Kinderfilme auf der Berlinale 2016

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Vom 11. bis 21. Februar 2016 breitet sich in Berlin wieder die Berlinale über die Kinolandschaft und -freund_innen aus – wie ein kratziger, von Eiswinden durchzogener Teppich der harten cineastischen Glückseligkeit. Naja, und viele werden wahrscheinlich kommen, weil sie hoffen, die Jurypräsidentin Meryl Streep zu Gesicht zu bekommen. Auch gut.

berlinale_logo Auch im diesjährigen Programm gibt es wieder – in der Sektion „Generation“, Abteilung „Kplus“ – einige Kinderfilme zu sehen, von denen viele viel versprechen. Es gibt zahlreiche Weltpremieren zu sehen (bei denen man also vorher nicht so recht weiß, was auf die Zuschauer_innen zukommt) und ein paar spannende neue Produktionen auch aus Deutschland.

Ich habe hier einmal kurz die Filme zusammengestragen, mit den vom Festival vorbereiteten Inhaltsangaben und Hintergrundinfos – sowie zudem, soweit auffindbar, zu jedem Film den Trailer oder sonst ein Video. (Nicht alle sind auf Deutsch oder Englisch, aber so ist das bei einem so wunderbar bunt internationalen Programm wie bei der Berlinale.) Weltpremiere (WP): Erste offizielle Aufführung des Films weltweit. Internationale Premiere (IP): Erste offizielle Aufführung des Films außerhalb seines Produktionslandes. Europäische bzw. Deutsche Premiere (EP bzw. DP): Erste Aufführung in Europa bzw. in Deutschland.

Einige Filme werde ich vor Festivalbeginn sehen können und hoffe, dass ich möglichst viele hier (wenigstens kurz) besprechen kann (vor allem eine Frage der Zeit, zwischen Erwerbsarbeit und Familie).

ENTE GUT! Mädchen allein zu Haus

Von Norbert Lechner – Deutschland, Weltpremiere

Weil ihre Mutter zurück nach Vietnam musste, kümmert sich die elfjährige Linh alleine um ihre kleine Schwester und den Imbiss. Niemand darf davon wissen, aber der gleichaltrigen Pauline aus dem Nachbarhaus entgeht nichts. Wird die selbst ernannte „Spionin“ die Schwestern auffliegen lassen?

Genç Pehlivanlar (Young Wrestlers)

Von Mete Gümürhan – Türkei/Niederlande, Weltpremiere

Leben, lernen und leiden: Für ihren Traum vom Ringen nehmen die 26 Jungen des Sportinternats in der türkischen Provinz Amasya viel auf sich. Der Dokumentarfilm folgt hautnah, aber unaufdringlich ihrem Alltag zwischen Kameradschaft und Konkurrenz.

Jamais contente

Von Emilie Deleuze – Frankreich, Weltpremiere

Aurore hat zwar nicht die besten Noten, aber doof ist sie nicht. Ziemlich scharfsinnig beobachtet und kommentiert sie ihr Umfeld – ihre Eltern, die Jungs, ihren Französischlehrer und sich selbst. Mit trotziger Sturheit testet Aurore ihre Grenzen aus und findet dabei heraus, dass die Musik ein Ventil und sie letztlich doch nicht „frigide“ ist. Der Film basiert auf der erfolgreichen französischen Jugendbuchtrilogie „Le Journal d’Aurore“. Mit Catherine Hiegel, Alex Lutz.

Little Men

Von Ira Sachs – USA, Internationale Premiere

Schnell werden Tony und Jake, der neu in der Brooklyner Nachbarschaft ist, zu besten Freunden. Empathisch und zugleich mit einem feinen Gespür für soziale Dissonanzen erzählt Regisseur Ira Sachs (Teddy-Award-Gewinner Berlinale Panorama 2012: Keep the Lights On) von einer jungen Freundschaft im Konflikt mit der Logik einer erwachsenen Welt. Little Men wird auch im Panorama präsentiert. Mit Jennifer Ehle, Greg Kinnear, Alfred Molina.

Mavi Bisiklet (Blue Bicycle)

Von Ümit Köreken – Türkei/Deutschland, Weltpremiere

Der zwölfjährige Ali lebt in kargen Verhältnissen in der anatolischen Provinz. Sein mühsam verdientes Geld spart er für seinen größten Traum: ein nagelneues, blaues Fahrrad. Als seiner heimlichen Liebe Elif in der Schule eine große Ungerechtigkeit widerfährt, nimmt Ali den engagierten Kampf für die Demokratie und gegen ein festgefahrenes System auf.

Ottaal (The Trap)

Von Jayaraj Rajashekaran Nair – Indien, Europäische Premiere

Das paradiesisch anmutende Leben des achtjährigen Kuttappayi wird getrübt vom Verlust der Eltern. In eindringlich schöner Natur lebt, fischt und lacht er nun mit seinem Großvater, dem Entenhirten. In die Zukunft blickt der Junge mit hoffnungsvollen Träumen und ahnt nicht, dass er bald das Schicksal vieler Millionen Kinder weltweit teilen wird, die heutzutage zu Kinderarbeit gezwungen werden.

Rara

Von Pepa San Martín – Chile/Argentinien, Weltpremiere

Jungs interessant finden, Jungs doof finden, der besten Freundin ganz nahe sein und vor ihr Geheimnisse haben, Sorgen in der Schule und die nervigen Eltern: Die Probleme einer 13-Jährigen. Das alles hat für Sara nichts damit zu tun, dass ihre Mutter mit einer Frau zusammenlebt. Ihr Vater sieht das anders. DAAD-Kurzfilmpreis-Gewinnerin Pepa San Martín (Berlinale Shorts 2011: La Ducha) inszeniert ihr Langfilmdebüt nach einem chilenischen Sorgerechtsfall.

Rauf

Von Barış Kaya, Soner Caner – Türkei, Weltpremiere

Mit der Farbe Pink hofft der Junge Rauf seine heimliche große Liebe, die ältere Zana, zu gewinnen. Aber wie sieht Pink eigentlich aus und ist die Farbe überhaupt in einem verschneiten, kurdischen Bergdorf zu finden? Aus der Erwachsenenwelt schwappen indessen unklar düstere Nachrichten herüber.

Siv sover vilse (Siv Sleeps Astray)

Von Catti Edfeldt, Lena Hanno Clyne – Schweden / Niederlande, Weltpremiere

Die kleine Siv (Astrid Lövgren) soll bei Cerisia (Lilly Brown) übernachten, doch je später der Abend, desto merkwürdiger erscheinen die Dinge im schrägen Zuhause ihrer neuen Freundin. Eine originelle Verfilmung von Pija Lindenbaums Kinderbuch „Mia schläft woanders“.

Solan og Ludvig – Herfra til Flåklypa (Louis & Nolan – The Big Cheeserace)

Von Rasmus Sivertsen – Norwegen, Internationale Premiere

Für den frechen Elster-Jungen Solan geht es beim Käserennen um weit mehr als die Ehre. Siegessicher und mit viel Einfallsreichtum geht er mit seinen beiden Mitstreitern an den Start. Aber das ausgebuffte Gegnerteam aus dem verfeindeten Nachbardorf kämpft mit harten Bandagen. Turbulent und mit viel Humor erzählt diese liebevoll umgesetzte Knet-Animation, dass es nicht immer ums Gewinnen geht.

Ted Sieger’s Molly Monster – Der Kinofilm

Von Ted Sieger, Matthias Bruhn, Michael Ekbladh – Deutschland / Schweiz / Schweden, Weltpremiere

Helle Aufregung im Monsterland: Die kleine Monsterin Molly soll ein Geschwisterchen bekommen. Bevor dieses endlich aus dem Ei schlüpft, müssen Molly und ihr bester Freund Edison einige Abenteuer bestehen. Bunter Animationsspaß für die Kleinsten im Kinoformat nach der beliebten Fernsehserie „Die kleine Monsterin“.


(Trailer auf Schweitzerdeutsch)

Woorideul (The World of Us)

Von Yoon Ga-eun – Republik Korea, Weltpremiere

Alleine unterwegs in den sommerlichen Gassen knüpfen die beiden zehnjährigen Sun und Jia ein Band zärtlicher Freundschaft. Die turbulente soziale Dynamik ihrer Schulklasse droht es wieder zu zerreißen. Gläserner-Bär-Gewinnerin Ga-eun Yoon (Berlinale Generation Kplus 2014: Sprout) kehrt mit einem Debüt zurück, das in leisen Tönen eindringlich das Erleben eines zarten jungen Mädchens schildert und dabei zu großer Kunst findet.

Zud

Von Marta Minorowicz – Deutschland / Polen, Weltpremiere

In der kargen Steppe der Mongolei trainiert der elfjährige Sukhbat hart für den Sieg beim Pferderennen und hofft auf väterliche Anerkennung. In weiten Landschaftsbildern und einer dokumentarisch anmutenden Sprache erzählt der Film die Geschichte einer nomadischen Kindheit.

Kurzfilme Generation Kplus

Aurelia y Pedro (Aurelia and Pedro), Mexiko, von Omar Robles, José Permar – WP
Cats & Dogs, Schweiz/Deutschland, von Gerd Gockell, Jesús Pérez – IP
Chopping Onions, USA, von Adinah Dancyger – EP
El inicio de Fabrizio (Fabrizio’s Initiation), Argentinien, von Mariano Biasin – IP
En la azotea (On the Roof), Spanien, Damià Serra Cauchetiez – IP
Kill Your Dinner, Australien, von Bryn Chainey – WP
Le renard minuscule (The Teeny-Weeny Fox), Frankreich/Schweiz/Belgien, von Aline Quertain, Sylwia Szkiladz – IP
Lili, Dänemark/Großbritannien, von Siri Melchior – WP
Little Doll, Irland, von Kate Dolan – WP
Neiwa, Mexiko, von Abraham Cruz Herrera, Javier Vázquez Cervantes – WP
Nina, Belgien, von Emmanuel Elliah, Maria Körkel – WP
Ninnoc, Niederlande, von Niki Padidar – IP
Semele, USA/Zypern, von Myrsini Aristidou – EP
Simon’s Cat ‚Off to the Vet‘, Großbritannien, von Simon Tofield – IP
Skatekeet, Niederlande, von Edward Cook – IP
Take Your Partners, Großbritannien, von Siri Rodnes –WP
The Boyfried Game, Australien, von Alice Englert – EP
Zeezucht (Jonas and the Sea), Niederlande, von Marlies van der Wel – EP

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