Kinostarts der Woche (3. April 2014): Deine Schönheit ist nichts wert, Rio 2

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Heute starten gleich zwei Kinderfilme höchst unterschiedlicher Natur in den deutschen Kinos. Deine Schönheit ist nichts wert ist ein sehr ernstes Drama um eine Familie türkisch/kurdischer Flüchtlinge in Wien, konzentriert auf die Perspektive des zwölfjährigen Veysel.

Sophie Charlotte Rieger war ziemlich angetan von dem Film:

Deine Schönheit ist nichts wert erzählt auf eindrückliche Weise von der Lebensrealität einer Flüchtlingsfamilie in Österreich und zeigt die Konsequenzen der Sprachbarriere, die nicht nur Veysel immer wieder zum Verhängnis wird. Damit kann der Film auch bei jungen Zuschauern Verständnis für ihre nicht-deutschsprachigen Klassenkameraden wecken

Katrin Hoffmann lobt in der neu aufgemachten epd film (schick!) die genauen Beobachtungen des Regisseurs:

Der deutschtürkische Regisseur Hü­seyin Tabak kennt die Migrantensituation nur zu genau. Mit scharfem Blick und ohne Rücksicht auf Allgemeinplätze skizziert er eine Nachbarschaft, in der hauptsächlich Ausländer leben. Wie auch in seinem Kinderfilm Das Pferd auf dem Balkon (2012) blickt er von oben auf die klar ummauerten Hinterhofereignisse und zeigt uns idyllische bis tragische Begebenheiten, die sich hier abspielen.

Ganz, ganz, ganz anders (nämlich tänzerisch unterhaltend) kommt Rio 2 daher.

Für Gabriele Summen ist das fast ein bißchen zu viel gute Laune:

Zwischen den erstaunlich vielen Handlungssträngen wird reichlich gesungen und getanzt – von HipHop bis zu Samba ist für jeden etwas dabei. Der Komponist John Powell und die brasilianischen Musiklegenden Sergio Mendes und Carlinhos Brown feuern eine fetzige Nummer nach der anderen ab. So unterhaltsam der Film streckenweise auch ist – am Ende packt er von allem etwas zu viel in diese bild- und textgewaltige Geschichte.

Und Volker Robrahn sieht das ähnlich, mit allen seinen Vor- und Nachteilen:

Die „Rio“ – Filme dürfen wohl für sich in Anspruch nehmen die bunteste aller Animationsreihen zu sein, und erschaffen mit ihrer gewaltigen Farbenpracht und ihren herrlich klaren Bildern tatsächlich eine Welt in die man als Zuschauer zu gerne direkt eintauchen würde (und das dank 3D-Brille auch tatsächlich ein wenig kann). […] Vom Anspruch, den etwa die Animationsfilme aus der Hochphase der Pixar-Filme besaßen, sind wir hier weit entfernt.

Viel Spaß im Kino!

(Foto: barnsteiner-film)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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