Lieblingsfilme (10): Pia Ziefle

totoro

Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute antwortet Pia Ziefle, Schriftstellerin und Bloggerin unter piaziefle.de.

Welches ist Dein Lieblingsfilm?

Mein liebster Kinderfilm ist Ich – einfach unverbesserlich. Keinen Film haben wir häufiger gesehen, und bei keinem andere Film hatten die Erwachsenen auch nach dem fünften Mal noch Spaß.

Ich mag die sehr genauen Beobachtungen, die Musik und die sehr sehr genaue Figurenzeichnung. Zum Beispiel Edith. Sie ist das mittlere der drei Waisenkinder, die vom Oberschurken Gru aufgenommen werden, weil er die Kinder benutzen will, um seinen weit jüngeren Konkurrenten Vector bewingen zu können.

Alle drei Kinder sind ganz eigene Persönlichkeiten, die Älteste ist die Vernünftigste, die Jüngste die süße Kleine – spannend ist eben ganz besonders Edith. Sie ist niemals ohne ihre Mütze zu sehen, ihre Frisur kann man nur erahnen, sie ist sehr direkt und vor allem unbestechlich. Sie trägt zwar rosa Kleider, aber die Art und Weise, wie sie sie trägt, bricht jedes Klischee auf. Eine gute Botschaft an die Kinder, vor allem an Mädchen, die heute ja sogar ihr eigenes rosa Lego und ihre eigenen rosa Überraschungseier im Laden vorfinden.

So wie Edith Rosa trägt, hat die Farbe absolut keine Bedeutung, außer, dass es sich um eine schöne Farbe handelt.

Außerdem ist der Film voller schrulliger Ideen, guter Musik (sagte ich das schon?) und überhaupt einfach toll gemacht.

Welche Filme sehen Deine Kinder am liebsten?

Der Lieblingsfilm der Kinder ist Mein Nachbar Totoro aus dem Jahr 1988.

Er kam über die Stadtbücherei zu uns, wie so viele andere Filme auch. Es gibt keine bessere Quelle für Filme als die örtlichen Stadtbüchereien. Lange Ausleihzeiten, gute Auswahl, wenn auch meistens nicht topaktuell. Muss für Kinderfilme aber auch nicht sein. Totoro war also eines Nachmittags in der Tüte, und zu meiner Überraschung waren alle Kinder total begeistert. Ein Vater zieht mit seinen beiden Töchtern Mei und Satsuki in ein neues Haus auf dem Land, die Mutter ist in der Nähe in einem Krankenhaus, schon auf dem Weg der Besserung. Die Kinder erkunden ihre neue Umgebung und treffen eines Tages auf eine Art Waldgeist, einen Totoro. Der ist sehr groß, spricht nicht, aber versteht alles.

Sehr nah und für Kinder sehr nachvollziehbar ist die Figur der kleinen Mei. Die hört eines Tages, dass die Mutter doch nicht so schnell zurückkommen wird wie gedacht, und so macht sie sich, mit dem besonders guten Gemüse der Nachbarin in der Tasche, heimlich allein auf den Weg…

Totoro ist sehr fantasievoll erzählt und findet gute Bilder und sehr gute Lösungen für die Ängste und Sorgen der beiden Kinder. Die ältere Schwester ist aus der Vorstellung, dass alles um einen herum verzaubert ist, schon fast herausgewachsen, die Kleine noch ganz mittendrin – das wird sehr eindrücklich und sehr liebevoll gezeigt.

Da fällt mir ein, es gibt noch einen dritten Film, nämlich Kung Fu Panda. Der muss unbedingt erwähnt werden. Weil er klug erzählt ist, sehr liebevolle und zugängliche Protagonisten hat und voller dichter Bilder ist. Unbedingte Empfehlung.

piaziefle Pia Ziefle – 1974 geboren, 1993 Abitur gemacht, nach Berlin gegangen und als Drehbuchautorin für interaktive Medien und Games gearbeitet, frei und in Erwachsenenbildunsgeinrichtungen. Später in die Nähe von Tübingen gezogen, eine Familie gegründet und damit begonnen, Romane zu schreiben.

Autor: Pia Ziefle

1974 geboren, 1993 Abitur gemacht, nach Berlin gegangen und als Drehbuchautorin für interaktive Medien und Games gearbeitet, frei und in Erwachsenenbildunsgeinrichtungen. Später in die Nähe von Tübingen gezogen, eine Familie gegründet und damit begonnen, Romane zu schreiben.

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