Kinderfilmfest Münster 2013

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Am morgigen Sonntag beginnt in Münster das diesjährige Kinderfilmfest – mit einem durchaus sehenswerten Filmprogramm, einem schönen Gemisch aus Vorpremieren, Rückblicken auf die vergangenen Monate und Filmen, die so in Deutschland vermutlich nicht in die Kinos kommen. Und da in Nordrhein-Westfalen Schulferien sind, gibt es eigentlich keine gute Entschuldigung, warum man die Kinos im Schloßtheater nicht stürmen sollte.

Zum Programm gehören einige Filme, die ich hier schon besprochen habe: der für kleine Kinder sehr taugliche Kalif Storch (empfohlen ab 5 Jahren), Alfie, der kleine Werwolf (ab 7) und Sputnik (ab 8). Mit Clara und das Geheimnis der Bären (ab 8) wird einer der schönsten Kinderkinofilme dieses Jahres noch einmal gezeigt, mit Kauwboy (ab 10) und Bekas (ab 10) sind zwei weitere, großartige Filme für ein wenig ältere Kinder mit dabei.

Ein seltenes Kinowiedersehen gibt es außerdem mit Pippi Langstrumpf in dem Klassiker Pippi in Taka-Tuka-Land, außerdem gibt es ein Programm mit Kurzfilmen für Kinder ab 4 Jahren.

Und hier alle weiteren Filme in Kurzvorstellung – mit Inhaltsangabe und (soweit auffindbar) Trailer dazu:

Das kleine Gespenst (ab 6; Kinostart: 7. November 2013)

Seit Urzeiten haust auf Burg Eulenstein ein freundliches, kleines Nachtgespenst, dessen sehnlichster Wunsch es ist, die Welt auch einmal bei Tageslicht zu sehen. Ganz unverhofft erfüllt sich plötzlich sein Wunsch und alles könnte bestens sein, wenn es sich im Sonnenlicht nicht pechschwarz verfärbt hätte. Damit es wieder ein Nachtgespenst werden und zurück nach Hause kann, braucht es die Hilfe der Kinder Karl, Marie und Hannes…

Reuber (ab 8)

Robbi lässt sich zum Einschlafen am liebsten von seinem getrennt lebenden Vater die „Räubergeschichte“ erzählen, und die geht so: Robbi stellt den Kinderwagen mit seiner kleinen Schwester nur kurz vor dem Supermarkt ab, da ist sie plötzlich verschwunden. Er traut sich nicht mehr nach Hause und flüchtet in den Wald, wo er hofft, die geraubte Schwester wiederzufinden. Dort trifft er nicht nur auf den schlechtgelaunten Räuberhauptmann sondern auch auf einen hinterlistigen Zauberer und weitere seltsame Gestalten – einer sieht aus wie sein Vater…

Der blaue Tiger (ab 7; Kinostart: 31. Oktober 2013)

Wie eine vergessene Insel liegt ein alter botanischer Garten inmitten einer lauten Stadt. Johanka lebt dort zusammen mit ihrer Mutter und ihrem besten Freund Matyáš, dem Sohn des wortkargen Gärtners. Für ein Neubauprojekt soll der paradiesische Garten abgerissen werden – da taucht ein blauer Tiger in der Stadt auf und es scheint, dass nur dieses magische Geschöpf den Garten vor dem Abriss bewahren kann …

Tony 10 (ab 7; Preisträger des Festivals im Vorjahr)

Tonys Vater ist ein gefragter Kranführer und auch Tony hat „Kranblut“ in seinen Adern. Kurz vor seinem zehnten Geburtstag wird der Vater zum Minister für Transportwesen ernannt und hat kaum noch Zeit für die Familie und die Eltern streiten sich immer öfter. Um die Familie wieder zusammenzubringen, schaltet Tony sogar die Königin höchstpersönlich ein. Aber schließlich muss er einsehen, dass manche Dinge sich einfach verändern…

Das Pferd auf dem Balkon (ab 8)

Mika ist anders. Er liebt Mathe, lügt nie und muss um genau 14 Uhr 17 Mittag essen. Klar, dass die andern ihn hänseln – aber Dana hält zu ihm, und sie ist immerhin vielleicht eine indische Prinzessin… Eines Nachts hört Mika ein Wiehern im Hof und entdeckt ein Pferd auf dem Balkon des Nachbarn Sascha. Der hat das Rennpferd „Bucefalus“ beim Glücksspiel gewonnen – und plötzlich befindet sich Mika inmitten einer abenteuerlichen Geschichte, die Mikas Leben von Grund auf verändern wird.

Ricky – Normal war gestern (ab 8)

Der zehnjährige Ricky hat vor „nix und niemand“ Angst…, wenn da nicht sein cooler, großer Bruder Micha und dessen Gang wären, denn die werfen ihn schnell mal in den Feuerwehrteich. Doch die Dinge ändern sich, als die 13-jährige Alex aus der Stadt nach Herzfeld zieht. Micha verliebt sich prompt und engagiert seinen kleinen Bruder als Spion. Im Gegenzug zu „Personenschutz“ vor der Gang steigt Ricky darauf ein, bis er so etwas wie „Seelenverwandtschaft“ zu Alex spürt…

Der Mohnblumenberg (ab 9; Kinostart: 21. November 2013)

Yokohama im Jahr 1963: Umi lebt mit ihren Geschwistern in einer kleinen Pension auf einem Hügel, die ihre Familie betreibt. Täglich hisst Umi zum Gedenken an ihren Vater, der Seemann war und vor Jahren im Koreakrieg verschollen ist, Schiffsflaggen vor dem Haus. In der Schule lernt sie den gleichaltrigen Shun kennen, der für die Schülerzeitung arbeitet. Die beiden verlieben sich – aber als Shun ein Foto ihres Vaters sieht, geht er plötzlich auf Distanz. Shuns Herkunft scheint untrennbar mit der von Umi verbunden zu sein…

Der Eisdrache (ab 10)

Mik mag Kochen, Wale, Heavy Metal. Sein Vater spielt in einer Rockband. Leider kümmert der sich zu wenig um ihn, und auch sein großer Bruder ist nicht besonders zuverlässig. Das Jugendamt schickt Mik daher zu seiner Tante in ein völlig abgelegenes Kaff in Nordschweden. Zum Glück gibt es die coole Pi und ihre HipHop-Gang, die das beschauliche Dorfleben ganz schön aufwirbeln und Mik hat endlich das Gefühl, angekommen zu sein. Aber dann steht das Jugendamt erneut vor der Tür und will ihn in eine Pflegefamilie geben. Ein Plan muss her, um das zu verhindern!

(Die Altersangaben sind zumeist Empfehlungen des Filmfests.)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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