Berlinale 2014: Die (womöglich) besten Kinderfilme

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Die Berlinale bietet viele tolle Kinderfilme: Welche davon sollte man sich näher ansehen? – Bevor Anfang kommender Woche der Vorverkauf für die Berlinale beginnt und am Freitag dann die Kinder- und Jugendfilmsektion, die Berlinale Generation, mit Loulou, das unglaubliche Geheimnis (Kplus) bzw. God Help The Girl (14plus) eröffnet wird, möchte ich an dieser Stelle auf einige der interessanteren Filme schon vorab hinweisen.

Da ich leider mit Ausnahme von Michel & Ida aus Lönneberga keinen der Filme vorab selbst sichten konnte, habe ich mich bei dieser Auswahl von den Hinweisen und Empfehlungen zahlreicher Kolleginnen und Kollegen leiten lassen, die so freundlich waren, mir ihre Einschätzungen der Filme aus der Generation vorab schon mitzuteilen: mein Dank gilt Lida Bach, José Garcia, Katharina Sobottka, Thomas Vorwerk, Patrick Wellinski, Anna Wollner und besonders Elisabeth Nagy. Sie haben in ihrer Gesamtheit nicht alle Filme gesehen, konnten aber doch zu den meisten schon etwas sagen.

Für die Filme in der Kindersektion Kplus gilt, dass Filme grundsätzlich in der Originalsprache gezeigt werden, gegebenenfalls wird der deutsche Text live im Kino eingesprochen – das funktioniert immer sehr gut und wird erfahrungsgemäß auch von den Kindern nicht als problematisch empfunden. (Ausnahme: Jack und das Kuckucksherz wird im Original mit deutschen Untertiteln zu sehen sein.) Die Sektion 14plus zeigt die Filme ebenfalls in Originalfassung sowie ggf. mit englischen Untertiteln. Die Programme gibt es auf der Website der Berlinale zum Download, alle Filme der Generation hatte ich kurz inhaltlich und z.T. mit Trailern hier im Blog bereits vorgestellt: Kplus, 14plus.

Für die ganz Kleinen

Für ganz kleine Kinder bietet auch das Kplus-Programm naturgemäß nur ein kleines Angebot; insbesondere sollten für sie die „Kurzfilme 1“ (ab 4 Jahren) in Betracht gezogen werden, die in knappen 54 Minuten ein abwechslungsreiches Potpourri bieten. Außerdem kommt noch Michel & Ida aus Lönneberga (Emil & Ida i Lönneberga) für sie in Frage (ab 5), der allerdings eher mittelmäßige Unterhaltung bietet.

Ab 7 Jahren

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Für die etwas älteren Kinder habe ich eine Reihe von Empfehlungen, auch wenn ich über einige kein Wort verlieren darf, da sie als Weltpremieren gezeigt werden, und da bittet das Festival darum, Kritiken zum Film erst nach der offiziellen Premiere zu veröffentlichen.

Aber trotzdem darf ich sagen, dass meine Kolleg_innen übereinstimmend der Meinung waren, dass etwa Johan und der Feuerkönig (Beyond Beyond; ab 7), Naturkunde (Ciencias Naturales; ab 10) und Meiner Seelen Wonne (Hitono Nozomino Yorokobiyo; ab 11) wirklich sehenswert sind.

Nachdrückliche Empfehlungen bekam ich außerdem für Die geheime Mission (MGP Missionen; ab 8) übermittelt, sowie für Finn (ab 8), der nicht nur aufgrund seiner Darsteller_innen Erwähnung fand, sondern auch durch seine solide Geschichte zwischen Märchen und Drama, mit einem „Schuss Mystery“. Und schließlich noch für Jack und das Kuckucksherz (Jack et la mécanique du cœur; ab 12), etwas düster, aber wunderschön anzusehen (sagt Lida) und insgesamt etwas anders als die anderen Filme.

Für Jugendliche ab 14 Jahren

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Aus der Sektion 14plus gab es zwei ziemlich klare Favoriten unter den Kolleg_innen, die sie gesehen haben – zum ersten: das Vampirmockumentary What we do in the Shadows, in dem es wohl reichlich zu lachen gibt und das sich beileibe nicht nur für Jugendliche eignet, sondern für Blutsaugerfreund_innen aller Altersgruppen (über 14). Zum zweiten den Eröffnungsfilm God Help The Girl, „eine Mischung aus 500 Days of Summer und Once mit Emo-Indiemusik“, wie Anna Wollner mir schrieb. Knappe Empfehlungen gab es auch für Einstein and Einstein sowie für Supernova (auch eine Weltpremiere).

Gerade in der Sektion 14plus stößt man aber auch schnell auf Filme, die – ähnlich wie in den „erwachsenen“ Sektionen der Berlinale – auf sehr gemischte Gefühle und unterschiedliche Urteile stoßen. Prononciert ist das diesmal für Mavi Dalga, der für Patrick Wellinski „das beste“ ist, „was Generation dieses Jahr zu bieten hat“ – Elisabeth Nagy hingegen konstatierte: „der Film ist rein auf die Zielgruppe zugeschnitten. Während für die jungen Mädchen Liebe, Ausbildung und Zukunft die Welt bedeuten, erfordern ihre Dialoge und Handlungen viel Einfühlvermögen, da es sonst eher als banal rüberkommt.“

Durchaus gemischte Gefühle weckte auch 52 Tuesdays, den ein Kollege stark empfahl; auf Elisabeth wirkte der Film, der „nicht nur das Verhältnis zwischen Eltern und Kindern, sondern das Bekennen zur eigenen Sexualität“ behandelt, etwas zu pädagogisch und zugleich in der Haltung der Regie zu seinen Themen nicht klar genug.

Am besten ist im Übrigen ja immer: selbst ansehen. Welche Filme auf der Berlinale werdet Ihr Euch ansehen?

(Fotos: Beyond Beyond, Sundance)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

2 Gedanken zu „Berlinale 2014: Die (womöglich) besten Kinderfilme“

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  • VIENNALE – es ist wieder so weit! :) | umairanwarboss
  • Viennale-Recherche | elisabethgittenberger

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