Jahre alt und wird von allen nur „der Häuptling“ genannt, schließlich verbringt er seine Freizeit am liebsten im Indianercamp. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als bei den in der Nähe stattfindenden Karl-May-Festspielen den Sohn des berühmten Häuptlings zu spielen. Zwar macht Max sich dort schon beim ersten Vorsprechen mit seiner direkten Art nicht unbedingt nur Freunde, aber das hält ihn nicht davon ab, sich unverdrossen auf den zweiten Termin vorzubereiten. Dafür stehen Bogenschießen und Reiten auf dem Programm, bisher nicht gerade seine Stärken…

Weiterlesen: Meine vollständige Empfehlung für Winnetous Sohn ist heute auf filmstarts.de erschienen.

Der Film von Anja Kömmerling und Thomas Brinx kommt mit gewissen Erwartungen, denn er ist der erste Kinofilm, der aus den Mitteln der Initiative “Der besondere Kinderfilm” gefördert wurde.

In dieser Initiative stehen Kinderfilme im Mittelpunkt, die nicht auf bekannten literarischen Vorlagen, sondern auf originären Stoffen beruhen. Qualität und Anzahl dieser “besonderen Kinderfilme” sollen dadurch im Kino und im Fernsehen gesteigert werden.

Natürlich ist die hier gepriesene “Originalität” kein sinnvolles Qualitätskriterium (oder gar ein Qualitätsgarant) für Filme generell und Kinderfilme im Speziellen; aber die Initiative (die vorerst, soweit absehbar ist, wohl nur zwei Filme pro Jahr ins Kino bringen wird und damit nur einen kleinen Beitrag zu den angestrebten Zielen leisten kann) richtet sich doch gegen die Mutlosigkeit vieler Produktionsfirmen, die sich immer nur auf bekannte und erfolgreiche Stoffe vor allem aus der Kinderliteratur stützen oder, schlimmer noch, nur auf Remakes setzen, anstatt etwas Neues zu wagen.

(Foto: Weltkino)