Filmfest München: Kinderkurzfilme

Rising-Hope

Igel-und-die-Stadt

Das Filmfest München (28. Juni-6. Juli 2013) wartet auch in diesem Jahr mit einer eigenen Sektion zum Kinderfilm auf – einige der Filme, die dort laufen, möchte ich hier in loser Folge gerne vorstellen.

Wie so oft, sind die Kurzfilme im „Kinderprogramm“ des Filmfests (hier als „Shorts For Kids 5 & Up“ bezeichnet) oft eine Empfehlung wert. Nicht nur, weil sie in ihrer Länge meiner Meinung nach den meisten Kindern entgegenkommen, sondern auch, weil sich hier oft junge Regisseurinnen und Regisseure mit frischen Ideen ausprobieren. Und wenn das alles gelungen unter einen Hut passt, soll es mir sehr recht sein.

Als erstes fiel mir unter den Filmen der lettische Die Igel und die Stadt (Ezi un lielpilseta) ins Auge, bei dem zum Teil die gleichen Leute mitgewirkt haben wie bei Corrida, den ich kürzlich hier vorgestellt hatte. Der Film von Ēvalds Lācis lief auch schon auf der diesjährigen Berlinale; die schöne Stop-Motion-Animation verpackt eine etwas verquere Geschichte über Tiere, vor allem Igel, die ihren schönen Wald plötzlich zugunsten einer Betonstadt verschwunden sehen – und sich dann mit den Mitteln der Menschen dagegen wehren.

Übrigens haben für das Blog des Filmfests auch einige Kinder den Kurzfilm gesehen und hier ihre Meinungen hinterlassen:

Dann gibt es den computeranimierten Rising Hope von Milen Vitanov, zu dem ich nicht viele Worte verlieren will, zumal man ihn sich hier bei tivi.de kostenlos ansehen kann. Und Der Junge und der Mond (The Boy and the Moon) ist eine leicht Häwelmann-inspirierte Liebesgeschichte zwischen einem Jungen und dem Mond, bezaubernd animiert.

Mein persönliches Highlight der Kurzfilm-Sammlung ist aber Yim & Yoyo, mit seinen 25 Minuten eigentlich ein Film in perfekter Kinderlänge, der in dieser recht kurzen Zeit aber auch schon eine wunderschöne kleine Geschichte zu erzählen weiß. Der kleine Yim lebt mit seiner Familie in den Niederlanden; in der Schule sagt er kein Wort. Eigentlich spricht er nur mit Yoyo, dem Pandabären, den er selbst gezeichnet hat und der (als imaginärer Freund) in seiner Wohnung lebt. Die „Freundschaft“ zwischen Kind und Bär wird gefährdet, als mit Lisa ein neues Mädchen in Yims Klasse kommt – und in Yim & Yoyo geht es ganz um diesen qua Yoyo externalisierten inneren Konflikt der Selbstüberwindung.

Regisseurin Anna van Keimpema macht das alles ohne großes Drama und bringt doch die existentielle Spannung zwischen Einsamkeit und Freundschaft hinein – aber selbst die Auflösung, wenn Yim das erste Mal im Klassenzimmer zu sprechen beginnt, macht deutlich: hier geht es nicht um einfache Lösungen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.