Die langen großen Ferien (2015)

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Die Fragen beginnen spätestens mit der Einschulung: „Papa, wer war eigentlich Hitler?“ Es muss noch nicht einmal auf dem Lehrplan stehen, die Kinder reden ja auch untereinander, sie hören rechts und links zu, sehen Titelblätter von Zeitschriften und Werbung für seltsame Dokumentationen auf Netflix oder n-tv. Da türmt sich schnell ein Berg an schwierig zu behandelnden Themen auf. Was dabei am besten hilft: Geschichten! Die französische Animationsserie Die langen großen Ferien etwa erzählt in zehn halbstündigen Episoden von den Erlebnissen einer Gruppe französischer Kinder zwischen 1939 und 1945.

Fern von den politischen Zentren (und auf gewisse Weise doch mitten im Weltgeschehen) sollen die Geschwister Colette und Ernest in einem kleinen Dorf in der Normandie eigentlich nur die Sommerferien bei ihren Großeltern verbringen – aber die Mutter wird krank und so bleiben die zwei jungen Pariser eben auf dem Bauernhof: Colette (deren erwachsenes Ich die Geschichte rückblickend erzählt) wird im Dorf eingeschult. Schnell finden die Geschwister neue Freunde und ihre Bande, die „Robinsons“, richtet sich in einem verfallenen Haus im Wald einen geheimen Unterschlupf ein.

Warum Die langen großen Ferien eine so wunderbare Fernsehserie ist, lehrreich und nie belehrend, habe ich in meinem Familientipp für filmstarts.de genauer aufgeschrieben.

Nachtrag: Das ZDF hat schönes Begleitmaterial für Eltern und Lehrer zur Serie zusammengestellt. Ich persönlich würde die Serie für Kinder ab 8 Jahren empfehlen; es gibt keine direkten Szenen von Gewalt und Grausamkeiten, aber das Thema führt natürlich zwangsläufig zu Gesprächen, die für Kinder auch emotional schwierig sein können.

(Fotos: polyband)

Gayby Baby (2015)

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Das ist kein Kinderfilm, aber es ist ein Film über Kinder, vielleicht sogar noch ein wenig mehr über Elternschaft. Es ist dann eigentlich erst in zweiter Reihe ein Dokumentarfilm über ein Thema, das mich seit Jahren immer auch etwas umtreibt, und das mich nach den letzten Tagen eher mehr beschäftigt als vorher.

Es gibt immer noch absurde Vorstellungen davon, wie es Kindern in “Regenbogenfamilien” ergehe, also mit lesbischen oder schwulen Eltern – oder generell mit Bezugspersonen, die nicht dem heterosexuellen Mainstream angehören. Man kann da auch mit den Forschungen kommen, die feststellen, dass Kinder homosexueller Eltern nicht weniger glücklich, gesund und (schreckliches Wort) “normal” sind als andere, dass Homosexuelle (als gäbe es daran ernsthafte Zweifel) ihren Kindern ein ebenso gutes, sicheres, liebendes Zuhause geben können wie Heterosexuelle… es wird bei den meisten, die es nicht sehen wollen, wenig bringen.

Weshalb ein Film wie Gayby Baby, der am 23. Juni in die Kinos kommt, so wichtig ist: Weil er es einfach zeigt. Das ist keine Studie, das ist kein Werbefilm, das ist auch nicht immer alles eitel Sonnenschein. Es ist aber gefülltes Leben voll Liebe. Und en détail habe ich das für kino-zeit.de auch noch einmal aufgeschrieben.

(Fotos: Rise and Shine Cinema)

Kurzfilm zum Wochenende: Jinxy Jenkins, Lucky Lou (2014)

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Die Rubrik hier lag ja viel zu lange brach. Vier Minuten Glück von Michael Bidinger and Michelle Kwon. Wenn ein Pechvogel und ein Glückskeks zusammenstoßen, kann so einiges passieren – oder gerade so gutgehen.

Schönes Wochenende!

Trudes Tier (2015)

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Trudes Tier ist sauer. Die letzte Gurke will einfach nicht aus dem Glas raus, und dann, und dann… passiert noch mehr – und wenn das Tier wütend wird, muss es Dinge mit seiner Spucke festkleben: den Stuhl an die Wand, den Besen, den Blumentopf, eben einfach alles, was so rumsteht. Das hält und geht gar nicht mehr ab! Jedenfalls bis die Wut verraucht ist.

Das Tier ist groß, mit schwarzgrauem Fell und etwas zottelig. Es kommt von irgendwo her, wo man Dinge eben anders macht, aber von wo und warum, daran kann es sich nicht erinnern – und so lange darf es erst mal in Trudes Wohnung bleiben, auf den Kissen im Wohnzimmer.

Von diesem merkwürdigen, Dinge festklebenden Wesen erzählt die Serie Trudes Tier, deren Episoden seit April 2014 immer mal wieder in der Sendung mit der Maus zu sehen sind – und neun Folgen gibt es jetzt erstmals endlich auch auf DVD. Das ist ein Glück. Denn Trudes Tier gehört zum Charmantesten, was das deutsche Animationsschaffen in den vergangenen Jahren hervorgebracht hat.

Warum diese kleine Trickserie mich so bezaubert hat, habe ich für meinen Familienfilmtipp auf filmstarts.de aufgeschrieben.

(Foto: Universum Film)