Lieblingsfilme (4): Anna Luz de León

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Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute antwortet Anna Luz de León aka Berlinmittemom.

1. Welches ist dein liebster Kinderfilm?

Wenn ich an meine eher medienarme Kindheit denke, lässt sich mein Filmkonsum grob in zwei Phasen einteilen: in die Zeit vor der Existenz eines Videorecorders im Hause meiner Eltern, als es nix gab außer Sesamstraße und Augsburger Puppenkiste ab und zu; und in die zweite Phase, in der die Quelle unserer Filmfreuden der Videorecorder wurde. Denn nachdem dieses Wunderding einmal im Haus und verfügbar war, öffnete sich für uns Kinder eine neue Welt. VHS-Kassetten fanden ihren Weg in unsere Regale und wir begannen nach und nach, die Welt des Kinderfilms zu entdecken.

Die schönsten Erinnerungen habe ich an das Zelebrieren unserer Film-Abende: mit meinen Geschwistern und unseren Freundinnen und Freunden nistete ich mich im Wohnzimmer meiner Eltern ein. Die Rolläden wurden hinunter gelassen, natürlich gab es die unvermeidlichen Erdnussflips und Kartoffelchips, und das Sofa meiner Eltern verwandelte sich in unser ganz besonderes Kino.

Hier habe ich alle Disney-Filme gesehen, die je im VHS-Format erschienen sind, hier betrat Romy Schneider als Sissi meine Welt und hier sah ich meinen persönlichen Heldinnen und Helden beim Bestehen ihrer Abenteuer zu. Natürlich liebte ich Madita (Madita!), Drei Nüsse für Aschenbrödel und die Pippi Langstrumpf-Filme, aber meine schönsten Erinnerungen habe ich an die Filme, die meine Geschwister genauso begeisterten wie mich und aus denen wir unsere ganze Kindheit und Jugend gemeinsam zitierten und andere Menschen, die “Uneingeweihten”, damit in den Wahnsinn trieben.

Daher geht mein persönliches Prädikat “liebster Kinderfilm” an eins der zahllosen Disney-Movies, die ich mit meinen Geschwistern konsumiert habe: Die Hexe und der Zauberer aka Merlin und Mim. Wegen der sprechenden und miesepetrigen Eule Archimedes und ihrem Lachanfall. Und wegen dem Wolf, der es den ganzen Film über nicht schafft, Flo zu fressen, wie sehr er sich auch bemüht. Und wegen den albernen Liedern, die ich noch heute auswendig kann. Aber vor allem, weil ich wahlweise meinen Bruder oder meine Schwester noch heutzutage mitten in der Nacht anrufen und zu ihnen sagen könnte: “Ich hasse die Sonne!” und sie würden mit Sicherheit antworten: “….Ich hasse diese ekelhafte Sonne!”

2. Und welchen sehen deine Kinder am liebsten?

Meine Kinder lieben die Minions. Im Moment jedenfalls. Wir waren gerade alle zusammen im Kino und haben uns Ich – Einfach unverbesserlich 2 (Despicable Me 2) angesehen und ich kann berichten, dass uns der Film allesamt vom Hocker gerissen hat. Trotz der Altersunterschiede zwischen meinen Kindern (10, 6 und 4) waren sie sich bei diesem Film absolut einig: gute wie böse Minions sind der Knaller, und die beste Waffe ist nicht etwa der Jelly-Shooter, sondern die Furz-Kanone. Ich meine, das ist ja wohl klar, ein Film, in dem der Bösewicht mit einer Furzkanone per sensationeller Stinkewolke außer Gefecht gesetzt wird, ist einfach ein Knaller. Eine Furzkanone! Die zwei Kleinen haben sich gar nicht mehr eingekriegt.

Ich habe allerdings den Verdacht, dass vor allem diese beiden so eine große Sympathie für die Minions hegen, weil sie sich gerne selbst so aufführen: sie sprechen miteinander in einer Geheimsprache, die sonst niemand versteht, machen ständig Blödsinn, über den nur sie lachen können (aber so richtig!) und streiten sich zwischendurch gnadenlos. Auch mit Hauen. Um sofort danach mit dem blödsinnigen Gekicher weiter zu machen. Ich bin mir mit der großen Tochter inzwischen darüber einig: wir ziehen uns da grade zwei Minions heran. Mit Singen, Bananen und Papoy.

Despicable Me 2 ist jedenfalls aus vielen Gründen im Augenblick die Nummer 1 auf der Film-Hitliste meiner Kinder und hat sogar den Liebling der beiden Kleinen, Madagascar 3, vom Thron gefegt. Mit Leichtigkeit. Mit Wucht! Und mit einer…. äh… Furzkanone.

2013-06-05_1370417734Anna Luz de León, geboren und aufgewachsen im Rheinland, lebt seit 10 glücklichen Jahren mit Mann und drei Kindern in Berlin. Vorher Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Bonn/Köln, wo ein großes Stück vom Herzen kleben geblieben ist. Kinderfilmtechnisch ziemlich disneyisiert und lindgrenisiert. Freie Autorin und Bloggerin unter www.berlinmittemom.de, wo es ziemlich viel um Kinder geht: um die eigenen und um Kinder überhaupt. Schreibt folgerichtig gerade an einem Kinderroman.

(Fotos: Universal, privat)

Autor: Anna Luz de León

Anna Luz de León, geboren und aufgewachsen im Rheinland, lebt seit 10 glücklichen Jahren mit Mann und drei Kindern in Berlin. Vorher Studium der Germanistik und Kunstgeschichte in Bonn/Köln, wo ein großes Stück vom Herzen kleben geblieben ist. Kinderfilmtechnisch ziemlich disneyisiert und lindgrenisiert. Freie Autorin und Bloggerin unter www.berlinmittemom.de, wo es ziemlich viel um Kinder geht: um die eigenen und um Kinder überhaupt. Schreibt folgerichtig gerade an einem Kinderroman.

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