Winnetous Sohn (2015)

“Winnetous Sohn“   04.09.2014     DT 16 Regie André Erkau Kinderfilm GmbH + ZDF Bild 40 Morten wird gehänselt. Max kommt dazu. Rolle Morten 10 Jahre 	(Tristan Göbel) Rolle Max 10 Jahre	(Lorenzo Germeno) Foto: Stefan Erhard

Die Abenteuer-Romane von Karl May sind heutzutage nicht mehr unbedingt eine Lektüre, die die meisten Kinder kennen – und auch die Verfilmungen sind schon eine ganze Weile nicht mehr fester Bestandteil des Familien-Fernsehprogramms. Winnetou selbst, der Häuptling der Apachen, ist hingegen nach wie vor ein allseits bekannter Name, selbst wenn man mit seinen Geschichten nur vage vertraut ist. Genau darauf baut nun Winnetous Sohn auf, ein abseits des Titels fest in unserer Gegenwart verankerter Kinderfilm: Max ist zehn Jahre alt und wird von allen nur „der Häuptling“ genannt, schließlich verbringt er seine Freizeit am liebsten im Indianercamp. Er wünscht sich nichts sehnlicher, als bei den in der Nähe stattfindenden Karl-May-Festspielen den Sohn des berühmten Häuptlings zu spielen. Zwar macht Max sich dort schon beim ersten Vorsprechen mit seiner direkten Art nicht unbedingt nur Freunde, aber das hält ihn nicht davon ab, sich unverdrossen auf den zweiten Termin vorzubereiten. Dafür stehen Bogenschießen und Reiten auf dem Programm, bisher nicht gerade seine Stärken…

Weiterlesen: Meine vollständige Empfehlung für Winnetous Sohn ist heute auf filmstarts.de erschienen.

Der Film von Anja Kömmerling und Thomas Brinx kommt mit gewissen Erwartungen, denn er ist der erste Kinofilm, der aus den Mitteln der Initiative “Der besondere Kinderfilm” gefördert wurde.

In dieser Initiative stehen Kinderfilme im Mittelpunkt, die nicht auf bekannten literarischen Vorlagen, sondern auf originären Stoffen beruhen. Qualität und Anzahl dieser “besonderen Kinderfilme” sollen dadurch im Kino und im Fernsehen gesteigert werden.

Natürlich ist die hier gepriesene “Originalität” kein sinnvolles Qualitätskriterium (oder gar ein Qualitätsgarant) für Filme generell und Kinderfilme im Speziellen; aber die Initiative (die vorerst, soweit absehbar ist, wohl nur zwei Filme pro Jahr ins Kino bringen wird und damit nur einen kleinen Beitrag zu den angestrebten Zielen leisten kann) richtet sich doch gegen die Mutlosigkeit vieler Produktionsfirmen, die sich immer nur auf bekannte und erfolgreiche Stoffe vor allem aus der Kinderliteratur stützen oder, schlimmer noch, nur auf Remakes setzen, anstatt etwas Neues zu wagen.

(Foto: Weltkino)

Zusammenfassung
Datum
Film
Winnetous Sohn (2015)
Bewertung
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Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

3 Gedanken zu „Winnetous Sohn (2015)“

  1. Diesmal bin ich nicht deiner Meinung: für mich ist dieser Film bemüht und wenig inspiriert. Die Dialoge sind krampfig und die filmische Umsetzung eher mittelmäßig (spätestens wenn die Windräder schon wieder als Zwischenschnitt benutzt werden, aber gar keinen Sinn ergeben). Auch wenn die Idee einen originären Stoff für Kinder umzusetzen lobenswert ist, und natürlich die Außenseiterrolle ungewöhnlich besetzt sind, muss für mich dennoch ein Film gut gemacht sein. Und da hat er schon grobe Mängel. Denn auch die Eltern kommen reichlich stereotyp daher und Spielfreude ist ihnen nicht anzumerken. Von der Glaubwürdigkeit Max’ Mutter ganz zu schweigen. Nein, diesen Film kann ich niemandem empfehlen. Schade!

    1. @Gabriela grunwald: Wir können ja nicht immer einer Meinung sein. ;-) Der Film ist sicher nicht frei von Mängeln, aber ich finde ihn insgesamt eher gelungen. Da kann man aber, würde ich vermuten, in diesem Fall leicht unterschiedlicher Auffassung sein bzw. unterschiedliche Schwerpunkte sehen. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach vom Charme der Hauptdarsteller einwickeln lassen…

Mentions

  • Wolfgang Groos über gute und „besondere“ Kinderfilme | Kinderfilmblog

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