Wozu ein Kinderfilmblog?

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Am Anfang stand eine seltsame Feststellung. Immer wieder einmal wurde ich nämlich von anderen Eltern angesprochen, welche Filme ich wohl noch für ihre Kinder empfehlen könnte. Andererseits hatten jene, die selbst mit dem Kino nicht nur per Du sind, sondern seine innersten Geheimnisse kennen, noch jede Menge eigene Ideen, aber niemand schien so richtig zu wissen, woher, wenn nicht von solchen Freund_innen und Bekannten solches Wissen zu erhalten sei?

In der Tat stellte ich dann ziemlich überrascht fest, dass es nur wenige Informationsquellen gibt, von denen man auf wirklich interessante Kinderfilme verwiesen würde. Die meisten verwenden viel Raum und Zeit auf jene Filme, die halt in Deutschland ins Kino kommen – aber wer sich ein wenig umschaut, merkt schnell, dass dies gerade im Kinderfilm nur verschwindend wenige sind, und lange nicht die besten. Stattdessen dominieren Franchises den Markt, von Ice Age bis Harry Potter. Ich will aber nicht lamentieren, wie furchtbar beschränkt diese Auswahl ist (zumal die genannten Serien beileibe nicht die schlechtesten sind), obgleich das höchst lamentabel wäre. Aber selbst für den größeren Markt des Heimkinos gibt es für den Kinderfilm kaum Quellen, die einen vernünftigen Überblick oder wenigstens: eine hochwertige Auswahl anbieten würde.

Das liegt sicher auch an der schieren Masse von Schrott, der da zu jenen Filmen hinzutritt, die schon im Kino zu sehen waren und also eh’ Wahrnehmung finden. Es nützt aber auch da nicht, zu jammern und zu wehklagen – Super RTL wird seine Barbie-Animationsfilme nicht deshalb aus dem Programm nehmen, weil es einem Filmkritiker nicht gefällt.

Ich habe jedoch einen anderen Anspruch an die Filme, die meine Kinder sehen sollen. Wie für jede andere Kunstform – Literatur, bildende Kunst usf. – bedarf es einer ästhetischen Bildung, um zu erlernen, was schön ist, was glitter; was schlicht ist und was platt. Es geht dabei gar nicht um einen Kanon oder um ein falsch oder richtig; sondern um Werke, die mit viel Liebe und ebensovielen Gedanken entstanden ist, die Leben einfangen und unsere Sicht auf die Welt herausfordern. Es geht mir um Filmkunst, aber nicht in dem trockenen Sinne, den man in Deutschland gerne damit verbindet. Es geht (und da bin ich vielleicht etwas zu emphatisch) um ein Kino, das packt und durchschüttelt und die Augen zum Glänzen bringt. Und das Spaß macht und Freude.

Auf der Suche nach solchen Filmen bin ich, und will damit auch ein wenig Orientierung bieten für all jene, die ebenfalls auf der Suche sind. Und ich freue mich über jede Anregung, die mir eine neue Richtung weist oder eine Abzweigung, die ich vergessen hatte, nochmal anzusehen. Dieses Blog ist für mich eine Reise ins Kinowunderland der großen weiten Welt, und Ihr und Eure Kinder seid herzlich eingeladen mitzukommen.

Zu viel Pathos? Egal. Großes Kino!

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