Shorts for Kids (2013)

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Ich versuche hier, jeden Freitag mit der kleinen Rubrik “Kurzfilm zum Wochenende” ein wenig Aufmerksamkeit herzustellen für die Form des Kurzfilms, die meiner Meinung nach gerade für ganz kleine Kinder besonders geeignet ist – zugleich ist das Auffinden und die Auswahl der Kurzfilme jedoch immer ein sehr mühsames Geschäft.

Das liegt keineswegs daran, dass es zu wenige Filme gäbe, ganz im Gegenteil; schon eher dann daran, dass nur an wenigen Stellen, wenn überhaupt, dezidiert Kurzfilme für Kinder gesammelt und geordnet werden. (Am ehesten taugen noch Festivalkataloge dazu, hier einen Überblick zu bekommen, denen natürlich enorme Arbeit im Verborgenen vorausgegangen ist.) Von diesen dann bleiben nur wenige für meine Auswahl hier übrig, aus einem einfachen Grund: die Kurzfilme, die ich hier zeigen möchte, sollten entweder auf Deutsch sein (sei es im Original oder synchronisiert) oder sonst eben ohne (für das Verständnis notwendigen) sprachlichen Anteil – denn das angesprochene Zielpublikum soll ja verstehen, was vor sich geht.

Synchronisierte Kurzfilme sind allerdings, aus naheliegenden finanziellen Gründen, sehr selten. Umso schöner ist es, wenn es dann einmal kleine Kurzfilmzusammenstellungen gibt, die man problemlos auch daheim mal in den DVD-Spieler stecken kann. Eine solche ist Shorts for Kids, die Kurzfilme vereinigt, die an der Filmakademie Baden-Württemberg entstanden sind. Herausgekommen ist eine Kompilation (hier bei amazon erwerbbar), die zwar ab 0 Jahren von der FSK freigegeben ist, deren Filme aber natürlich nicht für alle Kinder gleichermaßen geeignet sind: Die Vorauswahl, aber das sollte ja eh selbstverständlich sein, obliegt also immer noch den Eltern bzw. Erwachsenen.

An zwei Trailern zu auf der DVD enthaltenen Kurzfilmen (die übrigens durch die Bank von hoher Qualität sind) lässt sich schon erahnen, wie unterschiedlich die Filme in Tonalität, Machart, Stil und Themen sind: Da ist zum einen Verena Fels’ preisgekrönte Slapstick-Animation Mobile und zum anderen das Kinder-Minidrama Emil Orange (dessen Trailer auf Englisch ist, der Film selbst ist auf der DVD, wie alle anderen Shorts auch, in deutscher Sprache) von Mario Zozin, der für seinen Kurzfilm bereits zahlreiche Auszeichnungen bekommen hat:

shortsforkidsVon Computeranimation bis Realfilm reicht also das Spektrum, und dazwischen tummelt sich viel. Die Kurzfilme, allesamt von Studierenden der Filmakademie gemacht, sind zwischen 2003 und 2012 entstanden und doppeln in ihren Eigenschaften – viel Animation, wenig gesprochenes Wort – interessanterweise das, was sich für die hier von mir wöchentlich vorgestellten Kurzfilme auch als Schwerpunkt herauskristallisiert hat. Die recht kleine Auswahl von vierzehn Filmen aus neun Jahren deutet zudem aber auch an, dass einerseits die meisten Studierendenshorts an der Filmakademie nicht für Kinder geeignet oder gedacht sind, und dass zum anderen für die DVD eine Auswahl getroffen wurde, bei der nur wenige Filme übrig bleiben konnten.

Das Ergebnis ist allerdings umso erfreulicher, weil es sich um einige der wenigen Zusammenstellungen handelt, die man wirklich bedenkenlos verwenden kann – auch wenn, wie oben beschrieben, die elterliche Erstsichtung dennoch sinnvoll ist.

Die volle Liste (Quelle) der auf der DVD vorhandenen Filme:

  • Pirate Pals (2011) 3 min – Regie: Marius Fietzek
  • Sperrholzpiraten (2008) 17 min – Regie: Stefan Schomerus
  • Birdstrike (2008) 6 min – Regie: Johannes Schiehsl
  • Monstersinfonie (2012) 4 min – Regie: Kiana Naghshineh
  • Emil Orange (2010) 11 min – Regie: Mario Zozin
  • Angelinho (2011) 5 min – Regie: Maryna Shchipak
  • Bombus Confusus (2012) 5 min – Regie: Ännie Habermehl
  • Die Wippe (2009) 5 min – Regie: Soleen Yusef
  • Mobile (2010) 7 min – Regie: Verena Fels
  • Captain Bligh (2003) 4 min – Regie: Derek Roczen
  • Modul (2007) 5 min – Regie: Max Lang
  • Kieselstein (2007) 7 min – Regie: Ellen Hoffmann
  • Baba Yaga (2008) 6 min – Regie: Maryna Shchipak
  • Der Propellervogel (2005) 5 min – Regie: Jan Locher, Thomas Hinke

(Foto: Filmakadmie Baden-Württemberg)

Autor: Rochus Wolff

Filmkritiker seit 2004. Vater seit etwas später. (Homepage)

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