Kinostart diese Woche (31. Oktober 2013): Der blaue Tiger

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Heute startet der tschechische Kinderfilm Der blaue Tiger in den deutschen Kinos – meiner Meinung nach eine echte Empfehlung, wie man hoffentlich meiner eigenen Kritik auch entnehmen kann. Aber auch die Kolleg_innen waren angetan.

Michael Meyns gefiel vor allem die große Ruhe und Gelassenheit, mit denen der Film seine Geschichte erzählt:

Mit teuren Hollywood-Filmen kann und will Petr Oukropecs „Der blaue Tiger“ zum Glück nicht mithalten. Von Anfang an setzt er mehr auf Atmosphäre als auf Bombast, erzählt ruhig, fast meditativ und nicht überhastet, lässt der Geschichte und seinen jungen Hauptdarstellern viel Raum und Zeit zur Entfaltung und vor allem zum Innehalten, zum Wahrnehmen der merkwürdigen Welt, die sie umgibt.

Andreas Günther war davon ebenfalls angetan, hebt aber auch hervor, dass der Film einem fast nostalgisch anmutenden Bild von Kindheit und Jugend anhängt:

Jederzeit ist der Wunsch der Macher zu spüren, dass die junge Generation doch so sein möge wie in ihrem Film. „Der blaue Tiger“ ist fast schon eine unglaublich schön gestaltete Anleitung, (wieder) so zu werden; erzeugt mit digitalen Hilfsmitteln und kreativer Raffinesse, aber ohne erschlagenden Bombast.

Rolf-Rüdiger Hamacher schließlich empfindet die Ruhe des Films durchaus als einen Schwachpunkt:

Nur selten gelingen der Inszenierung so magische Momente wie die Verwandlung von Johannas Träumen in Zeichentricksequenzen oder wenn aus dem Haupt der dragonerhaften Lehrerin Drachenköpfe wachsen. Insgesamt wirkt die Regie etwas betulich, was den Film selbst im dramatischen Finale nicht recht in Fahrt kommen lässt.

(Foto: Farbfilm Verleih)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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