Kinostarts diese Woche (7. November 2013): Kopfüber, Das kleine Gespenst

Das_kleine_Gespenst

Diese Woche starten wieder zwei Kinderfilme in den deutschen Kinos, beides deutsche Produktionen von sehr unterschiedlicher Ausrichtung: Kopfüber und Das kleine Gespenst.

Kopfüber, den Film über einen Jungen mit ADHS und seine Sorgen, hatte ich bereits vor einiger Zeit hier besprochen. Im Blog the-gaffer.de bedauerte Lutz Granert anläßlich der Premiere auf der Berlinale “die arg holzschnittartig gezeichneten Figuren und etwas zuviel Motive des ‘Betroffenheitskinos'”, freute sich aber über die Schauspieler:

Marcel Hoffmann und sein Pendant Frieda-Anna Lehmann als die Freundin von nebenan sind zwei beeindruckend aufspielende Kinderdarsteller.

Auf artechock wurden die Reaktionen einiger junger Zuschauer_innen gesammelt, zum Beispiel Nelson, 9 Jahre alt:

[…] Als ich den Film sah, wurde mir klar, dass es viele so schlimme Kinder gibt. Die einzige Vertrau­ens­person des Jungen ist seine beste Freundin, die er im Film zum Teil verlässt. Die Schule war nicht so super gedreht. Ich empfehle den Film ab 9 Jahren […].

Bei Das kleine Gespenst handelt es sich schließlich um die Neuverfilmung von Otfried Preußlers Kinderbuch als Realfilm mit computergenerierter Titelfigur, gesprochen von Anna Thalbach. Sophie Charlotte Rieger bedauert den recht flachen Humor des Films:

Die Inszenierung bietet insbesondere dem jungen Publikum Unterhaltung. Die Erwachsenen treten durch die Bank als ahnungslose und tollpatschige Figuren auf. Hier gilt das unpädagogische, aber filmisch gesehen doch leider funktionale Motto “Schadenfreude ist die größte Freude”. Für die erwachsenen Zuschauer gibt es nur gelegentlich Lacher […].

Zugleich merkt sie aber auch an, dass der Film in seiner Schwarz/Weiß-Gegenüberstellung (wer die Geschichte kennt, weiß wovon die Rede ist) sich nicht mehr auf die vermeintliche Unschuld vergangener Zeiten zurückziehen könne – eine Aktualisierung gelinge da aber nur sehr eingeschränkt. Auch Andreas Staben diskutiert diese Frage, sieht sie aber eher auf den Betrachter zurückgeworfen, und ist ansonsten recht angetan:

Besonders in der Freundschaft des Gespensts zu dem distinguierten Uhu Schuhu […] hat der Film in seiner angenehm altmodischen Art etwas überaus Anrührendes. Ähnlich wie die historischen Straßen und Häuser der Drehorte im Harz sorgt die Beibehaltung der Sprache Preußlers (hier wird noch „dem kann ich nur beipflichten“ gesagt oder „Ach herrje“) für eine an keine konkrete historische Handlungszeit gebundene Stimmung […].

(Foto: Universum Film)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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