Minions (2015)

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Wenn Sie ein Kind im Alter so zwischen fünf und elf Jahren haben, dass wenigstens ein wenig offen für popkulturelle Einflüsse ein, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass Sie diesen Filmtipp hier eigentlich nicht benötigen. Denn es ist anzunehmen, dass Ihr Kind jetzt manchmal diesen leicht verklärten Gesichtsausdruck bekommt und leise „Ooo-bah, Papaya!“ flüstert, oder begeistert und ohne äußeren Anlass „Banana!“ ruft. Schuld sind diese gelben, pillenförmigen Wesen, die „Minions“, die jetzt überall auf Plakaten, Handtüchern und in U-Bahn-Stationen zu sehen sind. Mit Kindern wissen Sie das wahrscheinlich alles schon.

Die Minions haben jetzt also ihren eigenen Film, nachdem sie vorher in Ich – Einfach Unverbesserlich und dessen Fortsetzung als Schergen des freundlichen Bösewichts Gru Chaos verbreiten und ihre geliebten Bananen verspeisen durften. Minions ist das Prequel zu diesen beiden Filmen und klärt einmal quer durch Evolution und Menschheitsgeschichte, wo die nicht alternden, quasi unsterblichen Minions herkommen, die immer auf der Suche nach dem größten, gemeinsten Bösewicht sind, dem (oder der) sie dienen können – bis drei von ihnen, Dave, Stuart und Bob, im London von 1968 fündig werden und für Scarlet Overkill die britische Königskrone stehlen sollen.

Meine vollständige Empfehlung findet sich auf filmstarts.de in meinem „FILMSTARTS-Familientipp zum Wochenende“!

Minions, USA 2015. Regie: Pierre Coffin und Kyle Balda, 91 Min. FSK 0, (von mir) empfohlen ab 7 Jahren (es gibt ein paar etwas gruselige und spannende Szenen). Kinostart: 2. Juli 2015.

(Foto: Universal)

Filmfest München: X + Y (2014)

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Seit Rain Man ist Autismus ja eine feste Stereotype im popkulturellen Gedächtnis – und damit ist eine Vorstellung verbreitet, die womöglich eher schädlich als sinnvoll ist. Einer der Protagonisten in Morgan Matthews‘ Dokumentarfilm Beautiful young minds (2007) bemerkt dazu recht trocken am Anfang des Films, die Vorstellungen von Autismus hätten sich in den letzten dreißig Jahren doch recht deutlich verändert, aber alle dächten immer noch an diesen einen Film…

kffmuc-2015-schwarz Beautiful young minds begleitet eine Gruppe junger Briten auf ihrem Weg durch diverse Trainingscamps bis zur Mathematik-Olympiade, einem internationalen Wettbewerb für mathematisch hochbegabte Schülerinnen und Schüler. Seine Erfahrungen dort haben Matthews offenbar so beeindruckt, dass er auf der Grundlage dieses Materials nun X + Y gedreht hat, einen Spielfilm, von dem es im Abspann heißt, er sei von Matthews‘ Dokumentarfilm „inspiriert“ worden; de facto finden sich ganze Dialogzeilen wörtlich in X + Y wieder, und die Figuren der Erzählung sind sichtbar – dramaturgische Zuspitzungen inklusive – den Jugendlichen aus dem Dokumentarfilm nachempfunden.

Die vollständige Kritik zu X + Y gibt es im Festivalblog von kino-zeit.de!

X + Y, Großbritannien 2014. Regie: Morgan Matthews, 111 Min. Bisher ohne FSK-Freigabe, empfohlen ab 10 Jahren.

Filmfest München: Das Lied des Meeres / Song of the Sea (2014)

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Es beginnt mit einer Geschichte, die die Mutter ihrem kleinen, vierjährigen Sohn erzählen wird – eine Sage, die dann später wieder aufgenommen, zu neuem, eigenen Leben wird, wenn längst klar geworden ist, dass die Mutter Teil der Welt dieser Geschichten, die Realität also nicht so arm an Magie und Wundern ist, wie allgemein befürchtet. Und zu diesem Zeitpunkt hat dann Regisseur Tomm Moore auch schon seinen eigenen Zauber gesponnen, hat mit Bildern, Worten und Musik (Liedern vor allem!) Das Lied des Meeres zu beglückendem Leben erweckt. Ein helles Licht am Firmament des Animationsfilm, das aus der Entfernung ein wenig so aussieht, als sei es niedlich-freundliches Kinderkino.

kffmuc-2015-schwarz Natürlich ist das auch ein toller, ach was: umwerfender Film für Kinder, wahrscheinlich mehr noch als Moores vorheriger Animationsfilm Brendan und das Geheimnis von Kells, der ähnlich auf alten Mythen und Sagen aufbaut, aber in vielen Momenten wesentlich düsterer, auch furchteinflößender ist. In Das Lied des Meeres geht es um vieles: um Liebe, Verlust und Loslassen, um Trauer und Hoffnung, und spannend ist das alles obendrein.

Meine Empfehlung für das Filmfest München! Die ausführliche Besprechung gibt es auf kino-zeit.de.

Das Lied des Meeres (Song of the Sea), Irland 2014. Regie: Tomm Moore, 86 Min. Bisher ohne FSK-Freigabe, empfohlen ab 6 Jahren. Am 27. Juni und 2. Juli auf dem Filmfest München zu sehen.

(Fotos: Filmfest München)

Kinderfilmfest München 2015

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Heute beginnt das Filmfest München, eines der schönsten Filmfestivals in Deutschland; und ab morgen (Freitag, den 25. Juni) ist bis Samstag, den 4. Juli, dann auch auf dem jedes Jahr recht großartig kuratierten Kinderfilmfest Tolles aus aller Welt zu sehen. Die Filme werden durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm (Workshops etc.) ergänzt; eine einfache Übersicht über das Programm gibt auf einer Seite das Festivalplakat (PDF).

kffmuc-2015-schwarz Bis auf zwei Stück habe ich alle Langfilme des Festivals bereits sehen können; Ooops! Die Arche ist weg… habe ich hier bereits besprochen, die anderen Kritiken erscheinen nach und nach drüben bei kino-zeit.de (wo Kolleg_innen natürlich vor allem ausführlich über die anderen Sektionen berichten werden) und werden hier aber, wie üblich, auch noch einmal angekündigt.

Schon jetzt darf ich aber zwei klare Empfehlungen aussprechen: Zum einen X + Y, ein nur leicht schmalziges Drama über einen autistischen, mathematisch hochbegabten Jungen, sowie vor allem Tomm Moores wunderbaren, beglückenden Animationsfilm Song of the Sea bzw. Das Lied des Meeres. Es wird nur wenige Filme in München zu sehen geben, die den Kinobesuch mehr wert sind.

(Foto: Filmfest München)

Verlosung: Minions

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Die Minions, Grus gehorsame gelbe Gefolgsleute aus Ich – Einfach Unverbesserlich, schaffen es, viele – bei weitem nicht alle – Elter und Kinder gleichermaßen für sich zu gewinnen, und möge ihre allumfassende Präsenz derzeit auch vor allem Folge exzessiven Marketings sein. Oder, wie Katrin Rönicke es neulich schrieb:

Die Miniomanie unter uns Eltern […] Es schweißt uns zusammen. Untereinander, aber auch mit unseren Kindern.

Am 2. Juli bekommen die Minions nun einen ganz eigenen Film – da wird sich zeigen, ob gelbe Niedlichkeit und Bananenbegeisterung auch über Spielfilmlänge tragen.

Die Minions existieren seit Anbeginn der Zeit. Im Laufe der Evolution suchten sie sich immer wieder die übelsten Bösewichter als Herren – vom Tyrannosaurus Rex bis zu Napoleon. Doch die Herrschaft eines jeden Superschurken geht zu Ende. Ohne einen Meister, dem sie dienen können, verfallen die kleinen Latzhosenträger in tiefe Depression. Aber dann hat ein Minion namens Kevin einen Plan! Gemeinsam mit dem rebellischen Stuart und dem liebenswerten Bob macht er sich auf in die weite Welt, um einen neuen Anführer für sich und seine Mitstreiter zu finden.

Plakat Minions Suitcase - Bob Front View_screen Minions Suitcase - Bob Back View_screen Minions von Sadie Chesterfield

Mit freundlicher Unterstützung von Universal Pictures kann ich zum Filmstart ein Fanpaket verlosen, mit folgendem Inhalt: ein Film-Teaserplakat, ein Minions-Trolley und ein Minions-Hörbuch aus dem Hörverlag.

Im Hörbuch wird, so wurde mir glaubhaft versichert, auch Oliver Rohrbeck zu hören sein, die deutsche Synchronstimme von Gru, so dass die Dialoge sich nicht auf „Banana?“ – „Bananaaaaa!“ beschränken werden.

Um an der Verlosung teilzunehmen, müßt Ihr nur hier im Formular Eure Daten eingeben und eine Frage beantworten. Die Verlosung läuft bis einschließlich 5. Juli 2015. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Nur eine Teilnahme pro Haushalt!
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Filmfest München: Ooops! Die Arche ist weg… (2014)

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Es gehört eine gewisse Chuzpe dazu, die Geschichte von Noahs Arche nicht nur ohne jeden Verweis auf religiösen Kontext zu erzählen, sondern die Menschen darin – bis auf eine kurze Erwähnung – ebenfalls völlig verschwinden zu lassen. In Ooops! Die Arche ist weg… steuert der „König der Tiere“ nicht nur höchstselbst das Schiff, sondern sitzt auch dem Gremium vor, das darüber entscheidet, welches Tier an Bord gehen darf. Ein Nashorn sitzt auch dabei, und irgendwie wird, wenn man die vielen Arten hier in der Schlange stehen sieht, natürlich auch deutlich, wie absurd die Erzählung eigentlich ist, wenn man sie mal auf reale Biodiversität runterbricht, auf also die de-facto Vielfalt tierischen Lebens auf der Erde, die sich natürlich in der Arche überhaupt nicht wiederfindet.

kffmuc-2015-schwarz Aber egal, dies ist ja kein Dokumentarfilm, sondern animierte Familienunterhaltung. Protagonisten sind die Nestrier Finny und sein Vater Dave – Spezialisten im Nestbau, aber ansonsten haben sie ihren Platz in der Welt noch nicht so recht gefunden. Dave ist ein recht nervöser Phobiker, der eigentlich vor allem und insbesondere um seinen Sohn Angst hat – Finny wiederum sucht vor allem Freunde. An Bord der Arche dürfen sie nicht (erst am Ende wird klar, warum eigentlich), also verkleiden sie sich und schließen sich zwei Grympkatzen (Mutter Kate und Tochter Leah) an, eine Art, die gleichwohl nicht für ihre Gastfreundschaft bekannt ist.

Dann kommt eins zum anderen, Pech zur Neugier, so dass Leah und Finny beim Start der Arche zurückbleiben und nun auf einem immer kleiner werdenden Stückchen Land nach Wegen zur Arche suchen – während gleichzeitig Kate und Dave versuchen, den eitlen Löwen dazu zu bewegen, die Arche zu wenden, um ihre Kinder einzusammeln.

Das ist, für einen (auch) in Deutschland produzierten Kinderfilm, alles gar nicht so dumm und langweilig gemacht – aber eben auch nicht wirklich interessant. Die Entwicklungen der Figuren sind recht vorhersehbar (Finny und Dave werden mutiger, die Grympkatzen erkennen den Wert von Freundschaft an), die Kämpfe und Auseinandersetzungen immer cartoonish-jugendfreundlich. Ästhetisch orientiert sich das stark an Figuren, wie man sie aus dem Hause Dreamworks kennt – auch daran ist ja zunächst nichts verkehrt.

Allerdings geht Ooops! Die Arche ist weg… halt niemals darüber hinaus, sondern bleibt streng im Durchschnitt ähnlicher Animationsabenteuer: Nicht gänzlich herz- und seelenlos, aber mit einem klar absehbaren Ablauf, Standardstrukturen und Figuren, deren Eigenheiten man schon in unzähligen anderen Filmen genau so gesehen hat.

Ooops! Die Arche ist weg… (Ooops! Noah is gone…), Belgien, Deutschland, Irland, Luxemburg 2014. Regie: Toby Genkel und Sean McCormack, 87 Min. FSK 0, empfohlen ab 6 Jahren. Kinostart: 30. Juli 2015. Am 1. und 3. Juli vorab auf dem Filmfest München zu sehen.

(Fotos: Filmfest München)

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