Kinostart diese Woche (4. September 2014): Lola auf der Erbse

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Heute startet Lola auf der Erbse in den deutschen Kinos, und damit ein weiterer deutscher Kinderfilm in diesem Jahr, bei dem mir nicht nach Weglaufen zumute ist. Hurra! Für kino-zeit.de hatte ich anläßlich der Premiere beim Filmfest München geschrieben:

Aber es geht ja auch nicht primär um Realismus. Lola auf der Erbse versucht, von dem politisch sehr komplexen Thema “Illegalität” auf eine Weise zu erzählen, die auch für Sechsjährige verdaulich und weitgehend verständlich ist – und zugleich als Komödie, nicht als Drama funktioniert. In seiner Konzentration auf einzelne Figuren gelingt das dem Film insgesamt sehr gut, sieht man von einigen wenigen Szenen ab, in denen der pädagogische Impetus zu künstlich von der Leinwand tropft.

Für Michael Meyns war das allerdings nicht ganz so überzeugend:

Allzu einfach, um nicht zu sagen naiv lösen sich die zahlreichen Probleme bald auch in Wohlgefallen auf, was den Film etwas unbestimmt wirken lässt: Für kleine Kinder thematisch wohl zu komplex, für ältere angesichts der heimeligen Dorfatmosphäre vermutlich zu einfach. So bleibt “Lola auf der Erbse” ein netter Kinderfilm, der […] vor allem mit der Darstellung des […] Lebensentwurf[s] von Lola und ihrer Mutter zu überzeugen weiß.

Und auch Ulf Lepelmeier sieht den Film nicht wirklich als realistisches Drama:

Heinemanns Verfilmung des gleichnamigen Kinderbuchs von Annette Mierswa schlägt trotz Patchworkfamilienproblematik und einer illegal in Deutschland lebenden kurdischen Flüchtlingsfamilie einen leichten Tonfall an, der mit einem etwas naiven Weltbild einhergeht, in dem für wirkliche Dramatik kein Platz ist. So wie die irgendwie arabisch anmutende Soundkulisse nicht recht zur bayerischen Dorfidylle passen will, wirkt auch die Geschichte um die illegale Flüchtlingsfamilie dabei eher märchenhaft als realistisch.

(Foto: farbfilm Verleih)

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