Kinderfilme im Kino (28.1.2016): Chipmunks, Brüder und Sebastian

Belle et Sébastien, l'aventure continu...

Belle et Sébastien, l'aventure continue...

Diese Woche sind gleich drei Kinderfilme im Kino gestartet, und deshalb hier, ohne große Einleitung, ein kurzer Überblick über die Reaktionen:

Alvin und die Chipmunks 4: Road Chip

Braucht man animierte Streifenhörnchen mit Quietschstimme? Ich weiß ja nicht, und Stefan Stiletto anscheinend auch nicht:

Schon in der ersten Szene entledigt sich der vierte Teil der Filmreihe ihrer drei weiblichen Gegenparts […] Unmotiviert reiht das Drehbuch Hindernis an Hindernis, verstrickt Miles und die Chipmunks in aberwitzige Situationen, deren Gags nur selten zünden, und versucht, mit konventionell inszenierten Musikszenen zu Pop- oder HipHop-Rhythmen für Abwechslung zu sorgen.

Da nehmen wir doch lieber nochmal die Chipettes mit Beyoncés „Single Ladies“ im Video, ganz unten.

Wie Brüder im Wind

Junge und Adler: Peter Osteried fand an dem Film vor allem seine Ruhe beeindruckend:

Wie Brüder im Wind ist so etwas wie ein erholsamer Urlaub in der Natur. Er ist so entschleunigt, so minimiert in seiner Geschichte. Wirklich überraschend ist hier nichts, aber es ist angenehm, der Geschichte zu folgen, die […] weniger die eines Menschen als vielmehr die eines Adlers ist.

Andreas Günther war weitaus weniger angetan:

Pseudotherapeutische Interventionen machen den Film zum bebilderten Psychodrama-Hörspiel – auch, weil Joanne Reays Drehbuch Morettis Möglichkeiten stark beschränkt und der Lukas-Darsteller zwar hübsch ist, aber innere Konflikte nur als Verschrecktheit nach außen bringen kann.

Sebastian und die Feuerretter

Junge und Hund. Ich habe den Film in meinem Familienfilmtipp fürs Wochenende empfohlen. Das soll hier mal genügen. ;-)

(Foto: Neue Visionen)

Kinderfilme auf der Berlinale 2016

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Vom 11. bis 21. Februar 2016 breitet sich in Berlin wieder die Berlinale über die Kinolandschaft und -freund_innen aus – wie ein kratziger, von Eiswinden durchzogener Teppich der harten cineastischen Glückseligkeit. Naja, und viele werden wahrscheinlich kommen, weil sie hoffen, die Jurypräsidentin Meryl Streep zu Gesicht zu bekommen. Auch gut.

berlinale_logo Auch im diesjährigen Programm gibt es wieder – in der Sektion „Generation“, Abteilung „Kplus“ – einige Kinderfilme zu sehen, von denen viele viel versprechen. Es gibt zahlreiche Weltpremieren zu sehen (bei denen man also vorher nicht so recht weiß, was auf die Zuschauer_innen zukommt) und ein paar spannende neue Produktionen auch aus Deutschland.

Ich habe hier einmal kurz die Filme zusammengestragen, mit den vom Festival vorbereiteten Inhaltsangaben und Hintergrundinfos – sowie zudem, soweit auffindbar, zu jedem Film den Trailer oder sonst ein Video. (Nicht alle sind auf Deutsch oder Englisch, aber so ist das bei einem so wunderbar bunt internationalen Programm wie bei der Berlinale.) Weltpremiere (WP): Erste offizielle Aufführung des Films weltweit. Internationale Premiere (IP): Erste offizielle Aufführung des Films außerhalb seines Produktionslandes. Europäische bzw. Deutsche Premiere (EP bzw. DP): Erste Aufführung in Europa bzw. in Deutschland.

Einige Filme werde ich vor Festivalbeginn sehen können und hoffe, dass ich möglichst viele hier (wenigstens kurz) besprechen kann (vor allem eine Frage der Zeit, zwischen Erwerbsarbeit und Familie).

ENTE GUT! Mädchen allein zu Haus

Von Norbert Lechner – Deutschland, Weltpremiere

Weil ihre Mutter zurück nach Vietnam musste, kümmert sich die elfjährige Linh alleine um ihre kleine Schwester und den Imbiss. Niemand darf davon wissen, aber der gleichaltrigen Pauline aus dem Nachbarhaus entgeht nichts. Wird die selbst ernannte „Spionin“ die Schwestern auffliegen lassen?

Genç Pehlivanlar (Young Wrestlers)

Von Mete Gümürhan – Türkei/Niederlande, Weltpremiere

Leben, lernen und leiden: Für ihren Traum vom Ringen nehmen die 26 Jungen des Sportinternats in der türkischen Provinz Amasya viel auf sich. Der Dokumentarfilm folgt hautnah, aber unaufdringlich ihrem Alltag zwischen Kameradschaft und Konkurrenz.

Jamais contente

Von Emilie Deleuze – Frankreich, Weltpremiere

Aurore hat zwar nicht die besten Noten, aber doof ist sie nicht. Ziemlich scharfsinnig beobachtet und kommentiert sie ihr Umfeld – ihre Eltern, die Jungs, ihren Französischlehrer und sich selbst. Mit trotziger Sturheit testet Aurore ihre Grenzen aus und findet dabei heraus, dass die Musik ein Ventil und sie letztlich doch nicht „frigide“ ist. Der Film basiert auf der erfolgreichen französischen Jugendbuchtrilogie „Le Journal d’Aurore“. Mit Catherine Hiegel, Alex Lutz.

Little Men

Von Ira Sachs – USA, Internationale Premiere

Schnell werden Tony und Jake, der neu in der Brooklyner Nachbarschaft ist, zu besten Freunden. Empathisch und zugleich mit einem feinen Gespür für soziale Dissonanzen erzählt Regisseur Ira Sachs (Teddy-Award-Gewinner Berlinale Panorama 2012: Keep the Lights On) von einer jungen Freundschaft im Konflikt mit der Logik einer erwachsenen Welt. Little Men wird auch im Panorama präsentiert. Mit Jennifer Ehle, Greg Kinnear, Alfred Molina.

Mavi Bisiklet (Blue Bicycle)

Von Ümit Köreken – Türkei/Deutschland, Weltpremiere

Der zwölfjährige Ali lebt in kargen Verhältnissen in der anatolischen Provinz. Sein mühsam verdientes Geld spart er für seinen größten Traum: ein nagelneues, blaues Fahrrad. Als seiner heimlichen Liebe Elif in der Schule eine große Ungerechtigkeit widerfährt, nimmt Ali den engagierten Kampf für die Demokratie und gegen ein festgefahrenes System auf.

Ottaal (The Trap)

Von Jayaraj Rajashekaran Nair – Indien, Europäische Premiere

Das paradiesisch anmutende Leben des achtjährigen Kuttappayi wird getrübt vom Verlust der Eltern. In eindringlich schöner Natur lebt, fischt und lacht er nun mit seinem Großvater, dem Entenhirten. In die Zukunft blickt der Junge mit hoffnungsvollen Träumen und ahnt nicht, dass er bald das Schicksal vieler Millionen Kinder weltweit teilen wird, die heutzutage zu Kinderarbeit gezwungen werden.

Rara

Von Pepa San Martín – Chile/Argentinien, Weltpremiere

Jungs interessant finden, Jungs doof finden, der besten Freundin ganz nahe sein und vor ihr Geheimnisse haben, Sorgen in der Schule und die nervigen Eltern: Die Probleme einer 13-Jährigen. Das alles hat für Sara nichts damit zu tun, dass ihre Mutter mit einer Frau zusammenlebt. Ihr Vater sieht das anders. DAAD-Kurzfilmpreis-Gewinnerin Pepa San Martín (Berlinale Shorts 2011: La Ducha) inszeniert ihr Langfilmdebüt nach einem chilenischen Sorgerechtsfall.

Rauf

Von Barış Kaya, Soner Caner – Türkei, Weltpremiere

Mit der Farbe Pink hofft der Junge Rauf seine heimliche große Liebe, die ältere Zana, zu gewinnen. Aber wie sieht Pink eigentlich aus und ist die Farbe überhaupt in einem verschneiten, kurdischen Bergdorf zu finden? Aus der Erwachsenenwelt schwappen indessen unklar düstere Nachrichten herüber.

Siv sover vilse (Siv Sleeps Astray)

Von Catti Edfeldt, Lena Hanno Clyne – Schweden / Niederlande, Weltpremiere

Die kleine Siv (Astrid Lövgren) soll bei Cerisia (Lilly Brown) übernachten, doch je später der Abend, desto merkwürdiger erscheinen die Dinge im schrägen Zuhause ihrer neuen Freundin. Eine originelle Verfilmung von Pija Lindenbaums Kinderbuch „Mia schläft woanders“.

Solan og Ludvig – Herfra til Flåklypa (Louis & Nolan – The Big Cheeserace)

Von Rasmus Sivertsen – Norwegen, Internationale Premiere

Für den frechen Elster-Jungen Solan geht es beim Käserennen um weit mehr als die Ehre. Siegessicher und mit viel Einfallsreichtum geht er mit seinen beiden Mitstreitern an den Start. Aber das ausgebuffte Gegnerteam aus dem verfeindeten Nachbardorf kämpft mit harten Bandagen. Turbulent und mit viel Humor erzählt diese liebevoll umgesetzte Knet-Animation, dass es nicht immer ums Gewinnen geht.

Ted Sieger’s Molly Monster – Der Kinofilm

Von Ted Sieger, Matthias Bruhn, Michael Ekbladh – Deutschland / Schweiz / Schweden, Weltpremiere

Helle Aufregung im Monsterland: Die kleine Monsterin Molly soll ein Geschwisterchen bekommen. Bevor dieses endlich aus dem Ei schlüpft, müssen Molly und ihr bester Freund Edison einige Abenteuer bestehen. Bunter Animationsspaß für die Kleinsten im Kinoformat nach der beliebten Fernsehserie „Die kleine Monsterin“.


(Trailer auf Schweitzerdeutsch)

Woorideul (The World of Us)

Von Yoon Ga-eun – Republik Korea, Weltpremiere

Alleine unterwegs in den sommerlichen Gassen knüpfen die beiden zehnjährigen Sun und Jia ein Band zärtlicher Freundschaft. Die turbulente soziale Dynamik ihrer Schulklasse droht es wieder zu zerreißen. Gläserner-Bär-Gewinnerin Ga-eun Yoon (Berlinale Generation Kplus 2014: Sprout) kehrt mit einem Debüt zurück, das in leisen Tönen eindringlich das Erleben eines zarten jungen Mädchens schildert und dabei zu großer Kunst findet.

Zud

Von Marta Minorowicz – Deutschland / Polen, Weltpremiere

In der kargen Steppe der Mongolei trainiert der elfjährige Sukhbat hart für den Sieg beim Pferderennen und hofft auf väterliche Anerkennung. In weiten Landschaftsbildern und einer dokumentarisch anmutenden Sprache erzählt der Film die Geschichte einer nomadischen Kindheit.

Kurzfilme Generation Kplus

Aurelia y Pedro (Aurelia and Pedro), Mexiko, von Omar Robles, José Permar – WP
Cats & Dogs, Schweiz/Deutschland, von Gerd Gockell, Jesús Pérez – IP
Chopping Onions, USA, von Adinah Dancyger – EP
El inicio de Fabrizio (Fabrizio’s Initiation), Argentinien, von Mariano Biasin – IP
En la azotea (On the Roof), Spanien, Damià Serra Cauchetiez – IP
Kill Your Dinner, Australien, von Bryn Chainey – WP
Le renard minuscule (The Teeny-Weeny Fox), Frankreich/Schweiz/Belgien, von Aline Quertain, Sylwia Szkiladz – IP
Lili, Dänemark/Großbritannien, von Siri Melchior – WP
Little Doll, Irland, von Kate Dolan – WP
Neiwa, Mexiko, von Abraham Cruz Herrera, Javier Vázquez Cervantes – WP
Nina, Belgien, von Emmanuel Elliah, Maria Körkel – WP
Ninnoc, Niederlande, von Niki Padidar – IP
Semele, USA/Zypern, von Myrsini Aristidou – EP
Simon’s Cat ‚Off to the Vet‘, Großbritannien, von Simon Tofield – IP
Skatekeet, Niederlande, von Edward Cook – IP
Take Your Partners, Großbritannien, von Siri Rodnes –WP
The Boyfried Game, Australien, von Alice Englert – EP
Zeezucht (Jonas and the Sea), Niederlande, von Marlies van der Wel – EP

Hexen hexen (1990)

hexenhexen

Was für ein Monstrum von Kinderfilm. Eine Alptraummaschine, ein Abgrund schwarzer Märchengeschichten, und eben unbestreitbar, unwiderlegbar ein Kinderfilm. Aber keiner, den wir jedem Kind zeigen sollte, das ist nur etwas für jene, die sich bei Schauergeschichten wohl fühlen, oder wohlig verängstigt jedenfalls, und nicht wochenlang wachliegen aus Angst vor dem monströsen Gewächs, das auf einmal Anjelica Hustons Nase sind.

Nicolas Roeg hat das inszeniert, ein etwas ungewöhnlicher Punkt in seiner Karriere, die seinerzeit mit Wenn die Gondeln Trauer tragen so richtig begann. Hexen hexen ist ein Film von eigenartiger Dramaturgie: Ein wenig wahllos zunächst und dann in einer ganz plötzlich sich auftürmenden Konfrontation kulminierend, die alles weitere vorbereitet und im Grund schon entscheidet. Der kleine Luke gegen einen Raum voll Hexen, die ihn alle tot sehen wollen oder wenigstens in Mäuseform – und dass es ihnen gelingt, ist ihr eigentlicher Untergang.

Und mittendrin Anjelica Huston als Oberhexe – kalt, distanziert, mit lebloser Mimik, die sich diegetisch aus den Masken erklärt, die sie über ihrer wahren Hexenfratze trägt. Die Kamera rückt immer ganz nahe an sie und die anderen Hexen heran, bis die Gesichter durch das Objektiv verzerrt erscheinen, schiefe Zähne, haarlose Köpfe. Überhaupt ein Film übers Sehen und Nicht-Sehen: minutenlang versteckt sich Luke vor den Hexen hinter einer spanischer Wand voller Lücken, sehend, ungesehen. Verzauberte Menschen tauchen in Gemälden auf, gesehen, unsehend. Das alles ist alptraumhaft und schrecklich, und insofern treffend, denn hier wird eine Erzählung von Roald Dahl verfilmt, dem Großmeister des sehr düsteren britischen Humors.

Ja, ja, doch, Humor: So wenig komisch das alles sein mag und so wenig kindgerecht: Es ist ein Kinderfilm und eine Komödie, lustig und schrecklich zugleich, unschuldig und traumatisierend. Man kann, man darf ihn eigentlich Kindern nicht zeigen, wirklich nicht, aber man muss ihn sehen mit der Unschuld des Kindes und der gefestigten Widerständigkeit gegen Alpträume, die nur Erwachsene schon mitbringen. Und nur mit dieser Kombination wird dann auch ganz klar, warum das eine Komödie ist.

So misogyn das alles daherkommt, die Hexe als stereotyp wieder belebend und in Frauen das Böse sehend: Es sind die wenigen Männer, die hier nur in Nebenrollen auftauchen, die schlecht wegkommen. Der eine, verheiratet, verfällt sogleich und auf den ersten Blick der kalten Erotik der Oberhexe, ihrer aufgerichteten Gestalt und dem tiefen Dekolletee. Der andere, Hoteldirektor, hält sich eine seiner Angestellten als Geliebte und ist ansonsten ein Mensch eher ohne Rückgrat.

Nur Luke rettet die Ehre des männlichen Geschlechts, weil er unschuldig und ohne Hintergedanken, dabei schnell im Kopf, wagemutig und mit guten Ideen, nach Lösungen strebt, vor allem selbstlos: Denn er will nicht zuerst wieder in Menschengestalt verwandelt sein, sondern verhindern, dass die Hexen dies auch allen anderen Kindern antun wollen.

Es ist die konsequente Perspektive des Kindes bzw. des Kindes-als-Maus, die Hexen hexen so sehr zum Kinderfilm macht, im Herzen unschuldig und staunend gegenüber dem Bösen, das da schaltet und waltet in der Welt und das die meisten Erwachsenen nicht sehen können, weil sie mit ihren Ängsten und Begierden, also mit sich, so sehr beschäftigt sind. Es braucht den unschuldigen oder wenigstens klaren Blick, den Luke bzw. seine Großmutter Helga haben, um das Übel zu sehen und bekämpfen zu können.

Hexen hexen (The Witches), Großbritannien 1990. Regie: Nicolas Roeg, 91 Min. FSK 6 (aber frühestens ab 10 Jahren empfohlen), Kinostart: 28. Juni 1990. Auf DVD erhältlich.

Sebastian und die Feuerretter (2015)

Belle et Sébastien, l'aventure continu...

Belle et Sébastien, l'aventure continue...

Vor gut zwei Jahren gelang es dem französischen Film Belle & Sebastian, einige potentiell furchtbar kitschige Elemente zu einer ganz eigenen Tinktur zu vermischen. Da waren alle Elemente des Heimatfilms – hohe Berge, wunderbare Natur, urwüchsige, einfache Menschen und klare Weltbilder – in großer Menge vorhanden, aber trotzdem wurde daraus kein Jodelfest. Stattdessen konzentrierte Regisseur Nicolas Vanier die Geschichte vom Waisenjungen Sebastian (bzw. Sébastien im Original, gespielt von Félix Bossuet) und seiner Hündin Belle sehr schnell auf ihren Kern – und brachte so, weitgehend ohne Schmalz, erst recht große Gefühle ans Licht.

Im ersten Film – basierend auf einer französischen Fernsehserie und den Erzählungen von Cécile Aubry – fand nämlich zuerst das Waisenkind Sebastian den verwilderten, einsamen Hund – und geriet dann, man schreibt das Jahr 1943 an der französisch-schweizerischen Grenze, mitten hinein in die politischen Bewegungen der Zeit: Hund und Kind helfen schließlich sogar bei einem illegalen Flüchtlingstreck über die Grenze.

Weiterlesen: Meine ausführliche Kritik zu Sebastian und die Feuerretter ist auf kino-zeit.de erschienen.

Sebastian und die Feuerretter (Belle et Sébastien 2: L’aventure continue), Frankreich 2015. Regie: Christian Duguay, 97 Min. FSK 6, Kinostart: 28. Januar 2016.

(Fotos: Neue Visionen)

Die Winzlinge – Operation Zuckerdose (2013)

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Das Leben der Insekten ist ja vermeintlich schlicht: Schlüpfen, Summen, Surren, Futtern, Paaren, Schluss. Dabei gibt es da noch so viel mehr zu entdecken! Etwa die Eifersucht eines kleinen Käfers auf den baldigen Nachwuchs seiner Eltern. Das turbulente Wettrennen zwischen Marienkäfer und Schmeißfliegen. Die aufregende Reise einer Spinne auf einem verlassenen rosa Luftballon… All das und noch mehr gibt es in der kleinen, aber sehr feinen französische Animationsreihe Minuscule (hier auf DVD erhältlich) mit ihren bezaubernden Miniaturen (mehr als 70 Stück, die bei uns zu Hause oft als filmisches Betthupferl dienen): Die stets nur wenige Minuten langen Kurzfilme vermischen reale Kameraaufnahmen von Wiesen, Wäldern und anderen Orten mit animierten Insekten. Irgendwie lebensnah wirken diese und doch märchenhaft, meist mit großen Augen und milde an menschliche Gesichter erinnernden Zügen.

Für die Kinofilm-Version Die Winzlinge – Operation Zuckerdose nehmen die Macher Hélène Giraud und Thomas Szabo nun diese Elemente, sammeln einige der bekannten Protagonisten ein und stürmen mit ihnen in gänzlich unbekannte Gefilde: Denn statt kurzer Momentaufnahmen liefert der Film eine durchgehende Story – ganz ohne Worte, aber in jedem Moment verständlich, voll Action und Bewegung. Los geht es beim Picknick eines jungen Menschenpaares. Sie ist sichtbar schwanger, dann hält sie sich den Bauch und hat es auf einmal sehr eilig. Auf der Wiese bleibt ein Teil des Picknicks zurück, und schon bald räumen die unterschiedlichsten Tiere ab, was noch an Essbarem zu holen ist. Ein Trupp schwarzer Waldameisen interessiert sich besonders für den Metallkasten voller Zuckerwürfel, nimmt beim Transport des Kästchens aber – eher versehentlich – auch noch einen kleinen Marienkäfer erst mit und dann unter seine Fittiche. Allerdings sind auch räuberische rote Ameisen scharf auf den nahrhaften Schatz und unternehmen bald alles, um ihn ganz für sich zu haben…

Meine vollständige Besprechung des Animationsfilms ist als „Familienfilmtipp zum Wochenende“ auf filmstarts.de erschienen.

Anmerkung fürs Heimkino: Der Film Die Winzlinge – Operation Zuckerdose ist als Originalfassung mit dem Titel Minuscule – la vallée des fourmis perdues bereits in Frankreich als DVD erschienen. Da der Film ohne gesprochene Worte auskommt, ist es natürlich überhaupt keine Problem, diese Version bereits jetzt als Importfassung auf DVD zu erwerben. Im Kino ist’s allerdings schöner!

(Fotos: Pandahouse/Tobis)

Filmische Weihnachten mit Kindern: Was läuft im TV?

Arthur_Weihnachtsmann

Arthur_Weihnachtsmann

Muss der Fernseher an Weihnachten laufen? Natürlich nicht. Aber wenn er schon angemacht wird, dann darf es wenigstens auch etwas Besonderes sein, und immerhin das fällt an den Feiertagen relativ leicht, weil wenigstens mal schöne Filme gezeigt werden. Nicht nur, versteht sich, weshalb ich kurz versucht habe, das Programm der kommenden Tage zu sichten und ein paar besondere Highlights herauszuheben.

Das ist eher kurz gehalten und auf wenige Filme beschränkt, erhebt weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf sonst irgendwas. Weitere Empfehlungen gerne in die Kommentare. Klassische (wie Drei Haselnüsse für Aschenbrödel) und weniger klassische (Arthur Weihnachtsmann, siehe Bild oben, und Mitten in der Winternacht) Weihnachtsfilme habe ich diesmal in meiner Kolumne auf kino-zeit.de inkl. Sendeterminen vorgestellt und diskutiert, bitte also hier nachlesen.

24.12.2015/Heilig Abend

  • Michel in der Suppenschüssel (ZDF 13.25-15.00 Uhr): Klassische Lindgren-Verfilmung.
  • Tom und Hacke (BR 13.25-14.55 Uhr): Kinderkrimi aus der bayerischen Provinz in der unmittelbaren Nachkriegszeit. Stark dialektlastig, aber spannend und gut gemacht.

25.12.2015/1. Weihnachtsfeiertag

  • Bernhard und Bianca – die Mäusepolizei (Disney Channel 9.45-11.05 Uhr): Einer der Disney-Klassiker, die gerne mal unter den Tisch fallen.
  • Das Geheimnis der Murmel-Gang (ARD 10.25-11.55 Uhr): Spanischer Abenteuerfilm.
  • Leon und die magischen Worte (KI.KA 12.05-13.15 Uhr): Kleines Abenteuerdrama um Phantasie und Lesenlernen. Bezaubernd.

26.12.2015/2. Weihnachtsfeiertag

  • Ratatouille (RTL 8.35-10.35 Uhr): Einer der schönsten Pixar-Filme. Macht Appetit.
  • Die Legende vom Weihnachtsstern (ZDF, 9.25-10.37 Uhr): Modernes Märchen aus Skandinavien.
  • Der wunderbare Wiplala (ARD 10.25-11.55 Uhr): Verfilmung des Kinderbuchs von Annie M.G. Schmidt.
  • Horton hört ein Hu! (RTL 12.40-13.55 Uhr): Verfilmung nach Dr. Seuss – wirr und verrückt und sehr, sehr komisch.
  • Ernest & Célestine (KI.KA 19.25-20.35 Uhr): Einer der schönsten Animationsfilme der vergangenen Jahre.

Anschließend

  • Das Dschungelbuch (27.12., RTL 20.15-21.45 Uhr): Muss ich den wirklich vorstellen? Man sollte es mal mit Gemütlichkeit versuchen!
  • Mein Freund Knerten/Knerten in der Klemme/Knerten traut sich (KIKA, vom 28.-30.12. jeweils 12.10-13.20 Uhr): Ein Junge und sein sprechender Zweig. Klingt doof, ist aber super.

(Foto: Sony Pictures)

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