Berlinale 2014: Generation 14plus – das Programm

berlinale_logoIn zwei Pressemitteilungen hat nun die Kinderfilmsektion der Berlinale, die Berlinale Generation, die Filme des Jahrgangs 2014 vorgestellt. Hier sind die Langfilme der “Generation 14plus” (die Generation Kplus hatten wir vorgestern bereits), die sich vor allem an Jugendliche ab 14 Jahren richtet, in alphabetischer Reihenfolge (nach dem Originaltitel) aufgelistet. Die Inhaltsangaben stammen vom Festival, ich habe jeweils, soweit auffindbar, noch kurze Links, einen Trailer (meist in der Originalsprache) oder ein Bild hinzugefügt. Die Berlinale findet vom 6. bis 16. Februar 2014 statt. Weitere Infos und Besprechungen wird es demnächst hier im Blog geben. Update 24.1.2014: Das Programm der Generation 14plus ist jetzt – inkl. Filmbeschreibungen und Projektionsterminen – komplett zum Download verfügbar (PDF; 2,3 MB).


3 Histoires d’Indiens (Kanada; Regie: Robert Morin)

Drei Geschichten, verteilt über vier Jahreszeiten. Sie skizzieren das Leben einer neuen Generation von „Indianern“, weniger resigniert und aktiver als es noch ihre Eltern waren. Von innen heraus eröffnet der Spielfilm authentische Einblicke in den heutigen Alltag in einem Reservat.

(Weltpremiere)


52 Tuesdays (Australien; Regie: Sophie Hyde)

Ein Jahr verbringt Billie jeden Dienstag bei ihrer Mutter, die sich einer Geschlechtsanpassung unterzieht und jetzt James heißt. Alles wird also anders. Dabei hätte Billie eigentlich schon genug mit sich selbst zu tun.

(Europapremiere; Homepage)


Above Us All (Niederlande/Belgien; Regie: Eugenie Jansen)

Nach dem Tod ihrer Aboriginal-Mutter in Australien drängt Shays Vater zum Aufbruch in seine alte Heimat in Belgien. Trauer und Abschied erlebt man hier wie dort ganz anders. In 3D und 360-Grad-Kamerafahrten umkreist der Film die Fragen nach dem Dasein in Zeit und Raum.

(Weltpremiere; außer Konkurrenz)


ärtico (arctic; Spanien; Regie: Gabri Velázquez)

Welchen Wert hat Familie, wenn alles aus dem Takt gerät? Gabri Velázquez entfaltet Stimmungsbilder zum Alltag spanischer Jugendlicher in Zeiten der Wirtschaftskrise. Knapp in den Dialogen und mit fast durchgehend statischer Kamera, ist die Gesamtkomposition jedoch zutiefst musikalisch geprägt.

(Weltpremiere)


Atlántida (Argentinien/Frankreich; Regie: Inés María Barrionuevo)

Ein heißer Sommertag in einem argentinischen Dorf, Erwachsene sind nicht zu sehen, und die Zeit steht still. Zwischen den Jugendlichen ist alles in Bewegung, ihre Gefühle und Sehnsüchte treiben den Film voran.

(Weltpremiere)


Einstein and Einstein (Volksrepublik China; Regie: Cao Baoping)

In Li Wans Familie hinterlässt die chinesische Einkindpolitik tiefe Spuren. Ein Hund namens Einstein soll die 13-Jährige über das Desinteresse ihres Vaters hinwegtrösten. Doch Li Wan interessiert sich mehr für Astrophysik und muckt gegen die gesellschaftlichen Normen auf.

(Europapremiere; Besprechung aus Busan)


Feriado (Holiday; Ecuador/Argentinien; Regie: Diego Araujo)

In einer einsamen Andenregion lernt der schüchterne Juan Pablo den selbstbewussten Juano kennen, und es entspinnt sich eine fragile Romanze über die gesellschaftlichen Schichten hinweg. Ihr sensibles Erwachen umrahmt ein Korruptionsskandal, der Juan Pablos reiche Bankerfamilie erschüttert.

(Weltpremiere; Homepage)


Galore (Australien; Regie: Rhys Graham)

Eine dramatische Dreiecksgeschichte vor der Kulisse brennender Wälder. Die Sommernächte bringen kaum Abkühlung, und die Partys werden umso wilder. Die erste Liebe ist geheimnisvoll, und darin liegt für Billie, Danny und Laura eine Gefahr.

(Internationale Premiere; Facebook)


God Help the Girl (Großbritannien; Regie: Stuart Murdoch)

Musik ist wie Medizin für Eve. In der Untergrundszene von Glasgow findet sie Geborgenheit, Freunde und entdeckt ihr eigenes Talent. Das Musical-Filmdebüt des Sängers von Belle and Sebastian kommt mit Leichtigkeit und viel Taktgefühl.

(Europapremiere; Homepage)


Il Sud è Niente (South is Nothing; Italien/Frankreich; Regie: Fabio Mollo)

Um Grazia herum scheint alles stillzustehen. Ihr Vater gehorcht dem Gesetz des Schweigens, das in dem süditalienischen Dorf herrscht. Und auch ihr verschwundener Bruder darf in der Familie nicht mehr erwähnt werden.

(Europapremiere; Facebook)


Mavi Dalga (The Blue Wave; Türkei/Deutschland/Niederlande/Griechenland; Regie: Zeynep Dadak und Merve Kayan)

In der Mädels-Clique reden sie noch über Jungs, Klamotten und die neueste Musik. Doch die unbeschwerten Zeiten gehen spürbar zu Ende, und das neue Leben wirkt aufregend und bedrohlich zugleich. Ein Ensemblefilm über das Ende der Jugend, das hier auch ein Anfang ist.

(Internationale Premiere; Facebook)


Supernova (Niederlande/Deutschland/Belgien; Regie: Tamar van den Dop)

Wo Meis wohnt, passiert rein gar nichts. Sie verliert sich in sehnsüchtigen Fantasien nach Liebe, Sex und der Welt irgendwo anders. Eine erfrischend skurrile Geschichte, die auf allen filmischen Ebenen das Gefühl baldigem Aufbruchs vermittelt.

(Weltpremiere; Facebook)


Obietnica (The Word; Polen/Dänemark; Regie: Anna Kazejak)

Nach einem unglücklichen Seitensprung tut Janek alles, um seine Freundin für sich zurückzugewinnen. Ein hoch emotionales Jugenddrama und eine spannende Kriminalgeschichte werden komplex und geschickt verbunden.

(Weltpremiere; Facebook)


Ömheten (Broken Hill Blues; Schweden; Regie: Sofia Norlin)

In der nordischen Bergbaustadt Kiruna bebt Tag und Nacht die Erde. Sparsam im Dialog und mit zärtlichem Einfühlungsvermögen für seine Protagonisten erzählt dieses Spielfilmdebüt vom Aufwachsen auf brüchigem Boden.

(Internationale Premiere)


Somos Mari Pepa (We Are Mari Pepa; Mexiko; Regie: Samuel Kishi Leopo)

Mehr als einen Song haben die vier Jungs von „Mari Pepa“ nicht im Repertoire. In der Musik liegt ihre ganze Hoffnung, denn Freundschaften und Träume fallen den Zwängen des Alltags zum Opfer. Ein Film so poetisch wie Punkrock.

(Europapremiere)


Violet (Belgien/Niederlande; Regie: Bas Devos)

In einem Einkaufszentrum wird Jesses bester Freund vor seinen Augen erstochen. Für seine stumme Verzweiflung findet der Film lange Einstellungen von kunstfotografischer Qualität, eingebettet in den sphärischen Soundtrack.

(Weltpremiere)


What We Do in the Shadows (Neuseeland/USA; Regie: Taika Waititi und Jemaine Clement)

whatwedo

Jugend ist keine Frage des Alters. Das beliebte Team von Flight of the Conchords und Eagle vs. Shark bietet mit ihrer Mockumentary bissige Einblicke in das Leben, Lieben und Leiden einer Vampir-WG in Wellington.

(Europapremiere)

(Foto: Sundance)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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