Kinderfilmpodcast #002: Über Die Eiskönigin mit Spinatmädchen

FROZEN

Für meinen zweiten Versuch in Sachen Podcast habe ich eine wunderbare Gesprächspartnerin gewinnen können: Bianca aka Spinatmädchen bloggt viel, gern und mit sehr viel Wissen über All Things Disney (nicht nur über Filme, auch über die Disney Themenparks weltweit und mehr). Außerdem macht sie was mit Medien und Marketing.

Wir haben uns ausführlich und unter verschiedenen Punkten über Die Eiskönigin (Frozen, 2013) unterhalten – Bianca hatte vor einiger Zeit einer gemeinsamen Freundin erzählt, dass sie den Film gar nicht so sehr leiden könne, weil doch seitdem schon so viele bessere Disney-Filme gemacht worden seien, und das ließ in mir die Idee entstehen, man könne sich doch mal freundlich über diesen Film, seine Vorzüge und Probleme streiten. Was wir Anfang der Woche nun getan haben.

Worüber wir gesprochen haben/Shownotes und Links:

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Intro- und Outro-Musik: Urbana-Metronica (wooh-yeah mix) by spinningmerkaba (c) copyright 2011 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license. Ft: Morusque, Jeris, CSoul, Alex Beroza

(Foto: Disney)

KUKI präsentiert: Sklaven des Rave (2014)

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Berliner_innen! Es beginnt: Das Wochenende des KUKI-Festivals. Noch bis Sonntag läuft das 9. Internationale Kinder- und Jugendkurzfilmfestival Berlin, und Ihr solltet Euch dringend aus dem reichhaltigen Programm Vorstellungen heraussuchen, die zum Alter Eurer Kinder passen, und hingehen! Warum? Weil Kurzfilme gut für Eure Kinder sind. Weil das KUKI Filme auswählt, die schlichtweg fabulös sind. Weil Ihr lachen, weinen und glucksen werdet und überhaupt.

ku9_rgb_de_logo1_bunt-transparent Und wer das nach den KUKI-Filmen aus vergangenen Jahren, die ich in den letzten Wochen gepostet habe, noch nicht glaubt, wird vielleicht mit diesem kleinen Kleinod überzeugt, dem “Rausschmeißer” auf der Eröffnungsfeier letzten Sonntag, der alles zusammenbringt, was ganz kurze Kurzfilme so können: Mit einfachen Mitteln und einer klaren Idee ganz heftige Glücksgefühle auslösen. Slaves of the Rave von William Garratt: Zweieinhalb Minuten Glück. Mit Pups!

Schönes Wochenende! Geht zum KUKI!

KUKI präsentiert: Ernesto (2011)

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Am Sonntag geht es los! Das 9. Internationale Kinder- und Jugendkurzfilmfestival Berlin öffnet seine Türen mit der Eröffnung um 14 Uhr für eine ganze Woche voller Kurzfilme für klein und sehr klein, die für groß aber keineswegs uninteressant oder langweilig sind. Im Gegenteil! Es gibt jede Menge Kleinode zu entdecken. Als Medienpartner des Festivals zeige ich hier im Blog noch bis kommende Woche freitags einen Kurzfilm, der in den vergangenen Jahren auf dem KUKI lief.

ku9_rgb_de_logo1_bunt-transparent Vor drei Jahren lief dort Ernesto von Corinne Ladeinde, eine witzige kleine Meditation übers Dazugehören und Gruppenzwang – Ernesto hat nämlich als einziges Kind noch alle Milchzähne. Und die wollen auch irgendwie nicht raus. Stattdessen wollen sie… singen.

Schönes Wochenende! (Geht zum KUKI!)

KUKI 2016: Programme, Filme, Festival

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Am Sonntag beginnt in Berlin zum neunten Mal das KUKI, das Internationale Kinder- und Jugendkurzfilmfestival – eine Rarität unter den Festivals. Denn dem KUKI kann man sich, und das heißt insbesondere auch: die eigenen Kinder, mit großem Vertrauen und ohne Angst ganz und gar überlassen. Und das nicht, weil die Filme so harmlos wären, dass man keine Herausforderung fürchten müsste, ganz im Gegenteil. Aber was hier für unterschiedliche Altersgruppen ausgewählt wurde, das möchte man sich nicht nur gerne ansehen, es ist auch wirklich anspruchsvolles, spannendes Kurzkino.

ku9_rgb_de_logo1_bunt-transparent Ich lobpreise das Festival hier nicht etwa deshalb, weil dieses Blog hier in diesem Jahr als Medienpartner auftauchen darf; sondern ich habe mich auf diese Partnerschaft (deren Kern der Austausch von Arbeit und Nettigkeiten ist) im Vertrauen auf die Qualität der Filme eingelassen. Und von allen Filmen, die ich vorab habe sehen können, fand ich dann auch nur einen einzigen wirklich, pardon, fad.

Aber wer das überprüfen mag: Die Vorstellungen des Festivals (nach Altersgruppen gestaffelte Programme mit jeweils mehreren Kurzfilmen) finden bis auf wenige Ausnahmen im Filmtheater am Friedrichshain statt – eine praktische Übersicht nach Tagen gibt es hier. Der Eintrittspreis beträgt im FaF je Programmreihe sehr wohlfeile 3 Euro pro Person. Alle Filme werden in Originalsprache gezeigt, die nicht deutschsprachigen Kinderprogramme werden dabei von professionellen Sprechern live während des Films auf Deutsch eingesprochen. Die Jugendprogramme haben deutsche Untertitel, die Sprachprogramme für Jugendliche (in Englisch, Französisch und Spanisch) laufen im Original mit originalsprachigen Untertiteln.

Und für einen genaueren Einblick hier noch Anmerkungen zu einigen der Filme (in jedem Programm laufen noch wesentlich mehr Kurzfilme), jeweils nach Altersgruppen/Programmreihen sortiert:

Programm für Kitakinder (ab 4 Jahren)

Hier sind naturgemäß eher sehr kurze, klare Filme anzutreffen – gerne mit Tieren. Und gerne Animationsfilme. Diese beiden Beispiele vereinen das, was gute (Klein-)Kinderkurzfilme ausmacht: eine einfache Geschichte, auf ihren Kern reduziert und sofort verständlich, und mit klarer Animation in Bewegung versetzt.

Im deutschen Beitrag Bat Time (Regie: Elena Walf) sucht eine Fledermaus verzweifelt nach Spielgefährten – aber nachts, wenn sie wach ist, schlafen alle Tiere… Natalia Chernysheva, die vor einigen Jahren mit dem wunderbaren Kurzfilm Schneeflocke schon auf dem KUKI zu Gast war, zeigt in diesem Jahr Pautinka über die seltsame Freundschaft einer alten Dame mit einer Spinne.

Filme ab 6 Jahren

Über den sehr großartigen Chika, die Hündin im Ghetto von Sandra Schießl hatte ich schon vor ein paar Wochen in meiner Kolumne über den Holocaust im Kinderfilm kurz etwas geschrieben und mich im Podcast mit der KUKI-Leiterin auch darüber unterhalten.

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Der Kurzfilm bricht mit sehr einfachen Mitteln ein sehr schweres Thema auf die Kinderperspektive herunter – und lässt dabei die eigentlichen Schrecken nicht außen vor, nur gerade so weit außer Sichtweite, dass man es spürt, als Erwachsener auch sieht. Die Verfolgung greift als Motiv bis in die zur Animation verwendeten Materialien ein – ein kleines Meisterwerk und Lehrstück zugleich.

Viel leichter kommt dagegen in dieser Sektion Le dragon et la musique daher, ein Schweizer Film über, nun ja, einen Drachen und die Musik. Aber ganz so einfach ist es auch wieder nicht, weil es eben auch um Konformismus geht, vielleicht sogar Militarismus, um’s eigene Herz und natürlich die Frage, ob man vor Drachen eigentlich Angst haben muss.

Filme ab 8 Jahren

In dieser Sektion wird auch noch einmal Pautinka gezeigt – der geht für fast jedes Alter -, aber auch schon anspruchsvollere, auch längere Kost wie z.B. Mindenki (Sing) von Kristof Deak aus Ungarn. Das ist schon ein kleiner Spielfilm im vertrauten Milieu einer Schule: Zsofi ist neu und möchte gern im Chor mitsingen, der sich gerade auf einen Wettbewerb vorbereitet. Das läuft allerdings anders, als sie es erwartet hat.

Filme ab 10 Jahren

Sehr ambivalente Gefühle hat bei mir Operation Commando von Jan Czarlewski hervorgerufen – und auch bei meinen Kindern. Zwei Brüder fahren gemeinsam in ein Camp, am ersten Tag werden sie gleich in zwei unterschiedliche Teams aufgeteilt, die sich gegenseitig einen Schatz abluchsen sollen – was macht das mit den Geschwistern, die ohne einander eigentlich nicht können? Der Film zeigt Gruppendynamiken und Konflikte, ohne das wirklich aufzulösen und sorgt damit garantiert für Diskussionen – und das ist dann ja wieder, ganz unambivalent, erstmal eine gute Sache.

Dagegen kommt Minoule zunächst scheinbar harmlos daher. Eine Katze will an den Vogel im Käfig heran und klettert und klettert an Häusern herum. Eine tolle Mischanimation aus Zeichentrick und Realfilm, mit Musik unterlegt und Twist am Schluss. Mit vielleicht einem Hauch tierischer Grausamkeit darin.

Umweltprogramm für Kinder ab 8 Jahren

Abschied ist der einzige Film, mit dem ich nicht wirklich etwas anfangen konnte, vielleicht weil er sein Thema – das Verschwinden einzelner Tierarten, Ausrottung, abnehmende Vielfalt – zwar sehr schön mit dem Bild eines vielstimmigen Orchesters illustriert, das dann aber ohne Ecken, Kanten oder Abweichungen einfach nur durchdekliniert. Schöne Idee, wird aber schnell langweilig.

Was man dagegen viel zu wenig sieht: Dokumentarfilme für Kinder. Frank Feustle begleitet in Lotumi und der rote Tanz zwei Jungs, die unbedingt Krieger werden wollen und dafür erst einmal mit den erwachsenen Männern Tiere hüten müssen – kriegerisch ist daran wenig, gelernt wird viel und gewachsen vor allem innerlich. Ein erfrischend nüchterner, freundlicher Blick auf eine Welt, die unserer vielleicht nur geographisch wirklich fern ist.

Und für solche Blicke, kurz, fokussiert und prägnant ist das KUKI immer wieder gut.

(Fotos: KUKI)

Die drei besten Kinderfilme aller Zeiten

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Das ist natürlich ein hyperbolischer Titel, der so auch nicht stimmt; aber wenn man Abschied nimmt von etwas (wie ich vergangene Woche nach zwei Jahren von meiner Kolumne “Familientipp zum Wochenende” auf filmstarts.de), dann darf man schonmal etwas dramatisieren. Und es schadet natürlich auch nicht, zu diesem Anlass auch noch drei Filme anzupreisen, die vorher in der Kolumne noch keinen Platz gefunden hatten, aber eindeutig angepriesen und empfohlen werden sollten. Tipps halt.

Ach, und die Jahreszeit passt ja auch. Oder, wie es Herr Buddenbohm schrieb:

Da ist es, wenn man die Empfehlungen auch als Geschenkvorschläge verstehen möchte, vielleicht keineswegs zufällig, dass von den drei Filme, die ich auf filmstarts.de vorstelle, zwei sich auch schon unter meinen (hoffentlich und anscheinend recht zeitlosen) vorweihnachtlichen Geschenkvorschlägen, die ich vor drei Jahren hier zusammengestellt hatte.

Der einzige, der damals noch fehlte, war Horton hört ein Hu, den ich wahrscheinlich schlichtweg noch nicht kannte, sondern erst irgendwann im Lauf der letzten zwei Jahre oder so gesehen habe. Was für ein großartiger Film! Irgendwie natürlich ein recht gewöhnlicher Animationsfilm aus dem Computer, aber er atmet doch, durch alle Modernisierungen hindurch, sehr den Geist von Dr. Seuss, auf dessen Erzählung Horton hears a Who das Ganze beruht. Und wenn man nur minimal an der Oberfläche dessen kratzt, was der Film so über die nur vermeintlich schlichte Handlung (voll tauglich für Kinder ab 5 Jahren) an Bedeutungen trägt und um sich schleudert, dann sieht man auch sofort, wie politisch der Film letztlich ist.

Das gilt natürlich gleichermaßen für Ernest et Célestine, den ich hier schon wiederholt gepriesen und gelobt habe, man kann das auch eigentlich nicht genug tun. Vordergründig wieder sehr einfach: Ernest, Bär, und Célestine, Maus, freunden sich an. Das darf aber eigentlich nicht sein, weil Bären und Mäuse nicht nur in strenger Trennung voneinander, sondern auch in großer Angst voreinander leben. Und so wird aus einer Zufallsbekanntschaft (mehr aus Notwendigkeit zunächst denn aus Zuneigung) ganz schnell sozialer Sprengstoff, der auch reichlich Action auf die Leinwand bringt – allerdings in zurückhaltenden, sanften Zeichnungen. Ein Glück und ein Kleinod des europäischen Animationskinos (ab 6 Jahren).

Zum Abschluss dann noch ein Film für die etwas älteren Kinder: Flottes Actionkino mit Sequenzen, bei dem sich die Fingernägel vor den Zähnen in Acht nehmen sollten. Kletter-Ida ist hierzulande leider ziemlich unbekannt, aber ganz und gar zu Unrecht. Ohne großen Schnickschnack und ohne wilde Effekte geht es hier ums Ganze: Ida und ihre zwei Freunde müssen eine Bank ausrauben, damit sie die Operation für Idas schwerkranken Vater bezahlen können. Nur leider müssen sie am Abend des Bankraubs auf Idas kleinen Babybruder aufpassen… Es geht rasant zu, witzig und ein bisschen romantisch, alles sehr dänisch-direkt, nie peinlich und, na klar, mit Happy End. Hach! (Empfohlen ab 8 Jahren.)

So. Und wem das alles noch nicht genug Vorschläge sind: hier gibt es noch mehr, die besten Kinderfilme überhaupt (bestimmt)!

(Foto: Ascot Elite)

KUKI präsentiert: Fuga Animada (2013)

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Als Medienpartner des KUKI-Festivals (9. Internationales Kinder- und Jugendkurzfilmfestival Berlin, 13.-20. November 2016), zeige ich hier im Blog bis zum Festivalende jeden Freitag als Kurzfilm zum Wochenende einen der Filme, die das KUKI in den vergangenen Jahren bereits gezeigt hat.

ku9_rgb_de_logo1_bunt-transparent Der Brasilianer Augusto Bicalho Roque war 2013 mit Fuga Animada auf dem Festival zu Gast. Seine Stop-Motion-Geschichte verbindet real Bilder vor allem mit gezeichneter Animation und nimmt ein uraltes künstlerisches Thema auf: Der Kampf zwischen einer Künstlerin und ihrer Kreation.

Wer hat das Sagen? In Ästhetik und Figuren bezieht sich Fuga Animada – die Älteren werden es erkennen – natürlich auch auf La Linea, die Zeichentrickfigur des italienischen Cartoonisten Osvaldo Cavandoli, die früher immer wieder in kleinen Pausen im Fernsehen zu finden war.

Schönes Wochenende!