Sputnik (2013)

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Wir warten ja noch auf den großen deutschen Wenderoman, auf den Film schließlich, der dieses seltsame Jahr 1989/1990, das zwei Republiken umstülpte zu dem einen Land, das sie vorher schon waren (oder nicht mehr). Seit Thomas Brussigs Helden wie wir hat es unzählige Versuche gegeben, und erwiesenermaßen waren die besten jene, in denen die Hauptfiguren wie bei Brussig zwischen Schlemen- und Heldendasein herumeierten wie einst Günter Schabowski auf Nachfrage in der berühmten Pressekonferenz am 9. November.

Vor allem fehlt aber noch ein Kinderfilm, der diese historischen Momente wenigstens halbwegs erfolgreich auf die Hörner nimmt. Man ahnt da eigentlich schon, dass sich das nicht als großes historisches oder nationales Drama entfalten kann – das ginge an Perspektive und Interessen der allermeisten Kinder wohl weit vorbei. Was stattdessen geht, ist Begrenzung, Fokussierung “wie in einem Brennglas”.

In Sputnik spielt deshalb womöglich nicht ganz unabsichtlich ein solches Brennglas, eine große Linse, eine zentrale Rolle: sie wird womöglich gestohlen, beschlagnahmt und dann wieder gestohlen um schließlich die Zeitenwende herbeizuführen. Denn auch in Markus Dietrichs Film, Brussig lässt grüßen, führen scheinbar Unbeteiligte, vor allem: Unbekannte, die eigentliche Grenzöffnung eher versehentlich herbei. Vielleicht.

Weiterlesen: Meine Kritik zu Sputnik auf kino-zeit.de.

Sputnik, Deutschland/Belgien/Tschechien 2013. Regie: Markus Dietrich. 90 Minuten, FSK 0. Kinostart: 24. Oktober 2013.

(Fotos: MFA+ Filmdistribution)

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Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

7 Gedanken zu „Sputnik (2013)“

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