Lieblingsfilme (7): Joachim Kurz

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Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute antwortet Joachim Kurz, Chefredakteur und Mitbegründer von kino-zeit.de.

Welches ist dein Lieblingsfilm?

Meine Eltern waren zumindest in meinen frühen Jahren recht streng, was Film- und Fernsehkonsum anbelangt. Mein erster Kinderfilm, der mich aber weitgehend unbeeindruckt gelassen hat, war Das Dschungelbuch. Viel prägender waren da die diversen Karl-May-Verfilmungen, von denen mir vor allem Winnetou III im Gedächtnis geblieben ist. Selten habe ich so geweint wie am Ende des Films, als der edle Apache im Angesicht des Todes zum Christentum konvertiert und in den Armen seines Blutsbruders das Lebenslichtlein aushaucht. Ein „guilty pleasure“, wie mir heute klar ist. Allerdings steht zu befürchten, dass ich auch heute noch auf die gleiche Weise darauf reagieren würde – weswegen ich eine Überprüfung lieber sein lasse.

Eigentlich haben mich dann bald schon Erwachsenenfilme viel mehr interessiert, denn dort gab es wenigstens die ganz großen Dramen, ordentlich Action, vertrackte Mysterien oder den einen oder anderen Blick auf die attraktive Weiblichkeit. Ziemlich früh habe ich den Film noir für mich entdeckt, ebenso wie deutsche und österreichische Komödien der 1930er–1950er Jahre, bevorzugt mit Hans Moser, O.W. Fischer und Viktor de Kowa. Die weitere Kinosozialisation erfolgte dann im Kommunalen Kino meiner Heimatstadt im Schwäbischen und ging schnell ins Experimentelle.

Schon allein wegen der weitgehenden Auslassung typischer Kinderfilme habe ich in diesem Bereich einen ziemlichen Nachholbedarf, was gottlob durch zwei Töchter einigermaßen behoben werden konnte. Unter den Favoriten von heute nehmen neben Filmen wie Das große Rennen von Belleville so ziemlich alle Filme von Pixar vordere Plätze ein, vor allem Ratatouille liebe ich heiß und innig (Frankreich! Gutes Essen! Und die schönste Beschreibung eines Kritikers überhaupt! Herz, was willst du mehr?). Zum Glück wird diese Vorliebe von meinen Kindern weitgehend geteilt – und so haben wir diesen Film bestimmt schon fünf- oder sechsmal zusammen gesehen.

Welche Filme sehen Deine Kinder am liebsten?

Die Vorlieben meiner kleinen Tochter Selma (8 Jahre alt) sind ganz einfach zu beschreiben: Im Zweifelsfall ist es immer der Film, den sie gerade als letztes gesehen hat. Im Falle von Ich – Einfach unverbesserlich 2 kann ich das viel eher nachvollziehen als bei Hanni und Nanni 3, aber was will man machen? Überhaupt sieht Selma gerne Filme mehrmals, was dann dafür sorgt, dass bestimmt Szenen und Dialogpassagen („LIPPENSTIFTSCHOCKEEEEEEEEEER“) gerne mal in den Sprachschatz der Familie übergehen – was in gewissen Fällen auch eine harte Prüfung sein kann.

Clara (15 Jahre alt) hat den Animationsfilm mittlerweile hinter sich gelassen und mag Filme mit einer leichten absurden, träumerischen Note wie Submarine von Richard Ayoade oder Ein Sommersandtraum von Peter Luisi.

joachimkurzJoachim Kurz ist studierter Filmwissenschaftler, Filmkritiker und leitet als Chefredakteur das Filmportal www.kino-zeit.de, das er 2003 mitbegründet hat. Nebenbei schreibt er leidenschaftlich gerne Bücher, die bis auf das letzte Werk („Liebe am Set – Legendäre Filmpaare“, erschienen im Knesebeck Verlag) eher weniger mit Film und Kino zu tun haben und brütet ständig neue Ideen für künftige Schreibereien aus. Hauptberuflich ist er Vater zweier Töchter (8 und 15 Jahre alt).

Autor: Joachim Kurz

Joachim Kurz ist studierter Filmwissenschaftler, Filmkritiker und leitet als Chefredakteur das Filmportal www.kino-zeit.de, das er 2003 mitbegründet hat. Nebenbei schreibt er leidenschaftlich gerne Bücher, die bis auf das letzte Werk („Liebe am Set – Legendäre Filmpaare“, erschienen im Knesebeck Verlag) eher weniger mit Film und Kino zu tun haben und brütet ständig neue Ideen für künftige Schreibereien aus. Hauptberuflich ist er Vater zweier Töchter (8 und 15 Jahre alt).

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