Kinostarts diese Woche (19. Dezember 2014): Dinosaurier 3D, Belle & Sebastian

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Kurz vor Weihnachten kommen noch rasch zwei Filme ins Kino, die sich auch an ein kindliches Publikum richten. Zunächst ist da der auf einer BBC-Serie basierende Dinosaurier 3D – Im Reich der Giganten über den kleinen Pachyrhinosaurus “Patchi” und sein langsames Erwachsenwerden – eine Coming-of-Age-Geschichte in der Urzeit, gewissermaßen. Kollege Carsten Baumgardt sah zwar beeindruckende Bilder, war aber von Drehbuch und Handlung eher entsetzt:

Schon im gut fünfminütigen seltsam angestaubt wirkenden Realfilm-Prolog, der hier als Einführung in die Geschichte dient, geht erzählerisch einiges schief. […] Die einfach gehaltenen Dialoge sind auf die jungen Zuschauer abgestimmt, aber dabei meist unnötig flach („Krass, der muss echt voll unheimlich gewesen sein“) und bieten letztlich kaum etwas als sattsam bekannte Allgemeinplätze.

Gabriele Summen hingegen fand den Film leidlich unterhaltsam, nur ungeschickt immer wieder dadurch unterbrochen, dass er ungelenk noch einige Fakten unterbringen wollte:

[Die Regisseure] verstehen es durchaus, den Zuschauer in die Coming-of-Age-Geschichte des niedlichen Patchi hineinzuziehen. Schade nur, dass offensichtlich auch versucht wird, dem vermeintlichen Bildungsanspruch der Eltern gerecht zu werden.

Mit Belle & Sebastian kommt ein weiterer Film ins Kino, der Naturaufnahmen ins Zentrum stellt – allerdings sind diese nicht am Computer entstanden. Der kleine Sebastian lebt 1943 in einem Bergdorf der französischen Alpen; als Gerüchte von einer wilden Bestie die Runde machen, begibt auch Sebastian sich auf die Suche nach ihr – und entdeckt eine weiße Hündin.

Dass der Regisseur Nicolas Vanier bisher vor allem als Dokumentarfilmer in Erscheinung getreten sei, merke man den schönen Bildern deutlich an, schreibt Michael Meyns auf programmkino.de. Aber auch hier holpere die Geschichte etwas, und:

Dass Nicolas Vanier die Geschichte von den 60er in die 40er Jahre verlegt, weil dort die Landschaft noch unberührt war, deutet die Nostalgie an, die „Belle & Sebastian“ durch und durch verströmt. Eine heile Welt evoziert Vanier, in der Mensch, Tier und Natur im Einklang existieren, und die auch durch Probleme wie den Zweiten Weltkrieg oder Nazis nicht ernsthaft gestört werden kann.

Louis Vazquez sieht das ein wenig anders und glaubt auch, dass der Film sich aufgrund seiner Themen eher für ältere Kinder eigne:

Die Geschichte entfaltet sich langsam und mit sparsamer Action […]. Spannend ist er trotzdem, weil er eben nicht nur von der typischen Freundschaft zum tierischen Gefährten erzählt. Die Idee, die Story in die Zeit der Besatzung zu verlegen, ist neu und sorgt für eine gewisse Brisanz und Tiefe – auch wenn die Art und Weise, wie davon erzählt wird, etwas zu vereinfacht und vielleicht auch verharmlosend ist, weil sich schließlich sogar ein sehr unwahrscheinlicher Akt der Versöhnung ergibt.

(Foto: Ascot Elite)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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