Molly Monster – Der Kinofilm (2016)

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Molly Monster ist ein Einzelkind. Noch. Sie lebt mir ihrem Papa Popo und ihrer Mutter Etna gemütlich und glücklich in ihrer Monsterwelt: Auf dem einen Hügel schläft und spielt sie, nebenan auf den Hügeln sind Küche und schließlich elterliches Schlafzimmer verteilt. Nun hat sich aber Du-weißt-schon-was angekündigt, und Molly hat für ihren kleinen Bruder – oder ihre kleine Schwester – eine Mütze gestrackt, die das Ei warmhalten soll. Ihr bester Freund, das Aufziehspielzeug Edison, ist allerdings recht eifersüchtig …

berlinale_logo Wer Molly Monster nicht kennt, zum Beispiel vom Sandmännchen her, soll sich nicht grämen, sondern sollte sich eher ein paar Kinder zulegen – oder heimlich ein paar Folgen der Zeichentrickserie ansehen, die erfreuen auch das Elternherz. Für den Kinofilm Molly Monster haben sich nun die Regisseure Ted Sieger (von dem die Figur ursprünglich stammt), Michael Ekbladh und Matthias Bruhn eine etwas umfangreichere Handlung (Drehbuch: John Chambers) vorgenommen, diese aber auch nicht über sehr vorschulkindertaugliche siebzig Minuten hinweg ausgewalzt. Das ist wohltuend straff in eng miteinander verwobenen Episoden erzählt und zugleich so locker gestrickt, pardon: gestrackt, dass es die Aufmerksamkeitsspanne auch jüngerer Zuschauerinnen und Zuschauer nicht überfordert.

Weiterlesen: Meine ausführliche Besprechung dieses wunderbaren Animationsfilms ist im Berlinale-Blog von kino-zeit.de erschienen.

Ted Sieger’s Molly Monster läuft im Rahmen der Berlinale Generation am Mittwoch (17.02.2016) um 10.00 Uhr im Filmtheater am Friedrichshain.

Berlinale 2016: Ente gut! Mädchen allein zu Haus (2016)

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Es lebt sich, diesen Eindruck könnte man haben, eher dysfunktional in Halle-Neustadt. Pauline (Lisa Bahati Wihstutz), elf Jahre alt, wird wegen ihrer roten Haare in der Schule gehänselt – und zugleich klaut man ihre Hausaufgaben, schließlich ist sie nicht nur eine gute Schülerin, sondern auch fleißig. Aus Einsamkeit und Langeweile beobachtet sie abends mit dem Fernrohr die Familien im Hochhaus nebenan und macht sich Notizen: Die eine Frau isst schon wieder fette Ente vom Asia-Imbiss, die andere streitet mit ihrem Mann…

berlinale_logo Als ihr auffällt, dass die Mutter von Linh (Lynn Dortschack) und Tien (Linda Phuong Anh Dang) verreist ist und die beiden Mädchen allein zuhause gelassen hat – die Großmutter der Kinder in Vietnam ist krank geworden – verlangt sie von den beiden Geld, sonst werde sie ihnen das Jugendamt auf den Hals schicken. Aus der versuchten Erpressung wird dann aber eine Freundschaft, die einige Male auf eine harte Probe gestellt wird: Zuerst verschwindet Geld aus Linhs Wohnung, dann gibt es Ärger mit der Schule und schließlich auch mit dem Jugendamt…

Weiterlesen: Meine Kritik zu Ente gut! Mädchen allein zu Haus ist im Berlinale-Blog von kino-zeit.de erschienen.

Ente gut! Mädchen allein zu Haus läuft am Dienstag (16.02.) um 15.30 Uhr und am Sonntag (21.02.) um 10.00 Uhr im Filmtheater am Friedrichshain sowie am Donnerstag (18.02.) um 17.30 Uhr im CinemaxX.

(Foto: Berlinale)

Berlinale 2016: Born To Dance (2015)

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Tanz im Film ist – jenseits klassischer Walzermelodien – fast immer eine Geste des Aufbegehrens oder wenigstens jugendlicher Selbstbehauptung. Da geht es, von Step Up bis Footloose, um so viel: Positionen in der sozialen Hackordnung (der Tänzer, aber auch der Welt), die eigene Peergroup (etwa in Form der eigenen Hip-Hop-Crew, die gegen andere antritt), die Erwartungen von Eltern und Gesellschaft.

berlinale_logo Born To Dance folgt den im Hip-Hop-Tanzfilm-Universum zentralen Elementen und Topoi; aber ähnlich wie das britische Pendant StreetDance 3D holt er nicht zu ganz großen Gesten aus (was vor allem amerikanische Filme des Genres oft auszeichnet), sondern bezieht seine Stärken und Themen aus dem Lokalen, in diesem Fall: Neuseeland mit seinen sozialen wie ethnischen Spannungen.

Weiterlesen: Meine vollständige Kritik von Born To Dance ist im Berlinale-Blog von kino-zeit.de erschienen.

Born to Dance ist im Jugendprogramm der Berlinale zu sehen (Generation 14plus) und läuft am Sa 13.02. 17:00 im HKW, So 14.02. 15:30 im Cubix 8, Mo 15.02. 16:30 im CinemaxX 3, Di 16.02. 11:30 im HAU Hebbel am Ufer (HAU1) (Berlinale Talents Film Screening mit Q&A), So 21.02. 15:30 im Zoo Palast 1.

(Fotos: Berlinale)

Keine harmlosen Tiertrickfilme

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Mich beschäftigt schon seit längerem und eigentlich recht ergebnislos die Frage, wie viel Tod und Sterben man Kindern eigentlich im Film zumuten könne. Meine Kinder geben ihre eigene Antwort darauf, indem sie auf (auch nur vage) bedrohliche Szenarien auf jeweils eigene Weisen reagieren, und insofern ist wahrscheinlich klar: Darauf kann es nur eine sehr personalisierte Antwort für jedes einzelne Kind geben.

Aber ist das Thema Tod und Sterben womöglich eins, vor dem wir den Kindern erst Sorgen einflößen, weil wir selbst so ungern über den Tod sprechen? Und ist nicht womöglich eine Beschäftigung aus sicherer Entfernung sinnvoll, bevor einem das Leben den Umgang mit dem Tod (einer geliebten Person) uns irgendwann unversehens, ungeplant und ungewollt aufdrängt? Ich musste da gestern noch einmal drüber nachdenken, nachdem ich gestern Caspars insgesamt ganz wunderbares Gespräch mit Judith Holofernes angehört hatte, in dem es – ganz am Rande nur – auch um die Frage ging, ob nicht womöglich der Tod eines Haustieres auch sinnstiftend genutzt werden könnte, um auf den Tod als Teil des Lebens zu gewöhnen.

Allerdings würde ich dennoch natürlich keinem Kind das aufzwingen wollen. Der Film und die TV-Serie, die ich diese Woche in meinem Familienfilmtipp zum Wochenende auf filmstarts.de empfehle, integrieren das Sterben einzelner Figuren jedenfalls fest – und mehr oder minder grausam – in ihre Geschichte: Wie die Tiere den Wald verließen von 1993 und die wesentlich bekanntere Richard-Adams-Verfilmung Watership Down: Unten am Fluss. Beides keine leichte Trickfilmkost, aber sehenswert auf jeden Fall.

(Collage: Filmstarts)

Verlosung zum DVD-Start: Alles steht Kopf

INSIDE OUT

Seit heute gibt es den wirklich wunderbaren Pixar-Familienfilm auf DVD und Blu-ray zu kaufen – und das ist mal ein Film, mit dem man schier nicht daneben liegen kann.

Als Rileys Familie vom Land in eine fremde Großstadt zieht, leisten die fünf Emotionen im Hauptquartier, dem Kontrollzentrum in Rileys Kopf, Schwerstarbeit. Treibende Kraft ist die optimistische FREUDE, die Riley immer nur glücklich sehen möchte. Als FREUDE und KUMMER durch ein Missgeschick tief im Gedächtnis des Mädchens verschwinden, liegt es an den anderen drei Emotionen, das Chaos in den Griff zu bekommen. Doch ANGST, WUT und EKEL tun sich schwer daran, Freude vortäuschen…

Alles steht Kopf_BD ASK_Kids-T-Shirt1 ASK_Kids-T-Shirt2 ASK_Sticker Mit freundlicher Unterstützung von Disney kann ich hier im Blog zwei Gewinnpäckchen verlosen. Jedes Paket enthält eine Packung Sticker sowie ein Inside Out-T-Shirt (vorhanden in den Größen 120 und 130) – sowie eine DVD bzw. eine Blu-ray des Films.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 20. Februar 2016. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
„Verlosung zum DVD-Start: Alles steht Kopf“ weiterlesen

Kinderfilme im Kino (28.1.2016): Chipmunks, Brüder und Sebastian

Belle et Sébastien, l'aventure continue...

Diese Woche sind gleich drei Kinderfilme im Kino gestartet, und deshalb hier, ohne große Einleitung, ein kurzer Überblick über die Reaktionen:

Alvin und die Chipmunks 4: Road Chip

Braucht man animierte Streifenhörnchen mit Quietschstimme? Ich weiß ja nicht, und Stefan Stiletto anscheinend auch nicht:

Schon in der ersten Szene entledigt sich der vierte Teil der Filmreihe ihrer drei weiblichen Gegenparts […] Unmotiviert reiht das Drehbuch Hindernis an Hindernis, verstrickt Miles und die Chipmunks in aberwitzige Situationen, deren Gags nur selten zünden, und versucht, mit konventionell inszenierten Musikszenen zu Pop- oder HipHop-Rhythmen für Abwechslung zu sorgen.

Da nehmen wir doch lieber nochmal die Chipettes mit Beyoncés “Single Ladies” im Video, ganz unten.

Wie Brüder im Wind

Junge und Adler: Peter Osteried fand an dem Film vor allem seine Ruhe beeindruckend:

Wie Brüder im Wind ist so etwas wie ein erholsamer Urlaub in der Natur. Er ist so entschleunigt, so minimiert in seiner Geschichte. Wirklich überraschend ist hier nichts, aber es ist angenehm, der Geschichte zu folgen, die […] weniger die eines Menschen als vielmehr die eines Adlers ist.

Andreas Günther war weitaus weniger angetan:

Pseudotherapeutische Interventionen machen den Film zum bebilderten Psychodrama-Hörspiel – auch, weil Joanne Reays Drehbuch Morettis Möglichkeiten stark beschränkt und der Lukas-Darsteller zwar hübsch ist, aber innere Konflikte nur als Verschrecktheit nach außen bringen kann.

Sebastian und die Feuerretter

Junge und Hund. Ich habe den Film in meinem Familienfilmtipp fürs Wochenende empfohlen. Das soll hier mal genügen. ;-)

(Foto: Neue Visionen)