Lieblingsfilme (2): Till Westermayer

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Ich habe verschiedene Autor_innen, Blogger_innen und Filmkritiker_innen gebeten, mir kurze Antworten auf zwei Fragen zu schicken: Welches ist Dein liebster Kinderfilm? Und welchen Film sieht Dein Kind (oder sehen Deine Kinder) am liebsten? Heute schreibt dazu der Blogger Till Westermayer.

Die Frage nach unseren Lieblingskinderfilmen ist gar nicht so einfach zu beantworten. Erstens kann ich meine Kinder urlaubsbedingt gerade nicht danach fragen, muss mich also auf Beobachtungen verlassen. Und zweitens ist unsere Medienrezeption möglicherweise ungewöhnlich, soll heißen: Es gibt keinen Fernseher, aber DVD-Player und das allgegenwärtige Tablet. Das hat gewisse Auswirkungen darauf, was überhaupt – mal abgesehen von gelegentlichen Kinobesuchen – gesehen werden kann.

Bei meiner siebenjährigen Tochter würde ich ganz klar sagen, dass Ronja Räubertochter (1984) – dutzende Male gesehen – ihr Lieblingsfilm ist. Peter Pan (in der Disneyfassung aus den 1950ern) und die neue Wickie-Verfilmung hat sie sich zu den letzten Geschenkanlässen gewünscht (und bekommen). Der Film der Wahl bleibt aber Ronja. Das hat, würde ich zunächst mal sagen, viel mit Identifikation zu tun: ein wildes Mädchen erlebt Abenteuer im Wald. Passt zu einem Kind, das im Waldkindergarten Zwergenhöhlen gesucht hat und auf hohe Bäume geklettert ist. Und ein bisschen gruselig ist die Geschichte über den Streit zweier Räubersippen, über Freundschaft, Liebe und Tod – und über eigene Wege – ja auch: Birk hungert und wird gefangen, Ronja kommt im Räuberwald mehrfach fast ums Leben. Hier gefällt mir aus Elternsicht, dass der Film schon etwas älter ist – ich selbst erinnere mich noch, dass wir ihn in meiner Schulzeit mit der Klasse im Kino angesehen haben. Entsprechend steht die Geschichte im Vordergrund, und es fehlen hektische Schnitte und überbordende Spezialeffekte (den Raubvogelmenschen, die Ronja jagen, ist anzusehen, dass sie nicht echt sind …).

Bei meinem vierjährigen Sohn liegt die Sache anders. Vermutlich würde er die Bullerbü-Verfilmung aus dem selben Astrid-Lindgren-DVD-Set oder seine Petterson und Findus-DVD nennen. Was er aber faktisch zur Zeit am häufigsten anschaut, sind – über eine App auf dem Tablet, die er selbst bedienen kann – mehr oder weniger fragwürdige Serien aus dem Kinderprogramm. Da sind mit z.B. Der kleine Maulwurf Dinge dabei, die ich als Kind gerne gesehen habe, Zeichentrickfilmchen (Emily Erdbeer, Glücksbärchis), aber auch – erstaunlich professionell gemachte – 3D-Animationsserien wie Jonalu.

Und selber? Als Kind war ich eine ganze Zeit lang fernsehlos. So lange wir noch einen Fernseher hatten, habe ich ziemlich wahllos alles im Kinderprogramm angesehen. Am liebsten allerdings all das, was mit Raumschiffen oder sonstwie magischen Abenteuern zu tun hatte (Captain Future, die Zeichentrickversion von Raumschiff Enterprise, Die Besucher, Unterwegs nach Atlantis, Das Geheimnis des siebten Weges und Die Märchenbraut fallen mir spontan ein).

Und heute? Der größere Teil der DVDs und YouTube-Filme, die ich bisher für meine Kinder rausgesucht habe, stammt nostalgischerweise aus den 1970er und 1980er Jahren, also meiner eigenen Kindheit. Allmählich kommen – das geht aber eher von den Kindern selbst aus – neuere Filme dazu. Der eine herausragende Lieblingskinderfilm oder die eine absolut empfehlenswerte Serie ist mir dabei bisher nicht begegnet, auch wenn ich sicher bin, dass es sie geben muss.

tillTill Westermayer (* 1975) lebt mit zwei Kindern in Freiburg. Der Soziologe arbeitet als Parlamentarischer Berater bei der grünen Landtagsfraktion Baden-Württemberg. Er bloggt unter http://blog.till-westermayer.de.

(Fotos: privat; oben im Bild: Rappelkiste)

Autor: Till Westermayer

Till Westermayer (* 1975) lebt mit zwei Kindern in Freiburg. Der Soziologe arbeitet als Parlamentarischer Berater bei der grünen Landtagsfraktion Baden-Württemberg. Er bloggt unter http://blog.till-westermayer.de.

4 Gedanken zu „Lieblingsfilme (2): Till Westermayer“

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