Antboy – Superhelden hoch 3 (2016)

Antboy III

Antboy III

Ich habe diese Besprechung jetzt eine ganze Weile vor mir hergeschoben, und das sagt (auch wenn ich sonst viel zu wenig zum Schreiben komme) in diesem Fall schon eine ganze Menge. Denn ich mochte Antboy sehr, die Fortsetzung Antboy: Die Rache der Red Fury womöglich noch ein bißchen mehr. Mit dem dritten Film nun, Antboy – Superhelden hoch 3 wurde ich nicht warm, es hakte und klapperte im Gestühl der Handlung. Nunja.

Der Titelheld ist immer noch eine der schöneren Superheldenfiguren der letzten Jahre – das Kino der Erwachsenen eingeschlossen. Und selbst dieser dritte Film ist immer noch besser als das meiste, was deutsche Produktionen so auf die Leinwand bringen – aber meine Erwartungen waren nach den ersten Filmen hoch und wurden doch leider enttäuscht. Wie und warum, habe ich für kino-zeit.de genauer aufgeschrieben.

Antboy – Superhelden hoch 3, Dänemark 2016. Regie: Ask Hasselbalch, 88 Min. FSK 6. Kinostart: 6. Oktober 2016.

(Fotos: MFA+)

BFG – Big Friendly Giant (2016)

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Ich habe Roald Dahl zuerst im Englischunterricht kennengelernt, weil unser Lehrer es genoss, uns vor den Ferien die sehr schwarzhumorigen Kurzgeschichten vorzulesen, für die der Autor in Deutschland am bekanntesten ist: Küsschen, Küsschen und wie die Bände alle heißen. Dass Dahl auch viele Kinderbücher geschrieben hat, ist mir hingegen erst viel später aufgefallen, als ich nach Büchern suchte, die ich meinen eigenen Kindern vorlesen könnte. Aber auch in diesen sehr charmanten Büchern dringt immer etwas von dem Dahlschen Schalk, seiner Freude an kleinen Gemeinheiten durch – von seinem Sprachwitz und seiner Fabulierlust ganz zu schweigen.

Sein The BFG, hierzulande als Sophiechen und der Riese nicht allzu bekannt, gehört in Großbritannien gewissermaßen zum Kinderbuchkanon. Nun hat sich Steven Spielberg des Big Friendly Giant angenommen, ein sehr amerikanischer Regisseur mit einer ganz eigenen Weise, Geschichten für Kinder zu erzählen – und das vor allem auch mit hohem technischen Aufwand. Die riesenhafte Titelfigur jedenfalls ist zwar mittels „Motion Capture“ am Computer entstanden, aber Mark Rylance verleiht ihr nicht nur ihre Mimik, sondern auch eine Seele. Aus der Kombination Dahl/Spielberg entsteht ein abenteuerlicher, lustiger, insgesamt ziemlich gelungener Film, der nur dann immer wieder kurzzeitig irritiert, wenn Dahls britisches Understatement und die pompöse Hollywood-Inszenierung allzu offensichtlich aufeinanderprallen.

Nicht ohne Angstgefühle und Grusel ist BFG – Big Friendly Giant zu haben – meine Empfehlung zum Wochenende auf filmstarts.de.

(Fotos: Constantin Film)

Filmfest München: Abulele (2015)

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Wer begleitet uns auf dem Weg durch die Kindheit, auf dem Weg ins Erwachsensein? Wer leitet uns durch Schmerz, durch Verlust hindurch? Wer lehrt uns, dass da draußen jemand sich um uns sorgt? Oder sind da nur Monstren unterm Bett, im Keller, uns böse gesonnen?

kifife_logo_2016_600px Adam hat schon von solchen Monstern gehört, eigentlich glaubt er, er ist ja schon in der fünften Klasse, nicht so recht daran; aber das seltsame Wesen, dem er dann im Keller begegnet, mit schwarzem Fell und leuchtenden grünen Augen, belehrt ihn natürlich eines anderen. Zumal es gar nicht so unfreundlich ist, wenn es nur genug wirklich süße Limonade bekommt – einem Kind also gar nicht so unähnlich. Dummerweise ist da allerdings diese Sondereinheit der Polizei, die Abulele jagt, und die Streberin Tamar, die ihm ziemlich auf die Nerven geht.

Der israelische Regisseur Jonathan Geva greift in seinem Langfilmdebüt Abulele auf bewährte Muster des Kinder-Monsterfilms zurück – da scheinen in mehr als einer Szene und Konstellation die Klassiker durch, allen voran Spielbergs E.T. – Der Außerirdische. Nur dass Geva hier gleich von Anfang an die militärische Ausrüstung in Szene setzt: Ein Auftritt der Spezialeinheit bereitet die Handlung vor, Adam rutscht da eher aus Versehen ins Visier – und Abulele bleibt da noch, unsichtbar, im Hintergrund.

Aber das freundliche Monster steht, deutlicher und expliziter als in anderen Filmen, als emotionale Stütze da für Kinder und Menschen in Not. Adam hat seinen Bruder bei einem Autounfall verloren, er gibt sich selbst die Schuld, findet aber vor allem bei seinen Eltern keinen Halt, die ihrerseits tief in ihrem Schmerz gefallen sind. Immer und immer wieder sieht sich Adam auf seinem Handy das letzte Video an, dass er mit seinem Bruder zusammen gedreht hat. Und erst nach und nach wird er lernen, dass der Ältere auch nicht so fehlerfrei war, wie er glaubt.

Abschied nehmen, Erwachsener werden: Und eben neue Freunde finden, sich nicht mehr verschließen. Das ist gewissermaßen Adams Aufgabe, und Abulele ist der Begleiter auf dem Weg, eine Art Katalysator mit eigener Geschichte. Das Monster ist, Elliot, das Schmunzelmonster lässt grüßen, ein Helfer auf dem Weg, der, wenn alles gut geht, am Ende nicht mehr gebraucht wird und gehen kann; der beweist, dass eine Trennung, ein Abschied nicht das Ende der Welt bedeutet. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Es ging nicht immer alles gut, und auch darum geht es in diesem Film.

Gelegentlich wirkt Abulele ein wenig unwuchtig, mit seinen sehr martialischen Polizeiaufmärschen, den Bildern aus Überwachungskameras, der militärisch durchorganisierten Durchsuchung von Adams Schule auf der einen und den emotionalen Themen auf der anderen Seite. Es geht deshalb womöglich nicht alles wirklich auf, dafür wirkt vieles zu konstruiert, zu künstlich. Zugleich aber bringen vor allem Adam und Tamar (Yoav Sadian Rosenberg und Bar Minali) genug Charme mit (mehr noch als das wirklich hübsch und zurückhaltend animierte Abulele), um den Film auch durch die schwächeren Momente zu tragen.

Abulele, Israel 2015. Regie: Jonathan Geva, 96 Min. FSK k.A., empfohlen ab 8 Jahren. (Auf dem Filmfest München.)

(Fotos: Filmfest München)

Filmfest München: König Laurin (2016)

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Wer schon einmal in Südtirol war, in den Dolomiten zumal, kennt vermutlich die Sage von König Laurin und seinem Rosengarten – eine schöne Geschichte von Zwergen, Intrige und Magie, die das Leuchten, oder genauer: das Alpenglühen an dem Bergmassiv Rosengartengruppe erklärt. Regisseur und Drehbuchautor Matthias Lang hat für seinen ersten Langfilm die Erzählung variiert und zu einem kindertauglichen Märchenfilm gemacht, der gelegentlich etwas unsicher im Ton schwankt.

kifife_logo_2016_600px Hauptfigur ist der Königssohn Theodor, ein schüchterner und auch etwas ungeschickter Junge, der es seinem Vater Dietrich offenbar nie so richtig recht machen kann. Es ist aber auch ein tristes Land: Nach dem Tod seiner Frau hatte Dietrich alle Zwerge aus seinem Land vertrieben und mit ihnen ging das Wissen darüber, wie man die Erde fruchtbar hält. Es herrscht deshalb Mangel allenthalben, man hält sich mit Eroberungen bei Laune und Theodors wesentlich selbstbewussterer Cousin Wittich schmiedet heimlich Pläne, wie er anstelle von Theodor den König beerben könnte.

Wie mir König Laurin gefallen hat, der auf dem Filmfest München gezeigt wurde, habe ich im Festivalblog von kino-zeit.de aufgeschrieben.

König Laurin, Deutschland 2016. Regie: Matthias Lang, 90 Min. FSK 0 (beantragt), empfohlen ab 6 Jahren. Kinostart: 1. September 2016. (Auf dem Filmfest München.)

(Fotos: Filmfest München)

Kurzfilm zum Wochenende: Aufstieg (2013)

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Schon wieder Aufstieg! Allerdings diesmal ganz anders als vergangene Woche. Und der französische Originaltitel Ascension dieses Abschlußfilms von der Supinfocom Arles (heute MOPA) spielt natürlich mit der Doppelbedeutung: Das Wort kann in Richtung Anstieg (dem der Bergsteiger) neigen, aber auch zur (religiös konnotierten) Himmelfahrt. Ein Film von Thomas Bourdis, Martin de Coudenhove, Caroline Domergue, Colin Laubry und Florian Vecchione, die Musik kommt von Seth Stewart.

Schönes Wochenende!

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