Filmfest München: Otto ist ein Nashorn (2013)

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Das Filmfest München (28. Juni-6. Juli 2013) wartet auch in diesem Jahr mit einer eigenen Sektion zum Kinderfilm auf – einige der Filme, die dort laufen, möchte ich hier in loser Folge gerne vorstellen.

Topper ist ein bißchen einsam; seine Mutter kümmert sich zwar rührend um ihn, und natürlich ist da sein bester Freund Viggo, aber eigentlich möchte er auch gerne dieses nette Mädchen näher kennenlernen, dass ihn sogar zu ihrem Geburtstag eingeladen hat. Ohne Geschenk traut er sich allerdings nicht hin. Und am besten wäre es natürlich, wenn Toppers Vater mal wieder käme – der ist Seemann und eigentlich nie zuhause. Dann findet Topper bei seinen Streifzügen durch die Gegend einen Bleistift, der eine seltsame Eigenschaft hat: Was Topper mit ihm malt, wird alsbald lebendig. Vielleicht hätte er das Nashorn an der Zimmerwand deshalb nicht ganz so groß zeichnen sollen…

Otto ist ein Nashorn basiert auf einer gleichnamigen Erzählung von Ole Lund Kirkegaard und ist die (mindestens) zweite Verfilmung des Stoffes: 1982 gab es bereits einen Kinderfilm gleichen Namens. Die Computeranimation des Films ist angenehm ungefällig – man braucht eine Weile, um sich daran zu gewöhnen, sich einzusehen in diese Welt, die dann schließlich ganz stimmig wird in ihrer grotesken Konsistenz. Alles wirkt ein wenig eigen, so sehr wie Topper auch nicht ganz hineinzupassen scheint, der ungefragt im Schulunterricht aus lauter Sehnsucht nach seinem Vater einen Film über Afrika zeigen will und Viggo in einem schrottigen Kinderwagen durch die Gegend fährt.

Die Figuren sind alle so schräg wie keine Wand hier ganz gerade steht; und wenn jemand sagt, alle Bleistifte seien schließlich gleichermaßen gewöhnlich, so straft ihn natürlich die ganze Geschichte Lügen. Otto ist ein Nashorn ist ein Film gegen die Gewöhnlichkeit und die Entmutigung – dem Chaos und der Zerstörung, die das Nashorn, von seinen Erschaffern Otto getauft, anrichtet, folgt dann am Schluss eine etwas simpel anmutende Auflösung der bestehenden Konflikte – aber ganz so einfach ist es natürlich doch nicht.

Otto ist ein Nashorn (Otto er et næsehorn), Dänemark 2013. Regie: Kenneth Kainz, Erik C. Schmidt (Animation). 76 Minuten, FSK noch keine, Kinostart: noch keiner. 26. Juni 2014. Termine auf dem Filmfest München.

Vom Filmfest ziemlich realistisch empfohlen für Kinder ab 6 Jahren.

(Foto: Filmfest München)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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