Kinostart der Woche (6. November 2014): Quatsch und die Nasenbärbande

Bild 10_QUATSCH © Veit Helmer-Filmproduktion

Heute ist mit Quatsch und die Nasenbärbande ein recht anarchisch anmutender Kinderfilm für die jüngeren Kinogänger in den Lichtspielhäusern gestartet. Ich selbst fand den Film sehr sehenswert, wenn auch nur für Kinder in einem womöglich sehr beschränkten Alterssegment. Die Kolleg_innen sahen klar das Bemühen dahinter, wurden aber nicht immer vollständig überzeugt. Eine kleine Presseschau:

Für Gabriele Summen stieß nicht zuletzt auf, dass der Film sich recht freimütig an anderen Texten und Bildern bedient:

“Quatsch und die Nasenbärbande” ist ein redlicher Versuch, die olle Vernunft an den Nagel zu hängen. Im Sinn hatten die Macher offenbar einen lustig-anarchischen Film für die Allerkleinsten, die gerade dem Topf entwachsen sind und endlich ins Kino dürfen. […] Während die Kinder Schlaftabletten, Brötchen, Loks, Boote, Kräne und allerlei mehr mopsen oder kurz mal “ausleihen”, bedient sich Helmer bei zahlreichen kreativen Vorbildern der Kinderunterhaltung. Von Michael Ende kupfert er eine fliegende Lok und die “grauen Herren” ab, hier sind Letztere allerdings Mitglieder der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK).

Stefan Otto sah einen Film, der auch für ein breiteres (Eltern-)Publikum noch interessant sei:

Ein echter Kinderfilm und dabei einer, an dem auch erwachsene Zuschauer großen Spaß haben können. Mit lebhaften Kinderdarstellern und prominent besetzt in den Erwachsenenrollen, vielfigurig, temporeich und mindestens so originell und phantasievoll wie die Jungen und die Alten von Bollersdorf.

Und Sophie Charlotte Rieger hat noch ein paar kleinere Kritikpunkte anzumerken:

Es ließe sich natürlich auch einiges kritisieren an „Quatsch und die Nasenbärbande“. Zum Beispiel, dass die bewusst reduzierte Arbeit mit den Kinderdarstellern auch zur Marginalisierung ihrer Figuren führt. Oder dass zwar bei den jungen Figuren auf Geschlechterstereotype verzichtet wird, diese dafür in der Elterngeneration aber umso stärker reproduziert werden. Doch so richtig will man sich über diese Dinge dann doch keine Gedanken machen, denn die ausgelassene Stimmung von Kreativität und wildem Kinderspiel ist über die Maßen ansteckend. Am Ende wollen auch die Erwachsenen nur schnell aus dem Kino stürmen, um endlich mal wieder richtig Quatsch zu machen.

Außerdem gibt es auch noch Interviews zum Film; kino-zeit.de hat mit dem Regisseur Veit Helmer gesprochen, während die Berliner Morgenpost die großartige Schauspielerin Fritzi Haberlandt zum Interview traf.

(Foto: Veit Helmer Filmproduktion)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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