#istmirnichtegal: Mit der Kindernothilfe gegen die Folgen der Dürre (Werbung)

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Kürzlich habe ich von einer Studie gelesen, die feststellte, dass die in den USA erfolgreichen Kinderfilmen „Armut“ als Thema nicht nur einerseits unterrepräsentiert sei – also nur in wenigen Filmen sichtbares, offen behandeltes Thema ist – sondern wenn, dann andererseits auch insofern unrealistisch dargestellt werde, dass fast immer der Film mit einem Happy End schließe – was der Realität wenig entspreche. (Dass ein gutes Ende nicht unbedingt Reichtum einschließen muss, sei mal nur am Rande bemerkt.)

Gerade mit einer Perspektive über den Horizont der westlichen Industrienationen hinaus finde ich das noch einmal anders bemerkenswert. Immer wieder kann man ja auch hier im Kino Kinderfilme sehen, die sich mit der Lebensrealität in ärmeren Ländern beschäftigen – viele davon sind allerdings nur auf Festivals zu sehen oder gehören jedenfalls nicht unbedingt zu den Kassenschlagern. Dabei kann ja gerade das Kino den Blick öffnen, die Sicht freimachen auf Realitäten jenseits unseres Wohlstands, auch ohne daraus immer gleich eine herablassende Geschichte zu drehen, in der jede Armut auch gleich Elend bedeutet. Nicht zuletzt deshalb fand ich z.B. auch die kurzen Dokumentarfilme von Geolino so bemerkenswert: Weil sie sich einfach auf die Lebensrealität vor Ort einlassen, und darüber ohne falsche Sentimentalität berichten, oft sehr nah an der Perspektive der portraitierten Menschen.

KNH87363 Armut hat aber ganz reale Folgen, und es liegt auch an uns als Menschen aus den reichen Ländern, gegen diese Folgen anzuarbeiten. Das Klimaphänomen „El Niño“ (dt. eigentlich „das Kind“) verändert alle paar Jahre die Wettersituation im gesamten Pazifikraum und auch weit darüber hinaus. In diesem Jahr werden dabei, auch als Folge des Klimawandels, besonders heftige Auswirkungen erwartet, und dazu gehören insbesondere weitreichende Dürreperioden in Südamerika wie Afrika, die wiederum unmittelbar die Nahrungsversorgung vor allem für ärmere Menschen schwierig machen.

Besonders betroffen sind etwa jene Menschen, die sich durch ein wenig Landwirtschaft selbst versorgen, aber keine starke Infrastruktur oder finanzielle Mittel im Hintergrund haben. Für solche Selbstversorger kann schon eine kleine Dürre den Ruin bedeuten.

KNH769748 Die Kindernothilfe bemüht sich durch zahlreiche Maßnahmen, diese Folgen einzudämmen: Unter dem Schlagwort „Ist mir nicht egal“ (#istmirnichtegal) werden u.a. Spenden für Äthiopien gesammelt, wo die schwerste Trockenheit seit mehreren Jahrzehnten herrscht; hier konzentriert sich die Organisation vor allem auf Sofortmaßnahmen, um das Überleben der betroffenen bis zu zehn Millionen Menschen zu sichern.

In Brasilien, wo El Niño ebenfalls Spuren hinterlässt, sind die konkreten Arbeiten eher längerfristig angelegt und richten sich z.B. auf den dauerhaften Ausbau der Infrastruktur aus: Zisternen, Wasserauffanganlagen und Ausbildung im Bereich Wassermanagement.

Auf der Website der Kindernothilfe erfahrt Ihr alle Details zu der Kampagne und den verschiedenen Engagements der Organisation. Die Kindernothilfe trägt das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen.

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Durch eine einfache Spende könnt Ihr helfen, die Folgen von El Niño in den betroffenen Regionen zu mildern. Klickt einfach unten auf das Bild und gebt ein wenig von unserem Überfluss:

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Dieser Artikel wurde gesponsert von der Kindernothilfe.

(Fotos: Kindernothilfe)

Der wunderbare Wiplala (2014)

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Von den Qualitäten der niederländischen Filmproduktion bekommt man hierzulande für gewöhnlich nicht sonderlich viel mit, selbst wenn immer mal wieder ganz herausragende Filme aus dem kleinen Land am Meer kommen. Besonders bemerkenswert ist dabei der kontinuierliche Ausstoß von sehenswerten Kinder- und Jugendfilmen: leichtfüßige, alberne Komödien, kleine Abenteuerfilme, nachdenkliche Dramen – in den allermeisten Fällen auf Augenhöhe mit den jungen Zuschauern, ohne jemals herablassend zu wirken, wie das bei vergleichbaren deutschen Produktionen leider viel zu oft der Fall ist.

Dass Der wunderbare Wiplala in Deutschland nun direkt auf DVD erscheint, liegt wohl vor allem daran, dass der zugrundeliegende Kinderbuchklassiker von Annie M.G. Schmidt hierzulande nicht so bekannt ist. Die von Regisseur Tim Oliehoek inszenierte Geschichte von dem kleinen Wiplala, der „tinkeln“ (manche Leute würden es unpräzise mit „zaubern“ übersetzen) kann, hätte allerdings definitiv das Format für eine Kinoauswertung gehabt.

Warum das so ist, erkläre ich in der heutigen Ausgabe meiner Kolumne “Familienfilmtipp” auf filmstarts.de.

(Fotos: EuroVideo)

Verlosung: Mumins an der Riviera

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Am morgigen Freitag erscheint bei MFA das neue Trickfilmabenteuer der Mumins auf DVD – mehr oder minder frei nach Tove Janssons Buch Mumin an der Riviera. Und wie der Titel schon verrät, verschlägt es die Mumins diesmal an einen ungewohnten Ort – mit ungeahnten Folgen:

Zusammen mit der kleinen Mü und Snorkfräulein begeben sich die Mumins auf eine abenteuerliche Reise übers Meer. Nach bedrohlichen Stürmen und gefährlichen Wüstenlandschaften kommen sie letztendlich an ihr Ziel, die Riviera. Hier lässt sich Snorkfräulein von der Aufmerksamkeit eines Casanovas blenden, und Mumin lernt, wie schmerzvoll Eifersucht sein kann. Als sich Muminpapa dann auch noch mit einem Aristokraten anfreundet und den Namen „de Mumin“ annimmt, hat die genervte Muminmama langsam genug und hofft, dass ihre Familie wieder zu Sinnen kommt. Zum ersten Mal scheint der Zusammenhalt der Mumins in Gefahr zu sein …

mumins-riviera-3 Mit der freundlichen Unterstützung von MFA kann ich hier im Blog dreimal die DVD des Films und zusätzlich fünf Mumin-Taschen verlosen – insgesamt also fünf Gewinnpäckchen, dreimal mit, zweimal ohne DVD.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 28. März 2016. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
„Verlosung: Mumins an der Riviera“ weiterlesen

Zum 8. März: Kinderfilme mit starken Mädchen

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Obwohl ich es natürlich besser weiß, war ich kürzlich wieder einmal überrascht, wie wenige Kinderfilme – auch der wirklich guten Filme – starke weibliche Figuren in ihr Zentrum stellen. “Stark” nicht unbedingt im Sinne von physischer oder psychischer Stärke, sondern allein daher, dass sie starke, wichtige Figuren in ihrer eigenen Geschichte sind – fehlerhaft, menschlich, mutig, zaudernd, all das.

Aufgefallen ist mir das erst wieder neulich, als ich nach eben solchen Filmen gefragt wurde und mir spontan nur wenige einfielen; der heutige Internationale Frauentag ist mir aber ein hinreichend guter Anlass dafür, einmal eine subjektive, unvollständige und sicher fehlerbehaftete Liste solcher Filme zusammenzustellen.

Ich habe nur Filme ausgewählt, die ich auch als wirklich gute Filme weiterempfehlen würde; sie sind grob in Alterstauglichkeiten zusammengefasst, die man aber nicht zu ernst nehmen sollte. Die schwierige Frage, welche Filme für welches Kindsalter passen, habe ich hier schon einmal zu beantworten versucht. Jeder Film hat eine kurze Anmerkung dabei; falls es hier im Blog eine ausführlichere Kritik gibt, habe ich sie im Filmtitel verlinkt. Ein Klick auf die werblichen amazon-Links spült ein wenig Geld in meine Kasse. ;-)

Und wenn Ihr noch Ergänzungen habt, bitte immer her damit in die Kommentare – ich freue mich über Eure Hinweise!

Ab 4 Jahren

  • Lotte und das Geheimnis der Mondsteine (amazon)
    Lotte weiß genau, dass sie diesem Geheimnis auf die Spur kommen will: mehr neugierig als abenteuerlustig.
  • Luzie der Schrecken der Straße (TV-Serie; amazon)
    Eigentlich ist es eine Mutprobe, weil Luzie in die Bande aufgenommen werden will; aber die geklaute Knetmasse entwickelt doch ein starkes Eigenleben… (Ein Klassiker.)
  • Pippi Langstrumpf (amazon)
    Die muss ich nicht näher vorstellen, oder?
  • Ponyo – Das große Abenteuer am Meer (amazon)
    Der wahrscheinlich für kleine Kinder am besten geeignete Film von Hayao Miyazaki, dessen Filme allerdings fast alle mit wunderbaren, komplexen Mädchen- und Frauenfiguren aufwarten können.

Ab 6 Jahren

  • Die geheimnisvolle Minusch (amazon)
    Aus der Katze wird eine kätzische junge Dame, die zunächst etwas unterwürfig und zurückhaltend wirft, aber so ist es nicht, das Wesen der Katzen. Eine bezaubernde, phantastische Abenteuergeschichte aus den Niederlanden.
  • Lola auf der Erbse (amazon)
    Eine kindgerechte Geschichte über Illegalität und Flüchtlinge, mit nur minimal erhobenem Zeigefinger.

Ab 8 Jahren

  • Alles steht Kopf (amazon)
    Wie es zugeht im Kopf eines elfjährigen Mädchens, wunderbar von den Pixar-Studios zu visuellem Leben erweckt.
  • Ronja Räubertochter (amazon)
    Die Figur von Astrid Lindgren ist vielleicht das archetypische wilde, freie Mädchen der Kinderliteratur, und die Verfilmung wird dem mehr als gerecht.

Ab 10 Jahren

  • Chihiros Reise ins Zauberland (amazon)
    Miyazaki at his best; eine magische Reise durch eine Welt voll fremdartiger Kreaturen, in der niemand so ist, wie er oder vor allem sie zunächst erscheint.
  • Clara und das Geheimnis der Bären (amazon)
    Ein Abenteuer zwischen verschiedenen Zeiten.
  • Kletter-Ida (amazon)
    Ein Kinder-Heistmovie, extrem großartig, sehr spannend, und mit einer tollen Hauptdarstellerin.
  • Merida – Legende der Highlands (amazon)
    Merida, schottische Prinzessin, will jedenfalls nicht an irgend jemanden verheiratet werden, sondern will ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Das geht allerdings zeitweise sehr, sehr schief.

Ab 12 Jahren

  • Coraline (amazon)
    Ein wunderbarer Stop-Motion-Anmiationsfilm nach einem Buch von Neil Gaiman. Sehr gruselig, sehr beeindruckend, nichts für zarte Gemüter.
  • Die Reise ins Labyrinth (amazon)
    Toller Jim-Hensen-Fantasyfilm mit einem grandios ambivalenten David Bowie als König der Goblins und Jennifer Connelly in der Hauptrolle.
  • Maleficent – Die dunkle Fee (amazon)
    Eine Umerzählung von Dornröschen aus Sicht der bösen Fee, der Angelina Jolie beeindruckende Präsenz verleiht. Liebevoll-ambivalent.
  • Prinzessin Mononoke (amazon)
    Ebenfalls ein Miyazaki-Film aus dem Studio Ghibli, aber diesmal eine Legende, in der es schon auch mal recht blutig zugeht.

So, welche habe ich vergessen?

(Foto: Disney)

Zoomania (2016)

Judy Hopps ist keine gewöhnliche Häsin. Zwar stammt sie – wie die meisten Hasen – aus einer Familie von Karottenfarmern, aber statt in die Pfotenstapfen ihrer Eltern zu hüpfen, schließt sie als Jahrgangsbeste die Polizeiakademie ab und tritt anschließend als erstes Nagetier überhaupt den Dienst im zentralen Polizeirevier der Hauptstadt Zoomania an: Judy wird von den Medien und vom Bürgermeisteramt zum Vorbild für zukünftige Aspiranten gekürt, aber damit fangen die eigentlichen Probleme erst an…

Es gibt in Disneys Zoomania eine Menge Dinge, die an unsere heutige Gegenwart erinnern – Handys, Kameraüberwachung, Förderung von Minderheiten. Nur sind eben alle Figuren Tiere: Pflanzenfresser und Raubtiere leben in der titelgebenden Metropole friedlich und zivilisiert miteinander – und der Kinobesuch lohnt sich allein schon wegen der zahllosen visuellen Gags, die die praktischen Herausforderungen etwa des Nebeneinanderlebens von Tropentieren und Eisbären behandeln. Bereits die Zugfahrt, mit der das Landei Judy am Anfang in die große Stadt kommt, eröffnet ein atemberaubendes Tierreich-Panorama – und dieses Glücksgefühl wiederholt sich später bei vielen kreativen Details (etwa eine Verfolgungsjagd durch „Little Rodentia“, das Miniaturviertel für kleine Nagetiere).

Meine vollständige Empfehlung für Zootopia findet sich auf filmstarts.de.

(Es wird niemanden überraschen, aber die Faultiere sind bei den Kindern natürlich der Hit.)

Zoomania (Zootopia), USA 2016. Regie: Byron Howard und Rich Moore, 108 Min. FSK 0 (Empfehlung: ab 7 Jahren), Kinostart: 3. März 2016.

(Fotos: Disney)

Berlinale 2016: Siv Over Vilse (Mia schläft woanders, 2016)

Die siebenjährige Siv (oder, in der deutschen Übersetzung, Mia) ist ein wenig fasziniert von der rothaarigen Cerisia, die neu in ihre Klasse gekommen ist. Gerne lässt sie sich auf eine Übernachtung einladen; aber in Cerisias Wohnung ist alles ein wenig anders als bei ihr zuhause. Siv lebt allein mit ihrem Vater, dort ist alles vertraut und klein. Bei Cerisia sind die Wände hoch, der Flur hat viele Türen, bei den trompe-l’œil-Tapeten weiß man nicht so recht, was wirklich ist und was nicht, und dann ist da noch der Hund mit dem seltsamen Geschwür auf dem Kopf.

berlinale_logo Sivs Aufenthalt gerät in Catti Edfeldts Film von einem kleinen Abenteuer mit vagem Unwohlsein zu einer nächtlichen Traumreise, in der die Realität ein wenig aus ihren Angeln gehoben wird. Es scheint Magie im Spiel zu sein, aber sie ist nie nur in eine Richtung gestrickt: Nicht nur der Hirsch aus dem einen Gemälde hat sich aus seinem Rahmen bewegt, auch der Tiger aus dem Bild daneben. Die Meerschweinchen der Familie sind zu sprechenden, reimenden Waschbären geworden, die dauernd lügen, sich gegenseitig und Siv Quatsch erzählen.

Das ist ein Traum mit den ambivalenten Qualitäten eines echten Traumes: manchmal ein wenig bedrohlich, manchmal sehr schön und poetisch. Die Erwachsenen sind seltsame Menschen, die ungesunde Sachen essen dürfen und deshalb nachts in ihren Betten Torte verspeisen. In jedem Zimmer scheint Siv eine andere Größe zu haben, der Staubsauger ist ihr Freund, Plastik-Quietscheentchen hingegen: na, man weiß es nicht so genau. Lewis Carroll lässt schön grüßen.

Natürlich will Siv Over Vilse kein Alice im Wunderland sein – aber Edfeldt drechselt um die Geschichte eine Welt voll Phantasie, Abenteuer und Uneindeutigkeiten, die aber dennoch ein Happy-End bekommt, wenn auch eines mit Augenzwinkern. Das ist alles Tausendmal besser als übereindeutiges Kinderfernsehen.

Siv Over Vilse (Mia schläft woanders), Schweden/Niederlande 2016. Regie: Catti Edfeldt, Lena Hanno Clyne. 79 Minuten, empfohlen ab 7 Jahren. Bisher kein Kinostart.