Ritter Trenk (2015)

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Laut, bunt und dreidimensional: Manchmal macht mich das moderne Animationskino mit seinen oft überladenen, unnötig hektischen Bilderwelten auch ein wenig müde. Das ist dann der Moment, in dem ich mich – für meine Kinder ebenso wie für mich selbst – nach den klassischen Disney-Zeichentrickfilmen mit ihren flächigen, ruhigeren Bildern zurücksehne. Oder wahlweise nach einem Film wie Anthony Powers Ritter Trenk, der sich in diese Tradition stellt. Die Autorin Kirsten Boies versteht es in ihren Erzählungen vom kleinen Ritter Trenk ganz hervorragend, wie nebenher einiges über das Mittelalter zu erzählen – zwar kindgerecht reduziert, aber nie auf den kleinstmöglichen Nenner vereinfacht. Und auch der Kinofilm will nun bewusst kein Spektakel sein, sondern ein ruhiges, kindgerechtes Abenteuer, das auch schon für Kita-Kinder geeignet ist: ohne Schnickschnack, ohne unnötige Dramatisierungen.

Der kleine Trenk Tausendschlag ist ein einfacher Bauernjunge, der gerne ein edler Ritter wäre. Was bislang immer nur ein Wunschtraum war, wird für Trenk zu einem unbedingten Ziel, als der wenig freundliche Ritter Wertolt seinen Vater ohne Grund in den Kerker sperren lässt. Trenk gibt sich daraufhin als Sohn eines Ritters aus, um so als Page ins Schloss zu gelangen. Dort findet die schlaue Thekla zwar schon bald heraus, dass etwas mit ihm nicht stimmt – aber da sie sich selbst auch nicht mit der ihr zugewiesenen Frauenrolle zufriedengeben will, hilft sie Trenk auf seinem Weg zum Ritter…

Der Zeichentrickfilm Ritter Trenk läuft jetzt im Kino und war am vergangenen Wochenende meine Familienfilm-Empfehlung auf filmstarts.de.

(Fotos: Universum Film)

Verlosung: Die geheimnisvolle Minusch

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Seit Ende Oktober gibt es endlich Die geheimnisvolle Minusch wieder auf DVD und erstmals auf Blu-ray zu kaufen – ein wunderbarer kleiner Kinderfilm, Kriminalabenteuer und Fantasygeschichte in einem. (Alle Details in meiner ausführlichen Besprechung.)

Nachwuchsjournalist Tibbe (Theo Maassen) steht kurz davor gefeuert zu werden. Ständig liefert er nur mäßig interessanten Klatsch und Tratsch statt heißer Stories. Doch dann begegnet er auf dem Heimweg Minusch (Carice van Houten), einer jungen Frau, die wegen eines Hundes auf einen Baum geflüchtet ist. Minusch erzählt Tibbe, sie sei eine Katze, die auf merkwürdige Art und Weise ein Mensch geworden sei. Tibbe glaubt ihr kein Wort, wird aber hellhörig, als sie ihm im Austausch gegen einen Schlafplatz und Essen Informationen über die Geschehnisse in der Stadt verspricht. Und tatsächlich: Nacht für Nacht klettert Minusch über die Dächer von Killendoorn, erfährt von den örtlichen Hauskatzen stets die spannendsten Neuigkeiten und Tibbe steigt zum Starreporter auf.

minusch_7 minusch_6Mit freundlicher Unterstützung von Lighthouse Entertainment kann ich hier im Blog zwei DVDs und zwei Blu-rays des Films von Regisseur Vincent Bal verlosen.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. (Die originellsten Antworten gewinnen und werden nach Ende des Gewinnspiels mit Euren Initialen hier unter dem Beitrag noch als Kommentar veröffentlicht.) Die Verlosung läuft bis einschließlich 22. November 2015. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
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Die geheimnisvolle Minusch (2001)

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Eine spannende Kriminalgeschichte so zu erzählen, dass sie Kindern keine Angst macht, aber trotzdem noch spannend bleibt, ist gar nicht so einfach. Astrid Lindgren hat das zum Beispiel mit Kalle Blomquist vorgeführt, immer dicht an der kindlichen Perspektive und mit Straftaten wie Übeltätern, die nie zu bedrohlich werden.

Die geheimnisvolle Minusch geht einen etwas anderen Weg: Die Geschichte strahlt vor kleinen magischen Momenten und dampft zugleich die Welt ein auf die Größe eines sympathischen kleinen Städtchens in den Niederlanden. In Killendoorn kennt man sich, es ist eigentlich alles ganz unaufgeregt – aber hinter der Fassade brodelt es natürlich dennoch. Der Nachwuchsjournalist Tibbe freilich ist eigentlich viel zu schüchtern, um jemals hinter solche Dinge zu kommen. Schreiben kann er zwar, aber traut sich kaum, Fragen zu stellen – oder lässt sich von kaltschnäuzigeren Kollegen zur Seite drängen. Dann taucht auf einmal Minusch auf, eine junge Dame, die gerne Fisch ist, sich vorzugsweise über Hausdächer bewegt und nach jedem Zusammentreffen mit Hunden meist ein wenig verzweifelt auf einem Baum sitzt. Im Tausch gegen Kost und Logis in seiner kleinen Wohnung berichtet sie ihm die neuesten Geheimnisse der Stadt. Denn Minusch (Carice van Houten) ist eigentlich eine Katze, die durch einen Unfall menschliche Gestalt angenommen hat – und von ihren Mitkatzen erfährt sie dann auch ein durchaus bedrohliches Geheimnis…

Ich habe Die geheimnisvolle Minusch hier bereits vor einem Jahr einmal sehr gepriesen. Nun ist der Film endlich auf DVD erschienen (dringende Kaufempfehlung!), und zu diesem Anlass habe ich ihn noch einmal ausführlich auf filmstarts.de vorgestellt.

Die geheimnisvolle Minusch (Minoes), Niederlande 2001, Regie: Vincent Bal, 86 Min. FSK 0, empfohlen ab 7 Jahren. Erhältlich auf DVD und Blu-ray.

(Fotos: Lighthouse Entertainment)

Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest (2014)

Ich muss gleich zu Beginn gestehen: Bisher sind die Tinkerbell-Abenteuer an mir vorübergegangen, weil ich aus der Ferne immer den Eindruck hatte, sie bewegten sich qualitativ und inhaltlich auf einem ähnlichen Niveau wie die grauenhaften Filme, mit denen sich Disney unter dem „Barbie“-Label an eine ähnliche Zielgruppe richtet. Und natürlich gibt es da auch ein paar auffällige Gemeinsamkeiten: So erinnert die Körperform der Disney-Elfen stark an die ikonischen Mattel-Puppen mit ihren unnatürlich schmalen Taillen. Aber wo die Protagonistinnen in den Barbie-Filmen Konflikte auf dem Niveau schlechter amerikanischer Highschool-Streifen verhandeln, sind die Tinkerbell-Elfen ungleich erwachsener.

Auch wenn der Titel anderes vermuten lässt, stehen in den Tinkerbell-Filmen auch andere Feen im Zentrum. Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest (gerade auf DVD und Blu-ray erschienen) handelt vor allem von der Tierfee Emily, deren Aufgabe es ist, sich um das Wohl von Tieren zu kümmern und auch neue Arten zu erforschen. Ihr Interesse selbst an möglicherweise gefährlichen Kreaturen sorgt dabei geradezu zwangsläufig für Konflikte mit der Wächterin Nyx, die für die Sicherheit im Tal der Elfen verantwortlich ist. Als Emily in einer Höhle das geheimnisvolle Nimmerbiest findet, von dem auch eine alte Prophezeiung vage handelt, stellt sich deshalb sofort die Frage: Ist das Nimmerbiest ein freundliches Wesen – oder droht hier womöglich das Ende aller Elfen?

Weiterlesen: Meine vollständige Kritik zu Tinkerbell und die Legende vom Nimmerbiest findet Ihr auf filmstarts.de.

(Fotos: Disney)

Gespensterjäger – Auf eisiger Spur (2015)

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Von Gespensterjäger hätte man sich durchaus einiges versprechen können. Allein schon wegen der Vorlage: Auch wenn Cornelia Funkes Erzählungen jetzt nicht unbedingt hohe Kinderliteratur sind, lesen sie sich amüsant und spannend weg – und mit ihren Einteilungen von Gespenstern in Kategorien und dem leicht kriminalistischen Einschlag sprechen sie den Nerd im Kinde ziemlich erfolgreich an.

Eine Verfilmung war also nur eine Frage der Zeit. Worum es geht, ist grundsätzlich rasch zusammengefasst und basiert auf dem ersten Band, Die Gespensterjäger auf eisiger Spur: Die altgediente Gespensterjägerin Hedwig Kümmelsaft wird vom kleinen Tom Tomsky aus ihrer Reserve gelockt. Dem eigentlich sehr ängstlichen Jungen ist nämlich im heimischen Keller ein MUG (Mittelmäßig Unheimliches Gespenst) namens Hugo über den Weg gelaufen. Eigentlich wollte Tom Hugo loswerden, aber dann stellt sich raus, dass dieser von einem wirklich bedrohlichen Geisterwesen, einem UEG (Unglaublich Ekelhaftes Gespenst) aus seinem eigenen Spukhaus vertrieben wurde – und wenn das nicht gestoppt wird, dann wird es finster!

Die Filmproduktion hat mit Anke Engelke eine vielschichtige Protagonistin, die ihrer Hedwig Kümmelsaft einige Tiefe verleiht – und Milo Parker als Tom macht seine Sache nicht minder gut. (Christian Ulmen, Bastian Pastewka als Hugos Stimme, Karoline Herfurth und Christian Tramitz vervollständigen das deutsche Comedy-Allstar-Ensemble.) Leider nutzt der Film das Potential seiner Darsteller_innen praktisch überhaupt nicht. Das Drehbuch rotzt die Handlung eher als Schleimspur denn als konsistente Erzählung hin, und irgendwann geht es dann mehr um Action, Klamauk und Effekte als um irgendwas anderes.

Das ist spätestens dann ein Problem, als „Freundschaft“ am Schluss das entscheidende Mittel gegen das böse, kalte Gespenst ist, das dann Schluff-Peng einfach weggeschossen werden kann. Diese Beziehung nimmt man den Figuren leider niemals ab.

Stattdessen bedient sich der Film reichlich bei den großen Vorbildern, bei Ghostbusters natürlich, aber auch bei Men in Black; in einer Szene sieht man sogar den Geist von Elvis kurz durchs Bild laufen. Ein hübscher kleiner Scherz ist das; es ist leider einer der wenigen, die zünden. Und zugleich macht er deutlich, wie sehr der ganze Film, in Abweichung von der Vorlage, sich schon an den internationalen Markt ranwamst: gedreht in London, mit vielen englischen Abkürzungen. (Dass die zentrale Organisation zur Gespenster-Bekämpfung hier „CGI“ heißt – das im Filmbereich meist für „Computer-Generated Imagery“ steht – ist natürlich ein netter In-Joke. Und in der Tat sind die CGI-Effekte durchaus sehenswert.)

Das muss nichts Schlechtes sein, aber die Schwächen des Films beginnen fast immer dann, wenn er sich zu weit von der erfolgreichen Vorlage entfernt. Das kann ein Erfolgsrezept sein, in diesem Fall ist es leider eine eher bemühte und fade Angelegenheit.

Gespensterjäger – Auf eisiger Spur, Deutschland 2015. Regie: Tobi Baumann, 99 Min., FSK 6. Kinostart: 2. April 2015, erschienen auf DVD.

(Fotos: Warner)

Michel-Kinderfilmfest: Die Krone von Arkus (2015)

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Der deutsche Märchenfilm der Gegenwart hat ja üblicherweise vor allem das Problem einer allzu großen Betulichkeit. Da werden brav klassische Texte abgefilmt und ästhetisch in ein übermäßig sauberes, weitgehend keimfreies Mittelalter versetzt, das in dieser Form selbst auf Re-Enactment-Veranstaltungen kaum als realistisch durchginge. Aber man bedient natürlich damit auch ein spezielles Publikum, nämlich meist sehr junge Fernsehzuschauer am Sonntagmorgen, irgendwann rund um die Sendung mit der Maus – und ein Gutteil der Bravheit ist sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass die Fernsehanstalten die Projekte mit Geld und Meinungen begleiten.

michel-logo Eine solche Finanzierungskonstruktion hat der Erstlingsfilm von Franziska Pohlmann wahrlich nicht. Die Krone von Arkus entstand als Liebhaberprojekt aus ihrem eigenen gleichnamigen Theaterstück, das Geld wurde vor allem mithilfe von Gönnern und Fans zusammengekratzt und schließlich wurde der Film mit einem Minimalbudget irgendwie zu Ende gebracht, aus dem – so berichtete sie ausführlich auf dem Filmfest Hamburg – offenbar viel zu viele Beteiligte nicht wirklich viel Geld haben konnten und wollten. Billiger als im Anspruch vergleichbare Produktionen sieht der Film deshalb allerdings nicht aus.

Weiterlesen: Meine vollständige Kritik zu Die Krone von Arkus ist auf kino-zeit.de erschienen.

(Foto: Filmfest Hamburg/pohlmann creatives)

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