Kurzfilm zum Wochenende: Corrida (2011)

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Lettland ist ja als Kinoland nicht so besonders stark in der allgemeinen Wahrnehmung verankert, aber vielleicht kommt aus dem baltischen Staat deshalb so wunderbar Seltsames daher. Auf dem Filmfest München wird Ende des Monats der Kurzfilm Ezi un lielpilseta (Die Igel und die Stadt) von Evalds Lacis zu sehen sein, ein hübscher kleiner Kurzfilm, in dem sich Igel die kapitalistische Marktwirtschaft auf ganz eigene Weise zu eigen machen (der Film lief auch auf der Berlinale im Kinderprogramm).

Lacis war seinerseits früher an einem anderen Projekt beteiligt: Corrida, 2012 in Berlin, von Janis Cimermanis gedreht, der erst als Stierkämpfergeschichte beginnt und dann eine ganz eigene Wendung nimmt.

Der Film ist zwar nicht auf den üblichen Plattformen zu finden, dafür gibt kann man ihn hier in kompletter Länge und ganz entspannt auch mit kleinen Kindern ab vier Jahren ansehen.

Schönes Wochenende!

Clara und das Geheimnis der Bären (2013)

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Der Wechsel ist abrupt: Eben noch ist Clara zwischen friedlich feiernden Menschen in ihrem Schweizer Bergdorf, im nächsten Moment brennt da im großen Lagerfeuer eine Frau, festgebunden an einem Pfahl. Und niemand außer Clara kann sie sehen. Nur die alte Frau auf der Bank nickt wissend; sie wird ihr später erklären können, was sie da eigentlich wahrgenommen hat.

Es ist gelegentlich starker Tobak, den Regisseur Tobias Ineichen seinem jugendlichen, ach was: durchaus auch kindlichen Publikum da zumutet, aber der Moment, in dem Clara (Ricarda Zimmerer) ihre Vision einer Hexenverbrennung hat, ist dann auch der heftigste im ganzen Film. Denn obwohl die Wechsel zwischen Realität und Vision hier gelegentlich so abrupt sind wie etwa in Guillermo del Toros Pans Labyrinth, so fehlt es Clara und das Geheimnis der Bären doch an der Dramatik und Tragik von del Toros Parabel über Grausamkeit und Phantasie der Menschen; Ineichen interessiert sich eher für die Magie, die in den Ritzen unserer Wahrnehmung und vor allem in der Natur zu finden ist.

Meine vollständige Kritik zum Film bei kino-zeit.de!

(Fotos: farbfilm Verleih)

Verlosung: Augsburger Puppenkiste

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Vermutlich muss man kaum jemandem, der heute selbst Kinder hat, die Augsburger Puppenkiste noch gesondert vorstellen – insbesondere die Produktionen von Michael Endes Jim Knopf-Geschichten und Urmel aus dem Eis sind Klassiker des Kinderfernsehens. Sie sind jetzt endlich auch auf Blu-ray fürs heimische Kino erschienen. „Verlosung: Augsburger Puppenkiste“ weiterlesen

Kurzfilm zum Wochenende: Pig Box

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Ein kurzer Film über einen Vogel und ein kleines Stachelschwein. Es ist kalt, und da braucht’s Wärme. Nach den spärlichen verfügbaren Informationen offenbar ein Kurzfilm von Ta-Wei Chao und Tsai-Chun, die an der National Taiwan University of Arts studieren.

Schönes Wochenende!

(via)

Verlosung: Clara und das Geheimnis der Bären

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Mit Clara und das Geheimnis der Bären läuft in der kommenden Woche ein ganz bezaubernder, zwischen Magie und Realismus schwankender Film für Kinder ab ca. 8 Jahren an. Die 13-jährige Clara lebt mit ihrer Mutter und ihrem Stiefvater auf dessen altem Hof in den Schweizer Bergen. Als sie im Wald auf einen Bären trifft, beginnen sich die Dinge und ihre Wahrnehmung der Welt auf einmal zu verändern – ein wenig unheimlich ist es auch, das Geheimnis der Bären und der Bärenfrau. (Ausführliche Kritik folgt in den nächsten Tagen auf kino-zeit.de.)

clara_steiffMit freundlicher Unterstützung von farbfilm verleih kann ich hier einmal zwei Freikarten für Clara und das Geheimnis der Bären und einen Steiff-Bären (siehe Bild) verlosen.

Wer das kleine Gewinnpäckchen bekommen möchte, schreibe mir bitte in die Kommentare seine oder ihre Erinnerung ans liebste Kuscheltier – Bären bevorzugt. Bitte unbedingt eine gültige E-Mail-Adresse angeben. Die Verlosung läuft bis kommenden Montag, den 3. Juni 2013, um 23:30 Uhr. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

Auf der Seite des Filmverleihs gibt es auch noch pädagogisches Material zur Filmbegleitung zum Download (ZIP-Datei).

(Fotos: farbfilm Verleih)

Macht der Erzählung

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Journalist_innen haben, das werden Sie wissen, oft die Möglichkeit, Filme vorab in speziell für sie anberaumten Kinovorstellungen zu sichten, und wenn es sich dabei um Kinderfilme handelt, dürfen sie häufig Nachwuchs mitbringen. Das ist natürlich eine schöne Möglichkeit, das Angenehme (Kinderbespaßung) mit dem Nützlichen (Filmsichtung) zu verbinden; was genau sich die PR-Abteilungen davon versprechen, ist nicht immer ganz klar. Und so verließ ich denn auch vor einiger Zeit die Pressevorführung von Wickie und die starken Männer bereits nach einer Viertelstunde mit zwei sehr aufgewühlten, mit den Tränen kämpfenden Erstklässlern. Nur unter Einsatz größerer Mengen Eiscreme war es mir möglich, die kindlichen Emotionen wieder in den Griff zu bekommen.

Die beiden hatten schlichtweg Angst. Der für Kinder ab 0 Jahren freigegebene Film beginnt mit einigen recht dramatischen Szenen (Geiselnahme, Gefangenschaft), die in dunklen Bildern und mit dräuender Musik gezeigt werden, das Ganze noch verstärkt durch den 3D-Effekt. Das ist offenbar – und ich kann das gut nachvollziehen – noch für Sechsjährige ganz schön starker Tobak.

Wie viel Angst und Schrecken können, wollen und müssen wir unseren Kindern im Kino zumuten? Darüber habe ich mir in meiner Kinderfilm-Kolumne Sitzplatzerhöhung auf kino-zeit.de ein wenig Gedanken gemacht – und freue mich über Rückmeldungen.

(Foto aus Paranorman: Universal Pictures International)